Der Wurm ist drin beim FC Wil, und will so schnell nicht wieder raus. Von den vergangenen zwölf Spielen hat er nur ein einziges gewonnen und mittlerweile jede zweite Partie dieser Meisterschaft verloren. Einige Dinge ziehen sich bis anhin äusserst konstant durch die Saison. So zum Beispiel die Anfälligkeit bei stehenden Bällen. Von den nun 21 Gegentoren fielen deren 13 nach Standards. In Winterthur machten es die Wiler dem Gegner geradezu einfach, einen Corner zur frühen Führung zu nutzen. Nach einer Hereingabe des Wiler Cupsiegers Davide Callà hatte ein anderer ehemaliger Wiler im Äbtestäder Strafraum nicht einmal Geleitschutz. Lindrit Kamberi erzielte per Kopf sein erstes Tor im Profifussball.

Als dann die Winterthurer vier Minuten vor der Pause einen zweiten Schuss Richtung Wiler Tor abgaben, stand es hernach 2:0. Es passte ins Bild, dass der Abschluss Callàs von Wils Verteidiger Serkan Izmirlioglu noch unhaltbar abgefälscht wurde. Mit Minimalaufwand kamen die Gastgeber zu einer 2:0-Führung.

Erstes Tor nach fast viereinhalb Stunden

Somit erhielten die Wiler eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Sie selber taten sich da, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, deutlich schwerer. Nach dem frühen ersten Gegentreffer schüttelten sich die Gäste einmal und strebten den Ausgleich an. Mehrfach lag dieser in der Luft, mehrfach agierten die Äbtestädter im Abschluss zu überhastet. Maren Haile-Selassie hatte binnen zwei Minuten zwei vorzügliche Chancen und kam jeweils frei zum Abschluss. Einmal setzte er denn Ball neben das Tor, einmal war Winterthur-Goalie Dario Marzino noch dran.

Nachdem auch Captain Philipp Muntwiler im Abschluss gesündigt hatte, klappte es praktisch mit dem Pausenpfiff doch noch. Muntwiler bediente Krasniqi, der ins linke Eck einnetzte. Es war der erste Wiler Treffer nach fast viereinhalb Stunden Fussball.

Wil war besser – und naiver

Es folgte eine zweite Halbzeit, in welcher die Wiler zwar weiterhin bemüht waren, aber auch Mühe bekundeten, sich gute Chancen herauszuspielen. Die Eulachstädter waren mit ihren Nadelstichen zielstrebiger. Als der eingewechselte Adrian Gantenbein Mitte zweiter Halbzeit auf Roman Buess zurücklegte und dieser direkt zum 3:1 einschob, war das mehr als nur die Vorentscheidung. Denn die Wiler Vorstösse hatten in der Folge zu wenig Klarheit, um sich mit dem Anschlusstreffer eine spannende Schlussphase zu erarbeiten. Als Mergim Brahimi tief in der Nachspielzeit doch noch auf 3:2 verkürzte, war dies die letzte Aktion der Partie und es wurde nicht einmal mehr angespielt.

Die erst zweite Niederlage gegen den FC Winterthur in den letzten zwölf Direktduellen war Tatsache. Der Nuller war unnötig, weil die Wiler das bessere Team waren, aber halt auch das naivere. Ilan Sauter und Philipp Muntwiler kassierten in der Schussviertelstunde je die vierte Verwarnung der Saison und sind nun am kommenden Dienstag beim letzten Spiel des Jahres auswärts gegen Stade Lausanne-Ouchy gesperrt.

Im Video: Die Highlights des  Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 15. Runde:
Winterthur - Wil 3:2
Aarau - Thun 3:1
Chiasso - Kriens 3:2
Schaffhausen - Grasshoppers 2:1
Stade Lausanne-Ouchy - Xamax 1:0

FC Winterthur – FC Wil 1900 3:2 (2:1)

Schützenwiese: 5 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Schärli.

Tore: 3. Kamberi 1:0. 41. Callà 2:0. 45. Krasniqi 2:1. 65. Buess 3:1. 94. Brahimi 3:2.

FC Winterthur: Marzino; Lekaj (84. Omerovic), Baak, Kamberi; Arnold; Callà (46. Gantenbein), Ramizi (74. Mahamid), Pepsi (74. Emeghara), Wittwer; Buess, Alves (74. Volkart).

FC Wil 1900: Köhn; Mettler, Izmirlioglu, Sauter, Kronig; Muntwiler; Kamber, Krasniqi; Jones, Camara (79. Ballet), Haile-Selassie (66. Brahimi).

Bemerkungen: Winterthur ohne Spiegel, Muci, Schüpbach, Roth, Gonçalves, Costinha, Ltaief, Rama, Pauli (verletzt) und Kriz (nicht im Aufgebot). Wil ohne Talabidi (krank), De Mol, Abubakar, Ndau, Fazliu, Ismaili (verletzt), Paunescu, Mayer, Blasucci, Abaz und Krunic (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 44. Pepsi (Foul). 73. Buess (Foul). 79. Sauter (Unsportlichkeit, im nächsten Spiel gesperrt). 88. Muntwiler (Foul, im nächsten Spiel gesperrt).

Rangliste:
1. Grasshoppers  15/29. 2. Winterthur 15/27. 3. Winterthur 14/25. 4. Thun 15/25. 5. Stade Lausanne-Ouchy 14/24. 6. Schaffhausen 14/23. 7. Kriens 15/13. 8. Wil 14/13. 9. Chiasso 14/11. 10. Xamax 14/9.

Nächste Spiele (Nachtragsspiele):
Dienstag, 22. Dezember: Stade Lausanne-Ouchy - Wil (18.15 Uhr, 12. Runde), Chiasso - Schaffhausen  (18.15 Uhr, 12. Runde), Xamax -  Winterthur (19.00 Uhr, 7. Runde).

Im Video: Ilan Sauter zur Derby-Niederlage in Winterthur

 

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Der Liveticker:

Ich bedanke mich für das Interesse und wünsche ein gutes viertes Adventswochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Dienstagabend (22. Dezember) mit der letzten Partie des Jahres. Es ist das Nachtragsspiel am Genfersee gegen Stade Lausanne-Ouchy. Spielbeginn auf der Pontaise ist bereits um 18.15 Uhr. Auch von jenem Spiel berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Wieder nichts. Zum dritten Mal in Folge müssen die Wiler als Verlierer vom Platz. Dieses Mal war der Auftritt aber deutlich lebendiger als zuletzt in Schaffhausen. Es ist eine Niederlage, die insofern schmerzt, weil sie unnötig ist. Die Wiler haben 17:5-Schüsse zu ihren Gunsten und 58 Prozent Ballbesitz. Das müsste eigentlich für mindestens einen Punkt genügen, zumal gegen den Lieblingsgegner. Die mangelhafte Effizienz und mal wieder ein Standard-Gegentreffer bringen die Äbtestädter auch  heute auf die Verliererstrasse. Aus den letzten zwölf Partien hat nur ein einziger Sieg resultiert. Herzlich willkommen, Abstiegskampf.

Schlusspfiff: Der FC Winterthur gewinnt gegen den FC Wil mit 3:2.

94. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Brahimi zum 3:2-Anschlusstreffer. Nach Zuspiel von Krasniqi umspielt Brahii Marzino und schiebt ins leere Tor ein. Es wird danach aber nicht mal mehr angespielt. Die Messe ist gelesen.

92. Minute: Noch ein Freistoss für die Wiler von halbrechts aus rund 20 Metern Distanz. Brahimi nicht schlecht, aber neben das Tor. Goalie Marzino wäre da gewesen.

90. Minute: Drei Minuten Nachspielzeit gibt es noch, auch wenn die Entscheidung gefallen ist.

88. Minute: Auch Muntwiler macht die Reise nach Lausanne am Dienstag nicht mit. Nach einem zu harten Einsteigen an Volkart sieht "Munti" völlig zurecht Gelb. Eine unnötige Verwarnung.

87. Minute: Es riecht nicht nach Anschlusstreffer, obwohl die Wiler bemüht sind. Offensiv ist es zu wenig. 

84. Minute: Letzter Wechsel bei Winterthur: Lekaj hat Feierabend und wird durch Omerovic ersetzt.

83. Minute: Da scheint nichts mehr zu gehen heute Abend. Winterthur nun bei seinen Angriffsbemühungen gefährlicher. Es läuft auf die dritte Niederlage in Folge für die Wiler raus.

82. Minute: Jones alleine vor dem  Tor. Aber er trifft nicht. Hätte aber nicht gezählt, da ein Offside geahndet wird.

79. Minute: Wechsel bei Wil: Ballet kommt für Camara.

79. Minute: Gelb für Wils Sauter wegen einer Unsportlichkeit. Der fehlt somit am Dienstag beim letzten Spiel des Jahres in Lausanne. Es ist seine vierte Verwarnung in dieser Saison.

78. Minute: Womöglich schliesst Winterthur heute nach Verlustpunkten bis auf einen Zähler zu Leader GC auf. Die "Hoppers" liegen bei Schaffhausen nach einer Führung mittlerweile mit 1:2 zurück. Das Spiel läuft noch.

74. Minute: Ein Dreifach-Wechsel beim FC Winterthur: Vokhart kommt für Alves, Emeghara ersetzt Pepsi und Mahamid erescheint für Ramizi.

73. Minute: Torschütze Buess sieht nach einem Foul an Kronig Gelb.

73. Minute: Winterthur peilt die Entscheidung an: Ramizi kommt im Strafraum an den Ball. Doch Sauter und Köhn kriegen das gemeinsam geklärt. Eine vergebene Winterthurer Chance. Auch das gibt es also an diesem Abend.

72. Minute: Das Winterthurer Konzept scheint voll aufzugehen. Hinten gut stehen und kontern. So einfach ist es aktuell gegen den FC Wil.

69 .Minute: Wils Camara sollte eigentlich mal ein erstes Saisontor erzielen. Hier verhindert er aber ein Wiler Tor. Er steht in der Schussbahn von Brahimis Versuch. Das passt ins Bild. Es geht einfach etwas gar viel schief an diesem  Abend, in dieser Phase der Meisterschaft.

66. Minute: Erster Wechsel bei Wil: Brahimi kommt für Haile-Selassie.

65. Minute: TOOOOOR für den FC Winterthur durch Buess zum 3:1. Gantenbein geht über rechts durch, legt auf Buess zurück, der aus rund sieben Metern einschiebt. Weiterhin gilt: Gnadenlos effizient, diese Winterthurer.

62. Minute: Auch der dritte Winterthurer Abschluss hat es in sich: Alves wuchtet sich durch, bringt den Ball aber dann völlig überraschend nicht im Wiler Tor unter. Auch das gibt es.

61. Minute: Nach einer  Stunde hat Winterthur genau 2 Abschlüsse zu verzeichnen gehabt. 2 Tore gab's. Wil steht bei 13 Abschlüssen. 1 Tor gab's.

59. Minute: Erstaunlich, wie tief Winterthur steht. Die Gastgeber machen gar nichts, ausser auf Konter zu lauern.

58. Minute: Als Winterthur letztmals gegen Wil Heimrecht hatte, gab es ein 2:2. Heute auch?

56. Minute: Auf klare Wiler Chancen nach der Pause warten wir noch. Auf welche von Winterthur allerdings auch.

55. Minute: Aber zu nahe aufs Tor. Marzino hat den Ball sicher.

54. Minute: Corner Wil.

53. Minute: Die Wiler versuchen Winterthur hoch anzulaufen. Das gefällt.

51. Minute: Das Bemühen der Wiler ist weiterhin klar ersichtlich. Aber es braucht heute mal einen zweiten Treffer. Zwei Tore in einem Spiel, das ist den Äbtestädtern seit Ende September nicht mehr gelungen.

49. Minute:  Die Wiler beissen sich gleich wieder rein.

46. Minute: Einen Wechsel bei Winterthur hat es gegeben: Gantenbein ersetzte Callà. Der Ausgewechselte war ja zuvor verletzt. Eine Vorsichtsmassnahme?

46. Minute: Das Spiel läuft wieder.

Die Mannschaften kehren zurück. Gleich geht es weiter mit FC Winterthur gegen FC Wil.

Das Tabellenende ist aktuell übrigens nur noch vier Punkte entfernt. Denn Chiasso hat in der Schlussphase das Spiel gegen Kriens noch gedreht und mit 3:2 gewonnen. Die Entscheidung fiel in der 94. Minute. Letzter ist nun Absteiger Xamax, das bei Stade Lausanne-Ouchy mit 0:1 verloren hat. Es war die neunte Niederlage in Folge für die Neuenburger. Diese beiden Spiele sind beendet, das sie bereits um 19 Uhr begonnen haben.

Pausenfazit: Die Wiler sind das bessere Team - und liegen in Rückstand. Aber der Anschlusstreffer praktisch mit dem Pausenpfiff dürfte ihnen Selbstvertrauen geben. Es geht ja doch mit dem Toreschiessen. Mit einer Unkonzentriertheit waren die Gäste früh in Rückstand geraten, einmal mehr nach einem stehenden Ball. Dann passierte, was seit der 3. Meisterschaftsrunde nicht mehr passiert war: Ein herausgespielter Gegentreffer. Wenn die Wiler so weitermachen, ist hier aber allemal noch was drin.

Pausenpfiff: Der FC Winterthur führt zur Spielhälfte gegen den FC Wil mit 2:1.

45. Minute: Eine Minute Nachspielzeit gibt es noch.

45. Minute. TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Krasniqi zum 2:1-Anschlusstreffer. Es geht doch. Nach 264 Minuten treffen die Wiler mal wieder. Muntwiler schickt Krasniqi. Dieser von der Strafraumgrenze gekonnt ins linke Eck. Zweiter Saisontreffer für die Leihgabe des FC Zürich. Dieses Tor haben sich die Wiler wahrlich verdient.

44. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Winterthurs Pepsi sieht nach einem rüden Einsteigen an Muntwiler völlig zurecht den Karton.

43. Minute: Und wieder sind die Wiler gnadenlos ineffizient. Erneut sündigt Captain Muntwiler. Nach einem Krasniqi-Freistoss aus dem Halbfeld hat der Wiler Captain viel Platz, scheitet aber an Marzino. Was wollen die Gäste denn noch für Chancen?

41. Minute: TOOOOOOOR für den FC Winterthur durch Callà zum 2:0. Das ist der Unterschied zwischen Liga-Spitze und Liga-Keller. Winterthur ist gnadenlos effizient. Schöner Spielzug der Winterthurer. Callà schlägt noch einen Haken und trifft dann. Izmirlioglu fälscht unhaltbar ab. Wieder trifft ein Ex-Wiler.

39. Minute: In dieser Phase neutralisieren sich die beiden Teams im Winterthurer Nebel.

36. Minute: War da eine Hand Kamberis im Wnterthurer Strafraum dabei? Die Wiler reklamieren. Die TV-Bilder sagen: Höchstens ein bisschen Hand. Und sicher keine Absicht. Der Nicht-Penalty-Pfiff geht in Ordnung.

35. Minute: Wann treffen die Wiler mal wieder? Schon über vier Stunden warten wir auf einen Torerfolg der Äbtestädter.

33. Minute: Die Wiler Sturm- und Drang-Phase wurde etwas verdrängt.

30. Minute: Was macht denn da Köhn? Da springt der Ball auf dem holprigen Rasen vor ihm auf. Aus dem Abschlag wird eine Kerze. Aber schliesslich kriegt er das doch noch geklärt.

27. Minute: Und gleich das nächste Riesen-Ding für Haile-Selassie: Wieder kommt er, dieses Mal steil angespielt, an den Ball. Aber Marzino kann gerade noch klären. Der Corner bringt dann, einmal mehr, nichts ein. Da müssen sich die Wiler nun schon an der eigenen Nase nehmen, dass sie in Rückstand liegen.

25. Minute: Nun müsste es 1:1 stehen: Haile-Selassie kommt, eher zufällig, kurz vor dem Tor an den Ball. Er legt ihn sich zurecht und schiesst daneben. "Das gits doch nid", flucht Wils Trainer Frei Richtung Tribüne .Tja, da müsste effektiv mehr draus gemacht werden.

23. Minute: Beinahe das früheste Wiler Tor der Saison: Camara kommt zum Kopfball. Aber zu zentral angetragen. Genau auf Marzino.

23. Minute: Und ja: Auch heute kein Wiler Tor im ersten Viertel des Spiels. Noch gar nie haben die Äbtestädter in mittlerweile 15 Pflichtspielen dieser Saison vor der 24. Minute getroffen.

19. Minute: Gleich wieder Wil: Dieses Mal kommt Muntwiler zentral vor dem Tor zum Abschluss ausserhalb des Strafraums. Aber knapp einen Meter drüber. Die Gäste hatten in 19 Minuten schon mehr Abschlüsse als in Schaffhausen im ganzen Spiel.

18. Minute: Dann klärt Torschütze Kamberi eine gute Wiler Chance. Kamber hatte im Strafraum plötzlich Platz, blieb aber am Kamberi hängen.

17. Minute: Der bringt aber nichts ein. Wen die Wiler nur halb so effizient wären, wie sie anfällig sind.

16. Minute: Muntwiler mit der Chance: Er kommt im Strafraum ran, wartet aber zu lang mit dem Abschluss. Es gibt nun aber schon den vierten Corner für die Wiler.

15. Minute: Die Wiler sind am Drücker und kommen zu einem nächsten Corner.

12. Minute :Die Gäste reagieren und haben seit dem Gegentreffer mehr vom Spiel. Doch dann kommt wieder Winterthur: Callà, 2004 mit dem FC Wil Cupsieger geworden, mit halb Schuss, halb Flanke. Ein Fall und Ball für Köhn.

9. Minute: Da ist die Ausgleichs-Chance: Krasniqi hat am Strafraum etwas Platz und zieht ab. Aber Marzino ist in der kuren Ecke präsent. Corner. Der bringt aber in zwei Wellen nichts ein.

7. Minute: Auch heute gelingt es den Wilern also nicht, auswärts mal das erste Tor des Spiels zu erzielen. Das ist bisher in dieser Saison auswärts noch gar nie gelungen.

3. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Winterthur durch Kamberi zum 1:0. Der Ex-Wiler trifft. Und es wird ihm nicht wirklich schwer gemacht. Bewachung ist bei diesem Corner nicht auszumachen. Wieder ein Gegentor nach einem Standard. Von 19 Verlusttreffern fielen deren 13 bei ruhenden Bällen. Wahnsinn. Kälteststart für die Wiler. Die waren bisher noch gar nicht in der Platzhälfte der Winterthurer.

3. Minute: Corner Winterthur. Aber besser geklärt als am Dienstag in der Schlussminute in Schaffhausen. Nächster Corner.

2. Minute: Eine Buvette hat bei diesem Geisterspiel zwar nicht geöffnet. Aber die Nebelsuppe wurde serviert. Und was für eine. Schmeckt nicht.

1. Minute: Schiedsrichter Schärli musste noch etwas warten, bis der Feuerwerks-Nebel in den richtigen Nebel abgezogen ist. Aber jetzt rollt der Ball.

Tatsächlich: Ein Feuerwerk wird da noch gezündet hinter der Gegentribüne. Noch etwas mehr Nebel. Die Mannschaften sind da. Gleich geht es los mit FC Winterthur gegen den FC Wil. Viel Vergnügen.

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Ein wahres Geisterspiel Derby auf der Schützenwiese. (Bild: Simon Dudle)

Geleitet wird das Spiel von David Schärli aus Oberkirch im Kanton Luzern.

Winterthurs Trainer Ralf Loose lässt in einem 3-1-4-2-System wie immer in dieser Saison mit Goalie Marzino beginnen. Die Abwehr bilden von rechts nach links Lekaj, Baak und Kamberi. Davor spielt Arnold. Das Mittelfeld bestücken von rechts her gesehen Captain Callà, Ramizi, Pepsi und Wittwer. Die beiden Stürmer sind Buess (rechts) und Alves. Buess und Callà, beim Hinspiel noch verletzt und für dieses Spiel fraglich, sind rechtzeitig fit geworden.

Kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Die Wiler beginnen in einem 4-1-2-3-System mit Köhn im Tor. Die Verteidigung bilden von rechts her gesehen Mettler, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Captain Muntwiler gibt den Scheibenwischer. Davor spielen Kamber (rechts) und Krasniqi. Die drei Stürmer sind von rechts nach links Jones, Camara und Haile-Selassie. Das dürfte wohl flexibel gehandhabt werden. Auffallend: Routinier Brahimi ist nur Ersatz. Fazliu steht nicht im Aufgebot, da verletzt. Er hat muskuläre Probleme aus dem Dienstags-Spiel in Schaffhausen «mitgenommen». Nicht Schlimmes. Man will heute aber nichts riskieren.

Die Winterthurer rücken über Nacht auf Platz zwei vor, wenn sie heute gewinnen. Die Wiler müssen den Blick nach hinten richten, wo Chiasso und Kriens in dieser Runde aufeinandertreffen. Zumindest ein Team wird punkten. Holen die Wiler den ersten Auswärtssieg seit der Start-Runde oder bleiben sie im Hamsterrad stecken?

Wie viel Kraft ist noch in den Tanks? Auch diese Frage wird heute zu beantworten sein. Während sich die Wiler in der zweiten Englischen Woche hintereinander befinden, ist es beiden Winterthurern schon die vierte in Folge. Seit bald einmal einem Monat tragen die Eulachstädter durchgehend zwei Partien pro Woche aus. Es ist heute ihr neuntens Spiel binnen einen Monats.

Derby-Time zu Beginn dieses vierten Advents-Wochenendes. So spät im Jahr wurde in der Challenge League noch gar nie gespielt. Und es ist für die beiden dienstältesten Teams dieser Liga noch nicht einmal das letzte Spiel des Jahres. Herzlich willkommen von der nebeligen Winterthurer Schützenwiese zum Regional-Derby FCW gegen FCW: FC Winterthur gegen FC Wil. Simon Dudle tickert durch ein hoffentlich kurzweiliges Spiel.

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Die Vorschau:

Von den vergangenen elf Partien haben die Wiler nur eine einzige gewonnen. Es war am 8. Dezember das Nachtrags-Heimspiel gegen den FC Winterthur. Robin Kamber, ehemaliger Spieler des Winterthurer FCW, erzielte damals per Kopf seinen bisher einzigen Saisontreffer. Dass es ausgerechnet gegen die Eulachstädtere geklappt hat, kam wenig überraschend, sind diese doch Wils Lieblingsgegner und bezogen im Bergholz schon sie sechste Niederlage in Folge. Zudem fielen damals mit Roman Buess und Captain Davide Callà zwei wichtige Winterthurer Teamstützen verletzt aus.

Die beiden sind auch für das «Rückspiel» am Freitagabend fraglich. Unabhängig davon scheint die Aufgabe für die Wiler – statistisch – schwieriger zu sein als vor zehn Tagen. Denn während sich die Winterthurer in der Fremde zuletzt schwer taten und dreimal in Folge nicht als Sieger vom Platz schritten, sieht es zuhause ganz anders aus. Eine Niederlage gab es im laufenden Championat in den sechs bisherigen Auftritten in Winterthur noch nicht. Zuletzt wurden Stade Lausanne-Ouchy, Chiasso und Xamax je besiegt, mit einem Gesamt-Skore von 8:1. Da die Mannschaft von Trainer Ralf Loose zum Ende der vergangenen Saison im Zürcher Utogrund ihre Heimspiele austrug, da in Winterthur ein neuer Rasen verlegt wurde, lässt sich sagen: Die letzte Niederlage des FC Winterthur auf der Schützenwiese datiert vom 21. Februar und liegt bald neun Monate zurück. Es war ein 0:4 gegen den später Aufsteiger Lausanne-Sport.

Trotz Goalie-Verletzungspech die beste Abwehr

Nicht nur darum wird es für die Wiler schwierig. Denn die Winterthurer sind in dieser Saison defensiv viel stabiler als auch schon. Erst 14 Gegentore wurden zugelassen. Keine anders Team der Liga musste weniger Bälle aus dem eigenen Netz fischen. Dieser positive Wert kommt zustande, obwohl Stammgoalie Raphael Spiegel seit Saisonbeginn wegen einer Adduktorenverletzung fehlt. Da vorerst auch der von Wil geholte Ersatzgoalie Gianluca Tolino verletzt ausfiel, wurde bis zum Ende der Vorrunde von den Young Boys der nun 24-jährige Dario Marzino verpflichtet.

Bei den Wilern geht es darum, ein zuletzt negativer werdendes Gesamtbild zu korrigieren. Trainer Alex Frei hat von seiner Mannschaft in dieser Saison bisher gesehen, dass sie Leistungen zwischen sehr gut und sehr schlecht abzurufen im Stande ist. Vor allem offensiv waren die Darbietungen zuletzt allerdings dürftig. In den elf Spielen mit nur einem Sieg erzielten die Äbtestädter nie mehr als ein Tor – und total gerade einmal fünf Treffer. Somit stellen die Wiler aktuell den schlechtesten Angriff der gesamten Challenge League.

Muntwiler wieder einsetzbar

Finden die Äbtestädter ausgerechnet beim heimstarken Lieblingsgegner zurück in die Spur? Wirklich überraschen würde es nicht. «Derbys sind spezielle Spiele. Die Tagesform dürfte entscheiden», sagt Frei vor der kurzen Reise auf die Schützenwiese. Der Wiler Übungsleiter ist übrigens vorbelastet. Bereits dreimal wurde er in dieser Saison verwarnt. Kommt am Freitag eine weitere gelbe Karte dazu, kann er sich am kommenden Dienstag die Reise ans letzte Spiel des Jahres in Lausanne schenken.

Neben Frei sind vier Spieler schon dreimal verwarnt worden in dieser Saison und somit vorbelastet: Samel Ballet, Mergim Brahimi, Ilan Sauter und Captain Philipp Muntwiler. Letzterer ist im Winterthur-Spiel wieder einsetzbar, nachdem er am Dienstag in der Schlussphase der Partie gegen Schaffhausen angeschlagen ausgewechselt werden musste.