Der Karfreitag im Jahr 2021 zeigt sich mild und frühlingshaft – aber nur im Wetter. Corona bedingt findet die traditionelle Kreuzweg-Besinnung in Dreibrunnen in zwei Durchgängen statt. Einmal um 8.30 Uhr und das zweite Mal um 10.00 Uhr. Beide Male sind je rund 50 Personen anwesend. Grosszügig verteilt stehen Sitzbänke auf dem Platz zur Verfügung. Nach und nach finden sich die Leute, natürlich mit Maske, auf dem Platz vor der Kapelle ein. Was gleich bleibt, ist die musikalische Begleitung, die jeweils von Claudia Keller , Bronschhofen organisiert wird. Es sind Musikanten vom Musikverein Harmonie Rickenbach und der Stadtharmonie Wil, die sich adhoc treffen und die Besinnung begleiten. Der zweite beständige Punkt sind die roten Ostereier, die im Anschluss verteilt werden. Ebenso erfreuen sich die kleinen Kreuze aus Olivenholz grosser Beliebtheit.

Begegnungen prägen uns alle

Pater Raphael Fässler und sein Team nehmen sechs Stationen, sechs Begegnungen in die Besinnung auf. Am Tage der Kreuzigung Jesu begegnen ihm ganz verschiedene Leute und begleiten ihn auf seinem «Kreuzweg». So Pilatus, der eigentlich von der Unschuld von Jesus überzeugt ist, aber der Meinung der grossen Menge nachgeben muss. Die Mutter von Jesus, die mitansehen muss, wie ihr Kind stirbt. Simon von Cyrene, der Jesus hilft das Kreuz zu tragen, oder Veronika, die Jesus das Schweisstuch gereicht hat. Dies ist heute im übertragenen Sinn als Nachbarschaftshilfe zu verstehen gerade in Zeiten von Corona. Oder die weinenden Frauen, denen Jesus zuruft: « Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!». Diese Begegnungen prägten damals die Betroffenen. Ist das nicht heute auch so? Wir begegnen so vielem und vielen, einiges lässt uns kalt, anderes berührt uns tief im Herzen. Begegnungen prägen uns alle. Die Besinnung endet mit den Worten: «Karfreitag ist nicht das Ende, sondern führt zum Ostermorgen.»