Es sah ziemlich gut aus, was die Wiler da produzieren. Und das in den meisten der bisherigen fünf Meisterschaftsspiele. Ausser in gewissen Phasen gegen GC war man jedem Widersacher mindestens ebenbürtig. Das Problem: Die Äbtestädter sind nur noch auf Platz acht der Tabelle klassiert. Dies, weil sie zuletzt dreimal in Folge verloren, in jedem dieser Spiele dem Gegner mindestens ein Tor geschenkt und selber nur einmal getroffen haben – in den drei Spielen zusammen.

Das Spiel in Neuenburg war ein Abbild der aktuellen Phase, in welcher sich die Äbtestädter gerade befinden. Wiederum lief der Ball teilweise über mehrere Stationen mit Direktspiel schön durch die eignen Reihen. Die ganz grosse Torgefahr resultierte aber zu selten. So war es kein Zufall, dass der einzige Wiler Treffer nach einem ruhenden Ball fiel. Nach einem Corner von links von Maren Haile-Selassie nickte Noah Jones keine zwei Minuten nach der Einwechslung ein. Es war der erste Wiler Treffer nach 4 Stunden und 21 Minuten.

Wiler Einladungen

Und vor allem war es «nur» der Anschlusstreffer. Denn schon vor der Pause hatten die Wiler den Xamaxien zwei Tore auf dem Silbertablett serviert, vor allem das erste. Valon Fazliu bemühte sich weit hinten um einen Ball, um diesen weiter rückwärts Richtung Goalie Philipp Köhn zu spielen. Nur geriet der Versuch deutlich zu kurz und die Gastgeber konnten erben. Den ersten Abschluss von Louis Mafouta konnte Köhn mit dem Fuss noch abwehren. Doch im Nachschuss hatte Thibault Corbaz das komplett verwaiste Tor vor sich und traf. Noch vor der ersten Chance des Spiels lag Xamax in Führung, ohne selber viel dafür zu tun.

In der Folge lag der Wiler Ausgleich in der Luft. Doch der Treffer fiel neuerlich auf der anderen Seite. Am Ende einer Szene, die so nicht hätte geschehen dürfen, musste Köhn einen Penalty verursachen. Doch der zweite Gegentreffer wurde trotzdem Tatsache. Zwar trat der 37-jährige Xamax-Routinier Raphaël Nuzzolo einer seiner schlechteren Elfmeter. Jedoch schickte er Köhn in die andere Ecke. So führte Xamax zur Pause mit freundlicher Unterstützung der Wiler 2:0. Diesen war es auch im sechsten Pflichtspiel der Saison nicht gelungen, in der ersten Hälfte einen Treffer zu erzielen Zudem geriet er auch im sechsten Pflichtspiel mit 0:1 in Rückstand.

Zu wenig effektiv

Es war den Gästen zugute zu halten, dass sie in keiner Phase des Spiels aufgaben, obwohl je länger je weniger für sie sprach und sie Mühe bekundeten, aus ihren guten Ansätzen hochkarätige Torchancen zu kreieren. Nach dem Anschlusstreffer, der zehn Minuten vor Schluss fiel, änderte sich im Grundsatz nichts an der Spielanlage. Die Wiler drückten und waren mehrheitlich in der Xamax-Platzhälfte. Doch eine echte Ausgleichschance wollte nicht mehr resultieren.

Hatte man nach zwei Spielen und sechs Punkten auf Tabellenplatz zwei von einem optimalen Saisonstart gesprochen, so hat sich dies nun relativiert. Drei Niederlagen später müssen die Wiler möglichst schnell lernen, dass schön spielen allein nichts bringt. Und es wird nicht einfacher. Denn am Samstag gastiert der neue Leader der Challenge League in Bergholz. Nein, nicht die Grasshoppers, Thun, Aarau oder Winterthur. Sonden der FC Stade Lausanne-Ouchy, der als einziges Team der Liga noch unbesiegt ist.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 5. Runde:
Xamax - Wil 2:1
Kriens - Grasshoppers 5:2
Stade Lausanne-Ouchy - Chiasso 4:1
Thun - Winterthur 0:1
Schaffhausen - Aarau 1:2

Neuchâtel Xamax FCS – FC Wil 1900 2:1 (2:0)

Maladière: 2717 Zuschauer. – Sr: Piccolo.

Tore: 8. Corbaz 1:0. 37. Nuzzolo (Foulpenalty) 2:0. 81. Jones 2:1.

Neuechâtel Xamax FCS: Walthert; Ouattara, Djuric (46. Kaiser), Gomes, Morgado; Mbock (85. Teixeira), Corbaz (72. Basha), Mweng, Parapar; Mafouta (89. Dugourd), Nuzzolo.

FC Wil 1900: Köhn; Talabidi, Izmirlioglu (67. Muntwiler), Sauter, Kronig (85. Schäppi); Sarcevic (79. Mätzler), Krasniqi (79. Jones); Brahimi (67. Kamber), Fazliu, Haile-Selassie; Ballet.

Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Farine, Pasche, Epitaux, Frick, Dominguez, Kempter (verletzt), Rodriguez, Roth und Hummel (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Camara, Mayer, Ndau, Ismaili, Zumberi (verletzt), Abubakar, Paunescu und Blasucci (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 11. Parapar (Foul). 31. Corbaz (Foul). 36. Köhn (Foul). 56. Walthert (Unsportlichkeit). 56. Gomes (Unsportlichkeit). 56. Izmirlioglu (Unsportlichkeit). 67. Ballet (Foul). 73. Ouattara (Foul). 92. Sauter (Reklamieren).

Rangliste:
1. Stade Lausanne-Ouchy 5/11. 2. Winterthur 5/10. 3. Kriens 5/9. 4. Grasshoppers 5/9. 5. Xamax 5/9. 6. Schaffhausen 5/7. 7. Aarau 5/7. 8. Wil 5/6. 9. Thun 5/4. 10. Chiasso 5/0.

Nächste Spiele (6. Runde):
Freitag, 23. Oktober: Kriens - Thun (20.00 Uhr).
Samstag, 24. Oktober: Wil - Stade Lausanne-Ouchy (17.30 Uhr), Winterthur - Chiasso (18.00 Uhr), Aarau - Xamax (18.30 Uhr), Grasshoppers - Schaffhausen (19.00 Uhr).

Im Video: Darum glaubt Alex Frei an die Wende zum Guten

 

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Der Liveticker:

Ich bedanke mich für das Interesse an diesem Liveticker und wünsche eine gute Rest-Woche. Abstand halten und Händewaschen nicht vergessen. Bis bald auf hallowil.ch.

Die Englische Woche wird am kommenden Samstag abgeschlossen. Dann empfängt der FC Wil ab 17.30 Uhr im heimischen Bergholz Stade Lausanne-Ouchy, das als einziges Team der Liga noch unbesiegt ist. Auch dieses Spiel können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen.

Schlussfazit: Der FC Wil bezieht die dritte Niederlage in Folge und rutscht in der Tabelle auf den achten Platz ab. Die Leistung als solches ist nicht schlecht. Die Wiler haben mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse. Aber sie sind einmal mehr zu naiv. Beide Gegentreffer wären zu verhindern gewesen. Vor allem der erste darf so nicht fallen. Da Xamax alles andere als ein übermächtiger Gegner war, schmerzt auch diese Niederlage. Immerhin gelingt mal wieder ein Treffer. Damit können sich die Wiler allerdings nichts kaufen. Fünf Spiele, sechs Punkte. Das mit dem gelungenen Saisonstart war mal.

Schlusspfiff auf der Maladière: Der FC Wil verliert gegen Neuchâtel Xamax mit 1:2.

93. Minute: Die Nachspielzeit ist bisher aus Wiler Sicht schwach. Gleich mehrere unnötige Fouls begehen sie. So kommen die Gäste dem Ausgleich nicht mehr nahe.

92. Minute: Gelb für Sauter. Sein Gefluche war wohl noch auf der anderen Seeseite zu hören.

92. Minute: Ach, diese einfachen Fehlpässe bei den Wilern.

90. Minute: Vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

90. Minute: Die Wiler drücken und machen und tun. Aber die Zeit zerrinnt. Unnötige Fouls wie hier von Sauter kommen da reichlich ungelegen.

88. Minute: Nächster Wechsel bei Xamax: Mafouta wird ersetzt durch Dugourd.

87. Minute: Da segelt ein Ball quer durch den Xamax-Strafraum. Aber kein Wiler Abnehmer da.

87. Minute: Die Wiler drücken. Aber wo ist die Chance?

86. Minute: Ein letzter Wechsel beim FC Wil: Kronig wird ersetzt durch Schäppi.

85. Minute: Xamax wechselt nochmals: Mbock ist raus, Teixeira drin.

84. Minute: Die  Wiler nun mit neuer Hoffnung. Aber ein Freistoss aus dem Halbfeld von Fazliu landet in der kleinen Mauer.

81. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Jones zum 2:1-Anschlusstreffer. Nach 261 Minuten ist es soweit und die Wiler treffen wieder. Ein Corner von links von Haile-Selassie findet den unmittelbar zuvor eingewechselten Jones, der den Ball einnickt. Herzlich willkommen zurück, liebe Spannung.

79. Minute: Da ist der Doppelwechsel: Jones kommt für Krasniqi und Mätzler für Sarcevic.

78. Minute: Zuerst aber noch eine Xamax-Topchance. Den Schuss von Parapar kann Köhn gerade noch über die Latte lenken. Der Corner bringt dann nichts ein.

78. Minute: Das Spiel plätschert derzeit in Richtung Schlussphase, auch wenn der eingewechselte Muntwiler lautstark sein Team anzutreiben versucht. Ein Wiler Doppelwechsel steht an.

76. Minute: Die Wiler sind bemüht. Aber vorne ist mittlerweile ziemlich Flaute. Auch wenn die Gäste ein optisches Übergewicht haben, so deutet derzeit nicht wirklich viel auf einen Wiler Treffer hin.

75. Minute: Die Wiler sind jetzt übrigens schon über vier Stunden ohne Torerfolg. Und sie bräuchten ziemlich dringend zwei Treffer in einer Viertelstunde. Hm ...

73. Minute: Weiteres taktisches Foul von Xamax, weitere Verwarnung: Outtara sieht Gelb.

72. Minute: Xamax wechselt: Torschütze Corbaz hat Feierabend und bekommt Applaus. Neu mit dabei ist Basha.

69. Minute: Das sieht oftmals gut aus bei den Wilern. Aber die letzte Aktion kommt dann halt gar nicht in dieser Phase. Aber aufgegeben haben sie sich noch nicht, die Gäste.

68. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Muntwiler kommt für Izmirlioglu. Und Kamber ersetzt Brahimi.

67. Minute: Gelb für Wils Ballet nach einem Frust-Foul in der Xamax-Hälfte an Parapar. Das war gar dunkelgelb.

66. Minute: Outtara von Xamax ist da selber erstaunt, dass er keine Wiler Gegenwehr spürt. Er schliesst von knapp ausserhalb des Strafraums ab. Doch Köhn taucht ab und hat den Ball.

65. Minute: Den eigenen Strafraum schirmen die Neuenburger ziemlich gut ab. Da tun sich die Wiler schwer, reinzukommen. Und die Zeit läuft. Bald schon ist die Hälfte der zweiten Hälfte rum.

62. Minute: Einem Treffer ist zuerst aber mal Xamax nahe: Ein Freistoss von rechts von Mbock in den Strafraum bringt einen Kopfball von Parapar. Aber rund einen halben Meter drüber.

61. Minute: Die Wiler sind zwar bemüht. Aber irgendwie fehlt immer so ein bisschen was. Die Xamax-Gegenstösse haben mehr Power. Ist aber auch einfacher bei Kontern. Die Wiler brauchen ein Tor.

57. Minute: Brahimi mit der nächsten Wiler Chance. Und dann ist es Tatsache: Die Wiler bringen auch in diesem Spiel keinen Treffer vor der 57. Minute hin. Und das im sechsten Pflichtspiel dieser Saison.

56. Minute: Da regnet es Karten wegen Unsportlichkeiten: Gomes und Goalie Walthert werden auf Seiten von Xamax verwarnt. Bei Wil trifft es Izmirlioglu. Viel Gelb für ziemlich wenig.

54. Minute: 2717 Zuschauer sind heute übrigens dabei.

53. Minute: Was auch zu sagen ist: Die Xamax-Konter werden richtig gut gespielt. Der Ball läuft jeweils direkt.

51. Minute: Nochmals die Wiler: Ballet von ausserhalb des Strafraums mit einem Schuss. Aber knapp daneben. Da geht ein Raunen durchs Rund.

48. Minute: Auf beiden Seiten wird es da grad heiss: Im Wiler Strafraum muss Köhn vor dem heranstürmenden Mafouta eingreifen. Sonst wäre das 3:0 gefallen. Im Gegenzug wird ein Wiler Abschluss geblockt. Es geht sogleich was nach Wiederbeginn.

46. Minute: Xamax hat einmal gewechselt: Kaiser ersetzt Djuric. Wil hat noch nicht getauscht.

46. Minute: Der Ball rollt wieder.

Die Mannschaften sind zurück. Gleich geht es weiter mit  Xamax gegen Wil. Was fällt den Wilern noch ein?

Pausenfazit: In der Blitztabelle der Challenge League gibt es einen neuen Leader: Stade Lausanne-Ouchy. Die führen zur Pause gegen Chiasso 3:0, während GC in Kriens mit 0:1 zurückliegt. Stade Lausanne ist ja Wils nächster  Gegner am Samstag. Wil aktuell übrigens nur noch auf Platz 8.

Pausenfazit: Direkt neben dem Neuenburgersee lässt sich sagen: Die Wiler nehmen sich selber den Wind aus den Segeln. Dass beim 1:0 ausgerechnet Routinier Fazliu einen viel zu legèren Rückpass spielt, ist auswärts gegen Xamax Gift. Danach fangen sich die Wiler schnell und nähern sich dem Ausgleich an. Doch es folgt ein Penalty für die Gastgeber in einer Szene, die nicht zwingend aussah. Somit bleiben die Wiler auch im sechsten Pflichtspiel dieser Saison vor der Pause ohne Torerfolg. Und es bleibt auch dabei, dass sie immer den ersten Treffer das Spiels kassieren, statt ihn mal zu schiessen. So wird das nun zu einer Herkulesaufgabe, zumal Xamax jederzeit für weitere Treffer gut ist. Es deutet momentan nicht viel darauf hin, dass die Negativ-Serie gegen Xamax heute enden wird. Es droht die siebte Niederlege hintereinander gegen die Neuenburger.

Pausenpfiff auf der Maladière: Der FC Wil liegt gegen Neuchâtel Xamax mit 0:2 zurück.

45.+1. Minute: Das passt: Talabidi flankt völlig unbedrängt wirklich weit über das Tor. Da testet er das Feld in der gesamten Höhe.

45. Minute: Eine Minute Nachspielzeit gibt es noch.

45. Minute: Xamax dem 3:0 nahe. Da muss ein Wiler knapp vor der Linie klären. So blöd es tönt: Aber jetzt müssen die Gäste diesen 0:2-Rückstand in die Pause nehmen und sich dann neu ordnen.

44. Minute: Und dann fällt von Alex Frei das Wort, welches mit Sch ... beginnt. Es ist im ganzen Stadion zu hören. Es sind diese Unkonzentriertheiten, mit welchen sich die Wiler hier selber aus dem Spiel nehmen und ihren Trainer zur Weissglut treiben.

40. Minute: Jetzt drückt Xamax gar auf das 3:0. Dieser zweite Genickschlag scheint den Wilern zuzusetzen. Bitter, bitter. Aber defensiv halt doch viel zu "grün", um es mal so zu sagen.

37. Minute: TOOOOOOR für Neuchâtel Xamax durch Nuzzolo per Foulpenalty zum 2:0. Den lässt sich der Routinier nicht entgehen und macht den dritten Saisontreffer. War nicht mal gut geschossen, halbrechts. Aber Köhn ist in der falschen Ecke.

36. Minute: Köhn, der das Foul ziehen musste, wird noch verwarnt.

36. Minute: Penalty Xamax. Wieder so ein unnötiges Ding.

34. Minute: Tatsächlich ein prima Versuch, allerdings von Ballet. Scharf, mit Zug. Aber noch besser die Reaktion von Walthert. Der taucht ab und hat den Ball. Zwar kommt Haile-Selassie noch zum Nachschuss, kann die Murmel aber nicht wie gewünscht kontrollieren und schiesst daneben. Das war die beste Wiler Chance. Nochmals: Der Ausgleich wäre in dieser Phase verdient.

32. Minute: Gute Chance nun für Wil: Freistoss aus 18 Metern, zentral vor dem Tor. Das ist die Chance für Fazliu, den Bock vor dem 1:0 wieder gutzumachen.

31. Minute: Der nächste Xamaxien wird verwarnt: Es tritt Torschütze Corbaz. Der zupft und zerrt an Fazliu, bis es in der Mittelzone zurecht Gelb gibt. Ein taktisches Foul, wie es im Lehrbuch steht.

28. Minute: Die Wiler kommen der Sache näher und hätten sich mittlerweile den Ausgleich verdient. Xamax verlegt sich im Stile einer Gastmannschaft aufs Kontern. Da gilt es aber höllisch aufzupassen, da gehörig Tempo drin ist bei den Gegenzügen.

26. Minute: Krasniqi schlägt einen  Freistoss von links in den Strafraum. Dieses Mal Walthert nicht mehr ganz so sicher. Mit den Fäusten aber sicher genug, um die Szene zu klären.

23. Minute: Xamax lässt die Führung wirken - und Wil spielen. Schaffen die Äbtestädter einen ersten Treffer dieser Saison vor der 57. Minute? Seit über 200 Minuten sind sie nun schon ohne Torerfolg.

18. Minute: Die Wiler zeigen aber eine Reaktion und sind momentan spielbestimmend. Und sie kommen auch zu Abschlüssen. Noch fehlt der ganz grosse Aufreger. Brahimi versucht es, aber knapp am Tor vorbei.

15. Minute: Nach Chancen steht es 0:0. Nach Toren 1:0 für Xamax. Bitter. Dann ein erster Abschluss der Wiler: Krasniqi kommt im Strafraum an den Ball. Doch sein Abschluss ist zu zentral auf Goalie Walthert angesetzt. Der hat den Ball sicher.

11. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Es trifft Parapar von Xamax, der Talabidi nahe der Seitenauslinie richtiggehend umsäbelt. Zum Glück kann der Wiler Aussenverteidiger nach der Pflege weitermachen.

8. Minute: TOOOOOR für Neuchâtel Xamax durch Corbaz zum 1:0. Du meine Güte. Was machen den die Wiler da? Ein Komplett-Aussetzer in der eigenen Abwehr. Da war nicht im Ansatz Gefahr und die Wiler hatten den Ball unbedrängt. Ein Fazliu-Rückpass Richtung Köhn gerät deutlich zu kurz. Corbaz hat plötzlich das komplett verwaiste Tor und muss nur noch in den leeren Kasten einschieben. Was für ein Gastgeschenk. Also ein Geschenk der Gäste. Somit geraten die Wiler auch im sechsten Pflichtspiel der Saison in Rückstand. Wie in bisher jeder Partie.

7. Minute: Dann darf sich auch Köhn erstmals bewegen. Bei einer Hereingabe von rechts muss er abtauchen, um den Ball zu fangen. Kein Problem. Keine Gefahr.

6. Minute: Xamax-Trainer Henchoz dürfte schon bald mal heiser sein. Was der schon alles zu korrigieren hat in den  ersten fünf Minuten. Wahnsinn. Dabei ist noch gar nichts passiert. Hüben wie drüben.

3. Minute: Erste Flanke in den Neuenburger Strafraum von Fazliu. Aber Walthert ist auch schon im Spiel angekommen und hat den Ball. Die Wiler versuchen den Gegner schon tief in dessen Hälfte zu stören.

1. Minute: Sarcevic scheint effektiv bis in die Haarspitzen geladen. Er holt sich nach einem Foul an Mweng schon in der Startminute eine Ermahnung ab.

1. Minute: Der Ball rollt ...

So, die Zuschauer kommen langsam aus der gemütlichen Espace Gilbert Facchinetti auf die Tribüne. Und die Spieler aus dem Spielertunnel. Man macht sich bereit. Beste Bedingungen für den Plastik-Kick. 11 Grad werden gemessen. Recht angenehm für die zweite Oktober-Hälfte. Gleich geht es los mit Neuchâtel Xamax gegen FC Wil. Viel Spass.

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Noch wird Eingelaufen. In Kürze geht es los.

Geleitet wird das Spiel von Luca Piccolo aus Bellinzona.

Xamax-Trainer Stéphane Henchoz lässt in einem 4-4-2-System mit Goalie Walthert beginnen. Die 4er-Abwehr bilden von rechts nach links Ouattara, Djuric, Gomes und Morgado. Im Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Mbock, Corbaz, Mweng und Parapar. Die beiden Stürmer sind Mafouta (rechts) und Nuzzolo.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Die Wiler beginnen in einem 4-2-3-1-System mit Köhn im Tor. Die Verteidigung bilden von rechts her gesehen Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Im defensiven Mittelfeld laufen Sarcevic (rechts) und Krasniqi auf. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Brahimi, Fazliu und Haile-Selassie. Einziger Stürmer ist Ballet. Das Auffälligste: Captain Muntwiler sitzt nur auf der Bank und wird durch Sarcevic ersetzt. «Ivan kriegt mal eine Chance», sagt FC-Wil-Medienchef Dani Wyler. Captain ist heute Brahimi. Verletzt sind Klein, Camara, Ismaili, Mayer, Ndau und Zumberi. Nach vier Spielen bereits vorbelastet ist nicht Captain Muntwiler, sondern Talabidi. Wird er heute erneut verwarnt, fehlt er am Samstag zuhause gegen Stade Lausenne-Ouchy.

Über den direkten Vergleich dürfte Wils Trainer Alex Frei im Vorfeld wohl nicht gesprochen haben. Denn das wäre alles andere als motivierend. Die letzten sechs Spiele zwischen Xamax und dem FC Wil gingen alle an die Neuenburger. Schon neunmal in Folge konnte er FC Wil gegen Xamax nicht gewinnen. Es wäre also an der Zeit. Der letzte direkte Vergleich fand im Mai 2018 statt. Xamax zelebrierte damals vor über 9000 Zuschauern hier auf der Maladière den Aufstieg in die Super League. Kein einziger Wiler, der damals im Kader stand, ist auch heute noch dabei.

Der Dienstagabend ist diese Woche ein Fussballabend. In der Challenge League wird eine Englische Woche gespielt. Der FC Wil gastiert bei Super-League-Absteiger Xamax, der seit einer Fusion förmlich korrekt Neuchâtel Xamax FC Serrières heisst. Wir bleiben dann mal bei Xamax. Simon Dudle ist in der Maladière und tickert durch einen hoffentlich spannenden Fussball-Abend.

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Die Vorschau:

Wie tief sitzt der Stachel von Freitagabend? Der Frust nach der 0:1-Heimniederlage gegen den SC Kriens war gross, weil sie zu verhindern gewesen wäre. Mindestens ein Punkt hätte resultieren sollen, ja müssen. Neben der fehlenden Reife beim entscheidenden Gegentreffer war es auch so, dass es nicht für die Wiler lief. Nachdem ihnen in den ersten beiden Partien gegen Aarau und Thun das Matchglück noch hold gewesen war, ist dieses gegen GC und Kriens abhandengekommen.

Das Positive am Kriens-Spiel: Die Wiler kamen zu diversen hochkarätigen Möglichkeiten und trafen zweimal den Pfoten. Wenn dies auch in den nächsten Partien wieder so eintritt, werden die Tore fallen.

Xamax hat ein Gerüst behalten

Der nächste Gegner hat es aber in sich und heisst Xamax. Die Neuenburger haben es am vergangenen Freitag geschafft, Top-Team GC die erste Saisonniederlage zuzufügen – und dabei nicht einen einzigen Schuss auf das eigene Tor zuzulassen. Dies war zu einem guten Teil aber auch er mangelhaften Präzision der Zürcher geschuldet. Die Neuenburger gewannen, obwohl die Limmatstädter doppelt so lange am Ball gewesen waren.

Es scheint so, als würde sich der Super-League-Absteiger langsam an die etwas rauere Gangart der Challenge League gewöhnt haben. Dies allerdings nach einer Angewöhnungszeit, die ziemlich hart war. Die ersten Resultate nach dem Abstieg lesen sich so: Im Cup eine 1:4-Heimklatsche gegen Kriens. Sechs Tage später setzte es gegen denselben Gegner in dessen Stadion eine 1:3-Niederlage ab, gefolgt von einem 0:3-Fehltritt zuhause gegen Schaffhausen. Im Krisen-Gipfel gegen Thun gab es dann aber den Befreiungsschlag in Form eine 3:1-Erfolges, gefolgt von besagtem 1:0-Sieg gegen GC. Somit haben die Xamaxien zuletzt Selbstvertrauen getankt und gezeigt, dass sie jeden in dieser Liga zu schlagen imstande sind.

Noch nie den ersten Treffer erzielt

Es würde ja auch erstaunen, wenn die Neuenbuger nicht oben mitspielten. Denn mehrere Teamstützen sind trotz Abstieg geblieben. Angefangen bei Goalie Laurent Walthert, der seit 2013 Xamax-Goalie ist und somit den Aufstieg von der 1. Liga in die Super League mitgemacht hat. Auch Igor Djuric und Mike Gomes sind noch da. Und vor allem Stürmer Raphaël Nuzzolo. Vor dem Spiel gegen GC wurde der mittlerweile 37-Jährige für 500 Partien in den zwei höchsten Schweizer Ligen geehrt, davon 400 in der Super League.

Zurück zu den Wilern: Diese tun gut daran, sich von den zwei Niederlagen nicht zu sehr beeindrucken zu lassen. Auch sie haben bewiesen, gegen GC mithalten zu können. So klar, wie die 0:3-Niederlage im Letzigrund scheint, war die Sache nicht und die Äbtestädter hatten mehr Abschlüsse zu verzeichnen. Wichtig wäre, mal in Führung zu gehen. In jedem der fünf bisherigen Pflichtspiele dieser Saison gelang dem Gegner den ersten Treffer. Noch nie durften sich die Wiler über ein Torx§ vor der 57. Minute freuen. In drei dieser fünf Partien blieben die Wiler gar ganz ohne Torerfolg. Da diese «Englische Woche» ein Richtungsweiser für die noch lange Saison ist, ist das Xamax-Spiel innerhalb dieses Richtungsweisers ein Richtungsweiser.

Vertrag mit verletztem Spieler vorzeitig verlängert

Am Tag vor dem Spiel vermeldet der FC Wil zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Der Kontrakt mit Eigengewächs Argtim Ismaili wird vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2022 prolongiert. Wegen einer Hüftoperation fällt der 21-Jährige derzeit für mehrere Monate aus. «Argtim Ismaili hat sich eine Vertragsverlängerung primär mit seiner positiven sportlichen Entwicklung verdient. Zudem möchten wir ihm damit in einer schwierigen Phase den Rücken stärken und unsere Wertschätzung zeigen», sagt FC Wil-Sportchef Jan Breitenmoser.