Es lief die 83. Minute, als Nick von Niederhäusern einen Kopfball auf das Aarauer Tor brachte. Obwohl sich Gäste-Goalie Djordje Nikolic nicht gross anstrengen musste, um das Spielgerät zu fangen, war die Szene bemerkenswert. Dann es war das erste und einzige Mal in diesem Spiel, dass ein Ball auf das Aarauer Tor flog. Und das in einer Partie, in welcher die Wiler alles in allem mehr als 90 Minuten lang in Rückstand lagen. Bezeichnend ist auch, dass sie sich im gesamten Spiel nur gerade neun Fouls leisteten. Somit haben die Äbtestädter die letzten beiden Partien in Lausanne und gegen Aarau sang- und klanglos verloren, ohne dabei auch nur eine Verwarnung kassiert zu haben.

Das zeigt deutlich: Die Wiler Mannschaft lässt in dieser Phase Grundlegendes vermissen. Oder um es in den Worten von Trainer Ciriaco Sforza zu formulieren: «Wenn man weiterkommen will, muss man bissig sein. Das war heute nicht der Fall.» Besonders ärgerlich war vor allem, dass es die Wiler zum zweiten Mal hintereinander fertiggebracht hatten, noch vor Ablauf der dritten Spielminute in Rückstand zu geraten.

Systemumstellung ohne Wirkung

Der Auftakt in die Partie hatte Parallelen zur Wiler 1:3-Niederlage beim Rückrundenauftakt auf dem Aarauer Brügglifeld. In beiden Partien gerieten die Ostschweizer bereits in der dritten Minute ins Hintertreffen, in beiden Partien hiess der erste Aargauer Torschütze Marco Schneuwly. In der IGP-Arena ging er beim ersten Corner der Partie schlicht überzeugender in den Zweikampf als die Wiler Abwehrspieler und traf per Kopf. Genau eine Minute später jubelten die Gäste erneut. Es war ein Produkt von mehreren Fehlern im Wiler Defensivverbund, wobei Goalie Zivko Kostadinovic am meisten Schützenhilfe leistete, als er einen harmlosen Abschluss von Goran Karanovic aus der Hand fallen liess. Karanovic kam wieder an den Ball, umlief den Wiler Schlussmann, spielte mit dem Absatz zurück zu Varol Tasar, der aus kurzer Distanz zum 0:2 traf. Somit war die Entscheidung nach 240 Sekunden bereits gefallen – zumal es die Wiler seit mittlerweile 17 Partien nicht mehr fertiggebracht haben, mehr ein Tor in einem Spiel zu erzielen.

Gegen Aarau wäre selbst ein Treffer ein guter Lohn gewesen. Denn eine wirklich klare Möglichkeit erspielten sich die Wiler in der gesamten Partie nicht. Auch ein Dreifachwechsel von Sforza nach einer halben Stunde blieb wirkungslos. Ivan Audino, Silvano Schäppi und Kenzo Schällibaum wiederfuhr die Höchststrafe. Wobei es durchaus auch andere hätte treffen können. Aus einem 4-1-4-1-System wurde ein 3-5-2 – ohne dass sich etwas geändert hätte.

Sforzas Fehlstart ist perfekt

Acht Minuten nach dem Dreifachwechsel erhöhten die Gäste auf 3:0. Nach einem Foul im eigenen Strafraum von Michael Gonçalves an Linus Obexer schickte Olivier Jäckle den Wiler Goalie beim fälligen Elfmeter in die falsche Ecke – wie schon beim Rückrundenstart in Aarau, als Jäckle vom Penaltypunkt aus ebenfalls das 3:0 für die Aargauer erzielt hatte. Der Rest verkam zu einem besseren Freundschaftsspiel. Aarau, das getrost auf die Dienste ihres bulligen Stürmers Stefan Maierhofer verzichten konnte, musste nicht mehr tun, Wil konnte nicht. Als Karanovic gut eine Viertelstunde vor Schluss allein vor dem Wiler Tor auf 4:0 erhöhte, bekam das Ganze für die Äbtestädter den Rahmen einer Klatsche. Es war ihre höchste Heimniederlage seit dem 6. Mai 2017 und einem 0:4 gegen Xamax. Und es war bereits die zweite 0:4-Niederlage in der laufenden Rückrunde.

Die Wiler Mannschaft vermittelte einen blutleeren Eindruck. Gegen zweifelsohne starke Aargauer war sie nicht auf der Höhe der Aufgabe. Somit ist der Fehlstart unter Sforza perfekt: 4 Spiele, 0 Siege, 2 Punkte, 2:8-Tore. Der Trendwende wurde nicht geschafft, wobei anzufügen ist, dass in diesen vier Partien gegen die Top drei der Liga gespielt wurde. Die Entwicklung der Mannschaft stimmt trotzdem nachdenklich. Noch im vergangenen Herbst während fünf Runden Leader der Challenge League, wurde in den letzten 15 Partien nur noch ein Sieg realisiert – und dies bei 8:25-Toren. Mit erst 28 Toren in den bisherigen 30 Meisterschaftsspielen stellen die Wiler den mit Abstand schlechtesten Angriff der Liga. Alle anderen Teams haben schon mindestens acht Tore mehr erzielt. Gegen Aarau kam erschwerend dazu, dass der beste Torschütze, Silvio, wegen einer gereizten Achillessehne angeschlagen passen musste und auch Teamstütze Zé Eduardo verletzte fehlte.

Die Höhepunkte: (Quelle: www.sfl.ch)

 
In der Spielzusammenfassung: So geriet der FC Wil gegen Aarau auf Abwege.

Resultate, Challenge League, 30. Runde:
Wil - Aarau 0:4
Chiasso - Lausanne-Sport 0:5
Kriens - Schaffhausen 1:2
Rapperswil-Jona - Vaduz 4:1
Winterthur - Servette 2:3

FC Wil 1900 – FC Aarau 0:4 (0:2)

IGP-Arena: 1860 Zuschauer. – Sr: Schärli.

Tore: 3. Schneuwly 0:1. 4. Tasar 0:2. 39. Jäckle (Foulpenalty) 0:3. 73. Karanovic 0:4.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Gonçalves, Havenaar, Rahimi, Schäppi (31. Schmid); von Niederhäusern; Audino (31. Savic), Breitenmoser, Lombardi (70. Sejdija), Schällibaum (31. Beka); Cortelezzi.

FC Aarau: Nikolic; Giger (76. Thaler), Bürgy, Schindelholz, Obexer; Jäckle, Zvertoic (85. Pepsi); Tasar (70. Misic), Neumayr, Schneuwly; Karanovic (85. Almeida).

Bemerkungen: Wil ohne Djordjevic, Silvio, Zé Eduardo (verletzt), Herrmann, Scholz, Herter, Gülünay, Hoxha und Latifi (nicht im Aufgebot). Aarau ohne Leo (gesperrt), Peralta (verletzt), Hübel, Hammerich, Liechti, Alounga, Peyretti, Mehidic und Rossini (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 15. Bürgy (Foul). 90. Misic (Foul).

Rangliste:
1. Servette 30/64. 2. Lausanne-Sport 30/53. 3. Aarau 30/48. 4. Winterthur 30/44. 5. Wil 30/37. 6. Vaduz 30/35. 7. Kriens 30/34. 8. Schaffhausen 30/32. 9. Rapperswil-Jona 30/31. 10. Chiasso 30/29.

Nächste Spiele (31. Runde):
Freitag, 26. April: Lausanne-Sport - Winterthur (20.00 Uhr).
Samstag, 27. April: Vaduz - Schaffhausen (18.00 Uhr), Servette - Aarau (19.00 Uhr).
Sonntag, 28. April: Wil - Rapperswil-Jona (14.30 Uhr), Kriens - Chiasso (14.30 Uhr).

Stimme zum Spiel: (Quelle: www.fcwil.ch)

 
"Das System ist überbewertet", sagt Nick von Niederhäusern im Interview.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus dem Wiler Südquartier. Vielen Dank für das Interesse an dieser Partie. Haben Sie noch einen schönen Rest des Ostermontags. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Sonntag, 28. April um 14.30 Uhr mit einem weiteren Heimspiel gegen den FC Rapperswil-Jona. Verfolgen Sie auch dieses Spiel im hallowil.ch-Liveticker.

Ab geht's auf Stimmenfang. Wir melden uns noch heute Abend mit einem zusammenfassenden Bericht.

Der FC Wil verliert gegen den FC Aarau diskussionslos mit 0:4. Die Wiler verlieren eine Partie, in welche sie nie gefunden haben. Dies zum einen, weil der FC Aarau von Beginn weg präsent war und mit einem Doppelschlag in der Startphase das Spiel auf seine Seite lenkte. Zum andern aber auch, weil die Wiler während des gesamten Spiels den Aargauern nichts entgegenzusetzten zu hatten. Verwundert hat auch, das Cheftrainer Sforza wieder mit einer 4-1-4-1-Formation starten lies, obschon dieses System bereits gegen Vaduz wie auch gegen Lausanne nicht zu überzeugen vermochte. Auch der Dreifachwechsel - verbunden mit der Umstellung auf ein 3-5-2 System nach einer halben Stunden - brachte nicht den gewünschten Effekt. Die Wiler waren mit dem 0:4 nocht gut bedient, hatte Aarau doch durchaus noch Chancen das eine oder andere Tor mehr zu machen.

92. Minute: Schiedsrichter Schärli pfeift die Partie ab. Der FC Wil verliert gegen den FC Aarau klar und deutlich mit 0:4.

90. Minute: Zwei Minuten werden nachgespielt. Ob diese zwei Minuten noch nötig sind, lässt sich hinterfragen.

90. Minute: Gelbe Karte für Misic nach einem Foul an Gonçalves.

88. Minute: Freistoss für Aarau nach einem Foul von Schmid an Almeida. Der Versuch von Neumayr geht deutlich am Tor vorbei.

85. Minute: Doppelwechsel beim FC Aarau: Für Zverotic spielt neu Pepsi und für Karanovic kommt Almeida.

83. Minute: Nach exakt 82 Minuten und 17 Sekunden doch noch der erste Torschuss der Wiler: Der Kopfball von von Niederhäusern direkt auf Torwart Nikolic war aber zu harmlos. Das ist bezeichnend.

81. Minute: Dieser Abschluss von Cortelezzi war gefährlich. Zumindest für die hinter dem Tor stehenden Anhänger des FC Aarau.

79. Minute: Auch weiterhin laufen die Aarauer trotz Schongang nicht Gefahr, hier auch nur einen Treffer hinnehmen zu müssen. Die Wiler hatten bis anhin keinen einzigen Schuss aufs Gäste-Tor in der gesamten Partie.

76. Minute: Zweiter Wechsel bei den Aarauern: Für Giger spielt neu Thaler.

73. Minute: TOOOR für den FC Aarau durch Karanovic zum 0:4. Nach einem guten Pass von Misic in die Tiefe läuft Karanovic alleine auf Kostadinovic zu. Dieser scheibt den Ball am Torhüter der Wiler vorbei ins rechte Ecke.

72. Minute: 1860 Zuschauer sind heute in der IGP-Arena. So viele wie noch nie in dieser Saison.

70. Minute: Auch die Wiler wechseln: Für Lombardi spielt neu Sejdija. Neu ist von Niederhäuern Captain.

70. Minute: Erster Wechsel beim FC Aarau: Für Tasar spielt neu Misic

62. Minute: Grosschance für die Aarauer. Neumayrs Flanke geht an allen Wilern vorbei. Zwei Meter vor dem Tor kommt Obexer frei vor dem Tor zum Kopfball, er köpft aber direkt Kostadinovic an. Das muss das 0:4 sein.

61. Minute: Die gefährlichste Aktion der Wiler in der zweiten Halbzeit: Eine Flanke von Gonçalves wird von Scdhindelholz ohne Probleme per Kopf geklärt.

58. Minute: Die Wiler agieren weiterhin ohne richtigen Plan. So gelingt es Ihnen nicht, die Aarauer unter Druck zu setzten.

54. Minute: Cortelezzi mit einer Flanke in den Strafraum. Aber da steht niemand.

52. Minute: Ein Eckball für Wil, nachdem Giger die Flanke von Gonçalves klären konnte. Der Kopfball von Savic geht aber weit übers Tor.

51. Minute: Aarau spielt weiter munter nach vorne, die Wiler sind weiterhin zu passiv.

49. Minute: Eckball für Aarau, nachdem Lombardi gegen Giger klären konnte. Die Szene bringt aber keine Gefahr.

46. Minute: Nach genau 50 Sekunden in der zweiten Halbzeit die erste Chance für Aarau. Zverotic versucht es von Rande des Strafraumes. Sein Abschluss geht nur knapp am rechten Pfosten vorbei.

46. Minute: Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Die beiden Mannschaften haben nicht gewechselt in der Pause.

Halbzeit in der IGP-Arena. Nachdem die Wiler mit einem Doppelpack in den ersten Minuten des Spiels kalt erwischt wurden, konnten Sie den Aarauern während der gesamten Halbzeit Nichts entgegensetzten. Nachdem die Aarauer während gut einer Viertelstunde nicht viel fürs Spiel machten, zogen Sie ds Tempo wieder an und bereiteten den Wilern wieder grösse Mühe. Die Gastgeber können froh sein, steht es zur Halbzeit "nur" 0:3. Die Aarauer hätten durchaus noch mehr Tore schiessen können , wenn sie die Chancen konsequenter zu Ende gespielt hätten.

45.+2. Minute: Schiedsrichter Schärli pfeifft zur Halbzeit.

45.+2. Minute: Die Flanke von Giger erreicht Karanovic. Dieser verfehlt das Tor nur knapp.

45. Minute: Zwei Minuten werden in der ersten Halbzeit nachgespielt.

43. Minute: Da muss Nikolic tatsächlich noch eingreifen. Der Freistoss von Lombardi kann aber vom Torhüter der Aarauer ohne Probleme weggefaustet werden.

42. Minute: Auch weiterhin kommen die Wiler nicht gefährlich vor das Tor der Aarauer.

39. Minute: TOOOR für den FC Aarau durch Olivier Jäckle mittels Foulpenalty zum 0:3. Er schickt Kostadinovic in die linke Ecke und schiebt den Ball in die rechte. Souverän.

38. Minute: Zverotis spielt einen hohen Ball aus Obexer. Gonçalves kann sich nur noch mit einem Foul helfen. Schiedsrichter Schärli zögert keinen Moment und zeigt auf den Elfmeterpunkt.

34. Minute: Mit den Wechseln hat Sforza auch das System umgestellt. Neu spielen die Wiler mit 3-5-2. Gonçalves rückt aus der Verteidigung ins rechte Mittelfeld. Von Niederhäusern spielt neu auf der linken Seite.

32. Minute: Was für ein Zeichen von Sforza: Gleich drei Wechsel nimmt er vor. Für Schäppi spielt neu Schmid, für Schällibaum neu Beka und für Audino kommt neu Savic ins Spiel.

30. Minute: Gute Chance für die Aarauer: Neumayr spielt einen flachen Pass in die Mitte. Karanovic verpasst nur knapp.

27. Minute: Schneuwly erkämpft sich auf der rechten Seite den Ball. Sein Pass findet aber in der Mitte keinen Abnehmer.

24. Minute: Abschluss der Wiler: Nach einer Flanke von Audino kommt Schällibaum zum Kopfball. Der Ball geht aber deutlich am Tor vorbei.

22. Minute: Die Wiler versuchen dagegenzuhalten, ohne aber wirklich gefährliche Chancen zu kreieren.

20. Minute: Tasar sucht mit seiner Flanke Karanovic. Kostadinovic hat keine Mühe, die Flanke zu entschärfen.

17. Minute: Frecher Versuch von Schneuwly: Er sieht, dass Kostadinovic weit vor dem Tor steht, und versucht es von der Mittellinie aus. Der Ball geht aber über den Wiler Kasten.

16. Minute: Abschluss von Tasar: Kostadinovic hat keine Probleme den Ball zu halten.

15. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Bürgy sieht nach einem Foul an Cortelezzi die gelbe Karte.

14. Minute: Die Wiler haben sich nun etwas gefangen und versuchen offensiver zu spielen.

10. Minute: Die Aarauer spielen weiter munter nach vorne. Die Wiler haben grosse Mühe gegen diese Offensiv-Power der Gäste.

6. Minute: Was für ein Fehlstart der Wiler! Sie müssen jetzt versuchen, diesen Rückstand so schnell wie möglich wettzumachen. Ein schwieriges Unterfangen, angesichts der Tatsache, dass die Wiler seit dem 11. Noevmber des vergangenen Jahres in einem Spiel nie mehr als ein Tor erzielt haben. Der Treffer der Aarauer war aber nicht das früheste Gegentor dieser Saison. Am vergangenen Samstag gegen Lausanne trafen die Waadtländer bereits nach 75 Sekunden.

4. Minute: TOOOOOR für den FC Aarau durch Tasar zum 0:2. Es geht Schlag aus Schlag. Durch einen schlechten Pass von Rahimi bekommt Karanovic den Ball. Dieser umkurvt Kostadinovic und spielt unneigennützig zum freistehenden Tasar. Dieser hat keine Mühe, ins leere Tor zu treffen.

3. Minute: TOOOOOOR für den FC Aarau durch Schneuwly zum 0:1. Nach einem Eckball von Neumayr kommt Schneuwly völlig frei vor dem Tor zum Kopfball, weil Rahimi zu weit weg steht. Kostadinovic ist chancenlos.

3. Minute. Erste Chance für die Aarauer. Zverotic kommt über die rechte Seite. Rahimi kann seine Herengabe zur Ecke klären.

1. Minute: Schiedsrichter David Schärli gibt den Ball frei.

Bevor es hier los geht, gibt es noch einen Spieler zu ehren. Der Captain der Wiler, Sandro Lombardi, hat am vergangenen Samstag gegen Lausanne sein 150. Challenge-League-Spiel für den FC Wil bestritten. Bis auf einen kurzen Abstecher nach Lugano im Jahr 2015, als er mit den Tessinern in die Super League aufgestiegen ist, spielt Lombardi seit dem Jahr 2011 für die Wiler.

Die Aufstellungen sind bekannt. Die Wiler spielen mit einem 4-1-4-1 System. Im Tor steht Kostadinovic. In der Verteidigung agieren von rechts her gesehen Gonçalves, Havenaar, Rahimi und Schäppi. Vor der Verteidigung spielt von Niederhäusern anstelle von Zé Eduardo, der verletzt fehlt. Im Mittelfeld laufen von rechts nach links Audino, Breitenmoser, Lombardi und Schällibaum auf. Im Sturm spielt Cortelezzi, der den am Fuss verletzten Silvio ersetzt. 

Der FC Aarau spielt mit einem 4-2-3-1 System. Im Tor steht Nikolic. In der Verteidigung spielen von rechts nach links Giger, Schindelholz, Bürgy und Obexer. Im defensiven Mittelfeld laufen Jäckle (rechts) und Zverotic auf. Im offensiven Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Tasar, Neumayr und Schneuwly. Einziger Stürmer bei den Gästen ist Karanovic.

Nachdem man im ersten Heimspiel unter dem neuen Trainer gegen Servette vor zwei Wochen ein gutes Spiel gezeigt hatte, war man vor Wochenfrist gegen Lausanne auf der Pontaise chancenlos. Spannend zu betrachten sind dabei die Spielsysteme. Während Sforza gegen Servette mit einem 4-2-3-1 System spielen liess, war es gegen Lausanne ein 4-1-4-1-System. Mit welchem System Cheftrainer Sforza die Mannschaft spielen lässt, erfahren Sie, sobald die Aufstellungen bekannt sind. Übrigens droht immer noch einer Reihe von Spielern des FC Wil bei einer weiteren gelben Karte eine Sperre. Vorbelastet sind Audino, Cortelezzi, Gonçalves, Havenaar, Kostadinovic, Latifi, Lombardi, Savic, Schäppi und Silvio.

Heute geht es für die Wiler nach den Spielen gegen Leader Servette und das zweitplatzierte Lausanne gegen den FC Aarau, der momentan auf dem dritten Tabellenplatz steht. Die Aargauer haben nach einer mehr als bescheidenen Hinrunde den Tritt gefunden und sinid noch im Rennen um den Barrage-Platz. Damit die Rüebliländer aber am zweitplatzierten Lausanne-Sport dranbleiben können, ist heute ein Sieg Pflicht. Sonst beträgt der Abstand auf die Waadtländer ganze acht Punkte. Die Wiler Ihrerseits möchten sich aus Abstiegskampf fern halten. Momentan sind die Wiler acht Punkte vor Chiasso, das auf dem letzten Tabellenplatz liegt. Sollte man heute gewinnen, hätte man elf Punkte Vorsprung und die wichtigen 40 Punkte wären erreicht. Dann hätten die Wiler mit Abstiegskampf mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts mehr zu tun.

Hallo und herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier, liebe Freunde des Challenge-League-Fussballs, zum Liveticker des heutigen Heimspiels des FC Wil gegen den FC Aarau. Seien Sie ab 14.30 live dabei, wenn der FC Wil seinen ersten Sieg unter Ciriaco Sforza einfahren will. Durch den Nachmittag führt Sie heute Pascal Ibig.

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Die Vorschau:

Das Spiel bringt einige Brisanz mit. Und dies vor allem wegen Ciriaco Sforza. Der Übungsleiter des FC Wil ist in Wohlen im Kanton Aargau geboren, spielte als Aktiver noch vor seinem 20. Geburtstag während 18 Monaten auf dem Aarauer Brügglifeld und soll laut der «Aargauer Zeitung» im vergangenen Frühling beim FC Aarau einer von zwei Trainer-Kandidaten in der finalen Phase gewesen sein, ehe die Wahl auf den jetzigen Übungsleiter Patrick Rahmen fiel. So ergibt sich nun die Situation, dass Sforza ausgerechnet dem FC Aarau ordentlich in die Suppe spucken kann. Realisiert er mit dem FC Wil im vierten Spiel den ersten Sieg, wären die Rüebliländer wohl trotz weitgehend starken Darbietungen in diesem Frühjahr aus dem Aufstiegsrennen. Acht Punkte Rückstand auf das zweitplatzierte Lausanne könnten in den sechs verbleibenden Runden kaum mehr aufgeholt werden.

Die Wiler:

In erster Linie gilt das Augenmerk von Sforza aber nicht den Aargauern, sondern dem FC Wil. Und da gilt es, neben den Experimenten für die nächste Saison auch in dieser Spielzeit zu liefern. Dank der 0:5-Heimklatsche von Chiasso am Samstagabend gegen Lausanne beträgt der Vorsprung der Wiler auf die Abstiegszone immer noch beruhigende 8 Punkte – bei 18 noch möglichen Zählern für die Gegner. Trotzdem wäre gut, mal wieder einen Vollerfolg einzufahren, um auch ganz sicher keinen Blick mehr nach hinten richten zu müssen. Dabei stellt sich die Frage, welches Gesicht die Äbtestädter gegen Aarau zeigen. Präsentieren sie sich im Sonntags-Anzug, in welchem der designierte Aufsteiger Servette vor gut zwei Wochen an den Rand einer Niederlage gedrängt wurde? Oder ist es doch die Wochentags-Kleidung, in welcher man zuletzt den möglichen Barrage-Teilnehmer Lausanne nicht wirklich fordern konnte? Und einmal mehr stell sich zudem die Frage, ob die Ladehemmungen endlich abgelegt werden können. Mittlerweile ist es bald fünfeinhalb Monate her, seit die Wiler letztmals mehr als ein Tor in einem Spiel erzielt haben. Zwei Treffer gab es dafür am 11. August des Vorjahres beim 2:0-Heimsieg gegen FC Aarau.

Die Aargauer:

Die Gegensätze im Rüebliland könnten grösser kaum sein. Als der FC Aarau Ende Oktober den FC Wil im Brügglifeld empfing, war er Tabellenletzter und hatte bis dahin in elf Runden gerade einmal einen Sieg eingefahren. Seither setzte es in achtzehn Spielen – also einer ganzen Meisterschafts-Hälfte – nur noch eine Niederlage ab. Seit der 0:2-Pleite Ende Februar in Vaduz sind die Aargauer in sieben Partien unbesiegt geblieben. Und trotzdem ist der Rückstand auf den von Lausanne-Sport gehaltenen Barrage-Platz immer noch acht Punkte gross – bei einem Spiel weniger. Heisst konkret: Der FCA muss in der IGP-Arena unbedingt gewinnen, um realistische Aufstiegschancen zu wahren. Die beiden nächsten Gegner danach heissen Servette und Lausanne.

Der Spielleiter:

Es pfeift mal wieder David Schärli aus Oberkirch im Kanton Luzern. Er wird immer mehr zum «Haus»-Schiedsrichter des FC Wil. Dies ist nicht auf die Leistungen bezogen. Aber der Innerschweizer arbitriert in dieser Saison schon die sechste Meisterschaftspartie der Äbtestädter. Kein anderer Schiedsrichter hat mehr als vier FC-Wil-Spiele gepfiffen seit vergangenem Sommer. Die Bilanz liest sich aus Wiler Sicht so: Drei Siege in der Hinrunde, zwei Niederlagen in der Rückrunde.