Oberhalb von Flawil ist in der Nacht auf Donnerstag ein Schottisches Hochlandrind von einem Auto erfasst und getötet worden. Der Fahrzeuglenker musste verletzt ins Spital. In der Stadt Wil hätte in der gleichen Nacht Ähnliches auch passieren können. Denn es liefern 25 Rinder frei herum. Die Tiere gehören Niklaus und Sandra Fitze, die den Hofberghof unterhalb des Wiler Aussichtsturms betreiben. Sowohl am Mittwoch- als auch am Donnerstagmorgen mussten die beiden feststellen, dass der Weidezaun durchgeschnitten worden ist und die Tiere entlaufen konnten. «Es waren saubere Schnitte an mehreren Orten. Das kann nicht zufällig passiert sein», sagt Sandra Fitze zu hallowil.ch.

Die Rinder liefen in eine nächste Wiese und frassen dort weiter. Sie hätten aber auch gut und gerne Richtung Reitwiese und Weiherdamm laufen können – oder auch auf die Konstanzerstrasse, die eine Kantonsstrasse ist. «Die Rinder hatten in der Nacht ja keine Weste an. Es hätte gut einen Unfall geben können», sagt Sandra Fitze. Pikant: Der Weidezaun stand unter Strom. Also musste sich der Täter gut vorbereiten, um die Tat zu vollziehen – zum Beispiel mit einem isolierenden Handschuh.

Geht es um die Glocken?

Doch wer war es? Auch Sandra Fitze kann die Frage nicht beantworten. Vergangenes Jahr habe es einen Vorfall gegeben, bei welchem sich ein 14-jähriger Knabe beschwerte, man könne wegen er Glocken der Rinder nicht schlafen. Womöglich tat er es im Auftrag einer anderen Person. Da der Bub seinen Namen nicht nannte, bleibt Vieles unklar. Als Konsequenz daraus haben dieses Jahr nur noch wenige der 25 Rinder Glocken an – und erst noch kleinere. «Ganz ohne geht es nicht, nur schon aus Sicherheitsgründen», sagt Sandra Fitze.

Alsdann mussten am Mittwoch- und Donnerstagmorgen die Rinder zusammengetrieben werden. Nun sind sie in einer anderen Weide, was aber ohnehin geplant war. Sandra Fitze hofft, dass sich die Sache somit erledigt hat, oder sich zumindest jemand auf dem Hofberghof meldet.