Dorfpräsident Albert Bleichenbacher freute sich über die so zahlreich mitfeiernden Dorfbewohner. Einen besonderen Gruss richtete er an die Jugendband Greenhornbrass. Unterer der Leitung von Josef Meienhofer erfreuten sie mit bekannten Advents- und Weihnachtsmelodien, bevor der grosse Baum im Lichterglanz strahlte. Der Präsident wies auf den Adventskalender hin, hergestellt von Einzelpersonen und Gruppen. Im grossen Schaufenster der Johann Jung AG stehen 24 kleine Kistchen mit versteckten Sujets. Jeweils am Morgen um halb acht wird ein weiteres Geheimnis gelüftet. Im ersten Kistli geben sich Engel ein Stelldichein. Glühwein, Punsch und Wienerli waren am kühlen Abend sehr willkommen, bevor sich die Gäste auf den Heimweg machten.

Die Lebensfreude

Die Weihnachtsgeschichte regte zum Nachdenken an. Nachdem die drei Könige den Geburtsort des Gottessohnes verlassen hatten, kamen drei merkwürdige Gestalten an die Krippe. Die erste trug ein buntes Flickenkleid, eine lustige Maske, war geschminkt wie ein Spassvogel, wirkte aber traurig. Sie lächelte im Angesicht des Kindes und sagte: «Ich bin die Lebensfreude und komme zu dir, weil Menschen nichts mehr zu lachen und keine Freude mehr am Leben haben. Alles ist bitterernst geworden». Sie zog ihr Gewand aus und deckte das Kind zu mit den Worten «Vielleicht kann dich in der kalten Welt mein Mantel wärmen und schützen.»

Die Zeit

Darauf erschien eine gehetzte Gestalt. An der Krippe schien alle Hast und Hektik von ihr abzufallen. Sie sagte: »Ich bin die Zeit, eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen ein grosses Geheimnis vergessen. Die Zeit vergeht nicht, die Zeit entsteht. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt.» Dann griff sie in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. «Ich schenke dir diese Sanduhr, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer so viel Zeit hast, wie du dir nimmst und andern schenkst.»

Die Liebe

Die dritte Gestalt hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, die ihr das Leben zugefügt haben musste. Als sie an die Krippe trat, war es als heilten alle Verletzungen. «Ich bin die Liebe» sagte sie und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. «Es heisst, ich sei viel zu gut für diese Welt». Sie weinte und dicke Tränen tropften auf das Kind. «Wer liebt, hat viel zu leiden. Nimm meine Tränen. Sie sind das Wasser, das den Stein schleift, den verkrusteten Boden wieder fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt». Dabei verwandelten sich die Tränen in drei schöne Rosen. Lebensfreude, Zeit und Liebe knieten vor dem Kind. Plötzlich sprach die Liebe «Man wird dieses Kind zu Narren machen, es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es seine Zeit und Liebe schenkt, wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht sie unter einem neuen guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt.»