In der Startaufstellung nahm Brunello Iacopetta einige Änderungen vor. Scheinbar wollte er diverse Spieler für das Derby gegen Winterthur am kommenden Montag schonen. So ersetzte De Mol Stammtorhüter Keller im Wiler Kasten. Für den gesperrten Sauter durfte Tobul von Beginn weg in der Innenverteidigung auflaufen. Auf der Rechtsverteidigerposition durfte Frei für Dickenmann ran. Im Sturm bekam Silvio eine Auszeit, für ihn ging Toure auf Torejagd und auf dem linken Flügel kehrte Lukembila für Saho in die Startelf zurück. Die Startphase gingen beide Mannschaften ruhig an. Man schob sich Mittelfeld die Kugel zu, ohne eine offensive Aktion zu starten.

Dies ging bis zur 7. Minute so, als Hug über die linke Seite kam und viel Platz vor sich fand. Er lief bis zur Grundlinie und spielte den Ball flach in den Wiler Strafraum in den Rücken der Abwehr. Dort rauschte Cicek an und traf mit einer schönen Direktabnahme vollkommen alleinstehend aus elf Metern hoch in die rechte Ecke zur Vaduzer Führung. Es war dies der erste Abschluss im gesamten Spiel. Die Wiler zeigten sich von diesem Gegentor wenig beeindruckt und starteten nun ihrerseits offensive Aktionen. Nur gerade drei Minuten nach der Führung des Heimteams tankte sich Brahimi auf der linken Seite durch und flankte das Spielgerät in den Vaduzer Strafraum. Dort sprang zwar am ersten Pfosten Lukembila unter dem Ball durch, weil sich aber die gesamte Heimverteidigung auf Lukembila konzentrierte stand am zweiten Pfosten Toure vollkommen frei. Der YB-Leihspieler in Diensten der Wiler nahm den Ball an und versenkte ihn aus fünf Metern zum Ausgleich. Dies war der zweite Abschluss im Spiel und der zweite, der im Tor landete.

Nach dem Ausgleich zogen die Liechtensteiner das Tempo wieder etwas an, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Nach 25 Minuten war die Druckphase der Vaduzer unbeschadet überstanden und die Hausherren nahmen wieder etwas Tempo aus dem Spiel, was dazu führte, dass das Spiel so vor sich hinplätscherte. Bis dann die Vaduzer in der 32. Minute in Person von Obexer wieder über die linke Seite kamen. Aus dem Halbfeld spielte er den Ball in die Spitze, wo Sutter das Spielgerät clever durchlies für den besser postierten Ris. Dieser fand sich vollkommen frei vor Torhüter De Mol und schob zur neuerlichen Vaduzer Führung ein.

Diesmal benötigten die Wiler nur zwei Minuten für eine Reaktion. Fazliu auf rechts spielte den Ball zu Toure in die Spitze. Dieser zog aus 20 Metern einfach mal ab. Omerovic fälschte den Schuss von Toure noch so ab, dass Torhüter Büchel auf dem falschen Fuss erwischt wurde und nur noch hinterherschauen konnte, wie Toure sein zweites Tor an diesem Abend bejubeln konnte. Die Wiler erzielten mit ihrem zweiten Abschluss überhaupt in der ersten Halbzeit ihr zweites Tor. Bis zu Pause passierte dann nicht mehr viel im Ländle. So ging es mit einem 2:2 in die Kabine, das aus Wiler Sicht eher glücklich war, da die Vaduzer die überlegenere Mannschaft waren.

Schnelle Vaduzer Entscheidung

Die Liechtensteiner kamen mit deutlich mehr Elan als die Wiler aus der Kabine. Von Beginn weg suchten sie den dritten Treffer, was ihnen in der 51. Minute auch gelang. Fehr faste sich aus 25 Metern ein Herz und zog aus halbrechter Position einfach mal ab. Der Ball schlug unhaltbar im linken Winkel ein. Ein Anwärter auf das Tor des Monats. Nach diesem Treffer waren die Wiler zu keiner Reaktion fähig und die Vaduzer fingen an sehr ansehnlichen Fussball zu spielen. Nur gerade drei Minuten nach dem dritten Treffer spielte Cicek am Strafraumrand den Ball zu Di Giusto. Dieser leitete den Ball mit dem Absatz wieder zum in den Strafraum eingelaufenen Cicek zurück, der vollkommen alleine vor De Mol seinen zweiten persönlichen Treffer an diesem Abend erzielte.

Auch nach diesem Treffer hatten die Hausherren noch nicht genug. Nur gerade fünf Minuten nach dem vierten Treffer lancierte Cicek mit einem Steilpass Di Giusto. Dieser war schneller als Tonbul und Talabidi und versenkte den Ball zum fünften Mal an diesem Abend im Wiler Tor. Nach dem fünften Treffer war die Partie entschieden und Vaduz nahm deutlich Tempo aus dem Spiel, was den Wilern wieder half etwas ins Spiel zurückzufinden. Mehr als Fernschüsse brachten die Wiler aber nicht zustande. Und weil die Vaduzer ihre Kräfte schonten blieb es bei der nächsten deutlichen Auswärtsniederlage für die Wiler.

Am Ende bleibt es das alte Lied der Wiler. Offensiv zeigt man gute Leistungen, weil ab in der Defensive deutliche Schwächen vorhanden sind, gehen auch Spiele verloren, in denen man auswärts zwei Tore erzielt. Der Trainerstaff um Brunello Iacopetta hat wenig Zeit um diese Niederlage zu verarbeiten, weil wir uns in einer englischen Woche befinden. Bereits am kommenden Montag kommt es im Bergholz zum Derby gegen den Aufstiegskandidat aus Winterthur.

FC Vaduz – FC Wil 5:2 (2:2)

Rheinpark: 1'198 Zuschauer – Sr: Piccolo

Tore: 7. Cicek 1:0, 10. Toure 1:1, 32. Ris 2:1, 34. Toure 2:2, 51. Fehr 3:2, 55. Cicek 4:2, 60. Di Giusto 5:2.

FC Vaduz: Büchel; Fehr, Schmid, Iodice, Hug (26. Obexer); Omerovic (88. Staubli), Dobras (70. Gomes); Ris (70. Ulrich), Cicek, Di Giusto (88. S. Lüchinger); Sutter.

FC Wil: De Mol; Frei, Zali (46. Talabidi), Tonbul, Brahimi (81. Heule); Ndau, Muntwiler (63. Ismaili), Fazliu; Bahloul (81. Abazi), Toure, Lukembila (63. Saho).

Bemerkungen: Wil ohne Coric, Sauter (beide gesperrt), Bega, Malinowski, Reichmuth, Rustemoski (alle verletzt) und Zumberi (krank). Vaduz ohne: Gasser, Mangiaratti (beide gesperrt), Antoniazzi, Rahimi, Rapp, Wieser (alle verletzt), Capozzi und G. Lüchinger (beide nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 18. Muntwiler (Foul), 38. Ndau (Foul), 71. Büchel (Unsportlichkeit), 76. Talabidi (Foul), 89. Toure (Reklamieren).