Gleich fünf Spieler, die beim FC Zürich ausgebildet worden sind und teilweise immer noch den Stadtzürchern gehören, wechselten diesen Sommer auf das Bergholz zum FC Wil. Immer wieder tragen sie seither Entscheidendes zu Erfolgserlebnissen bei. So auch beim 2:0-Heimsieg gegen Kriens. Der starke Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen sorgt dafür, dass die jungen Äbtestädter neuerdings auf dem Barrage-Platz klassiert sind – vor dem Absteiger und Rekordmeister GC. «In Zürich herrscht immer eine grosse Rivalität. Ich war seit der U11 beim FC Zürich. Von dem her ist es sehr schön, nun vor GC zu sein», sagt Zürichs Leihspieler Fabian Rohner im Video-Interview (siehe unten).

Der 21-Jährige war einer der Auffälligen gegen Kriens. Er bereitete in einer frühen Phase der zweiten Halbzeit mit einem Querpass von rechts auf Filip Stojilkovic – auch er beim Letzigrund-Klub ausgebildet – dessen wegweisendes 1:0 für die Gastgeber vor. Und er stellte in mehreren Szenen einmal mehr seine Schnelligkeit unter Beweis. Dies ist kein Zufall. Zwar setzte Rohner schon früh auf die Karte Fussball. In seiner Jugend beteiligte er sich aber auch an Leichtathletik-Anlässen und war mal der viertschnellste Sprinter des Schweiz.

Wieder ein Tor in der Nachspielzeit

Auch beim zweiten Wiler Treffer, der in der Nachspielzeit bei einem Konter fiel, war eine Portion FC Zürich dabei. In einer Produktion zweier eingewechselter Spieler hatte der Zürcher Kastriot Ndau das Auge für den besser postierten Mattia Celant, der allein auf Kriens-Goalie Sebastian Osigwe losziehen konnte und seinen ersten Challenge-League-Treffer erzielte. Wie schon im vorangehenden Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy machten die Wiler in der langen Nachspielzeit mit dem zweiten Treffer zum 2:0-Endergebnis den Sack zu.

Bei aller Euphorie ist aber auch zu sagen, dass es gegen Kriens lange ein müder Kick war. Die Wiler brachten in der gesamten ersten Halbzeit keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor zustande und liessen es an Kreativität mangeln. Da die Krienser das Spiel den Gastgebern überliessen, tat sich vor nur 820 Zuschauern reichlich wenig. Wie schon eine Woche zuvor im Cup gegen Red Star gingen die Wiler aber mit der ersten nennenswerten Torchance in Führung. Diese erspielten sie sich sowohl in Zürich als auch gegen die Innerschweizer erst in Halbzeit zwei.

Erstaunlich abgebrüht

Alles in allem ist beeindruckend, wie diese junge Wiler Mannschaft auftritt. In Abwesenheit des gesperrten Captains Philipp Muntwiler – Nick von Niederhäusern trug die Captain-Binde – lag das Durchschnittsalter der Stammformation gegen Kriens bei gerade einmal 22 Jahren. Die Auftritte sind erstaunlich abgebrüht. In jeder Partie gibt es zwar Phasen, in denen die Wiler untendurch müssen – oftmals zu Beginn des Spiels. Mit der jugendlichen Unbekümmertheit lassen sich die Äbtestädter aber nicht aus der Ruhe bringen und finden Lösungen. Zudem treten sie wiederholt äusserst effizient auf.

Was aber auch klar ist: Zu grosse Euphorie ist fehl am Platz. Rang zwei vor den Grasshoppers ist eine schöne Momentaufnahme. Nun aber schon von Barrage oder Aufstieg zu sprechen, war deplatziert. Aber nach fünf Runden schon sechs Punkte mehr auf dem Konto zu haben als zum Beispiel der ambitionierte Fast-Aufsteiger FC Aarau – Wils nächster Gegner –, ist mehr als ansprechend. Zumal der FC Wil die Mannschaft diesen Sommer fast ganz neu zusammengestellt hat.

Die wichtigsten Szenen des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
Dies ist der Jubel: Sehen Sie hier, wie Filip Stojilkovic den 1:0-Führungstreffer des FC Wil gegen Kriens erzielt.

Resultate Challenge League, 5. Runde:
Wil - Kriens 2:0
Chiasso - Vaduz 2:2
Lausanne-Sport - Aarau 5:1
Schaffhausen - Stade Lausanne-Ouchy 0:1
Grasshoppers - Winterthur 2:2

FC Wil 1900 – SC Kriens 2:0 (0:0)

IGP-Arena: 820 Zuschauer. – Sr: von Mandach.

Tore: 53. Stojilkovic 1:0. 92. Celant 2:0.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner, Schmied, Kamberi, von Niederhäusern; Duah (75. Celant), Abedini, Schmid, Brahimi (86. Traber); Krasniqi (78. Ndau); Stojilkovic (84. Silvio).

SC Kriens: Osigwe; Alessandrini, Elvedi, Berisha; Ulrich (87. Wiget), Sadrijaj, Kukeli, Dzonlagic (69. Costa); Yesilcayir (76. Hoxha); Tadic (69 Abubakar), Siegrist.

Bemerkungen: Wil ohne Muntwiler (gesperrt), Schäppi (verletzt), Klein, Sejdija, Beka, Rahimi und Ismaili (nicht im Aufgebot). Kriens ohne Fanger, Bürgisser, Mijatovic, Urtic (verletzt) Zizzi und Kleiner (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 66. Stojilkovic (Foul). 73. Sadrijaj (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 5/13. 2. Wil 5/10. 3. Grasshoppers 5/10. 4. Winterthur 5/8. 5. Kriens 5/6. 6. Vaduz 5/5. 7. Schaffhausen 5/5. 8. Stade Lausanne-Ouchy 5/4. 9. Aarau 5/4. 10. Chiasso 5/4.

Nächste Spiele (6. Runde):
Freitag, 30. August: Stade Lausanne-Ouchy - Lausanne-Sport (20.00 Uhr).
Samstag, 31. August: Kriens - Winterthur (17.30 Uhr), Aarau - Wil (19.00 Uhr), Schaffhausen - Chiasso (19.00 Uhr).
Sonntag, 1. September: Vaduz - Grasshoppers (16.00 Uhr).

Fabian Rohner im Interview:

 
"In der ersten Halbzeit wussten wir nicht recht, wo die freien Räume sind. In der zweiten Hälfte haben wir sie besser gefunden", sagt Fabian Rohner im hallowil.ch-Interview.

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein mit diesem Liveticker. Haben Sie noch einen schönen Samstagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Wochenende mit dem Auswärtsspiel auf dem Brügglifeld gegen den FC Aarau. Gespielt wird am Samstag, 31. August, 19.00 Uhr. Auch von dieser Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Nach den ersten 45 Minuten deutete nicht viel darauf hin, dass der FC Wil das Spielfeld als Sieger verlassen wird. Zu harmlos waren die Gastgeber - und zu wenig kreativ. Da die Krienser auch ihren Teil zu einem wenig unterhaltsamen Spiel beitrugen, war es eine erste Halbzeit, die vor allem von der Spannung lebte. In der zweiten Halbzeit waren die Wiler dann konsequenter und suchten vehementer den Abschluss. Stojilkovic ebnete mit seinem dritten Saisontreffer den Weg zum Wiler Sieg. Der Treffer von Celant in der Nachspielzeit war das Ergebnis eines schön herausgespielten Konters. Da die Krienser auch nach der Führung der Wiler zu wenig machten, liefen die Wiler nie wirklich Gefahr, den Ausgleich hinnehmen zu müssen. Durch diesen Sieg grüsst der FC Wil von Tabelleplatz zwei in der Challenge League.

Schlusspfiff in Will: Der FC Wil gewinnt gegen den SC Kriens mit 2:0 und steht auf Platz zwei der Challenge League.

92. Minute: TOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Celant zum 2:0. Silvio erkämpft sich im Mittelfeld den Ball und lanciert Ndau. Dieser läuft unbedrängt über die linke Seite und sieht in der Mitte Celant. Dieser nimmt den Ball an und hämmert ihn unter die Latte. Das war ein mustergültig vorgetragener Konter und das erste Tor für Celant im Trikot des FC Wil.

91. Minute: Kopfball von Hoxha. Der Ball geht aber weit über das Tor von Kostadinovic.

90. Minute: Es werden mindestens sechs (!) Minuten nachgespielt.

88. Minute: Wichtige Aktion von Schmied: Abubakar läuft auf das Wiler Tor zu und kann im letzten Moment vom Wiler Verteidiger noch gestoppt werden. Das wäre sonst ziemlich sicher der Ausgleich gewesen.

87. Minute: Letzter Wechsel nun auch bei den Kriensern: Für Ulrich kommt neu Wiget.

86. Minute: Letzter Wechsel bei den Wilern: Für Brahimi spielt neu Traber.

84. Minute: Nächster Wechsel beim FC Wil: Von Krämpfen geplagt verlässt Stojilkovic den Platz und wird durch Silvio ersetzt.

81. Minute: Siegrist versucht es vom Rande des Strafraumes. Sein Schuss geht aber deutlich am Tor vorbei.

78. Minute: Nächster Wechsel bei den Wilern: Für Krasniqi kommt Ndau.

77. Minute: Die Krienser machen seit dem Führungstreffer der Wiler herzlich wenig, um zum Ausgleich zu kommen. Wobei auch die Wiler ihre Bemühungen in Grenzen halten.

76. Minute: Nächster Wechsel bei den Innerschweizern: Für Yesilcayir spielt neu der Ex-Wiler Hoxha.

75. Minute: Erster Wechsel nun auch bei den Wilern: Celant kommt für Duah.

74. Minute: Und tatsächlich: Hier ist das erste Offside der Partie. Brahimi stand in der verbotenen Zone.

73. Minute: Nächste Verwarnung des Spiels: Diesmal für einen Krienser. Sadrijaj sieht nach einem Foul am Duah die gelbe Karte.

73. Minute: Nur 820 Zuschauer sind heute in der IGP-Arena.

70. Minute: Gute Chance für die Wiler: Nach einem Eckball versucht es Krasniqi von der Strafraumgrenze. Sein Schuss geht nur knapp übers Tor.

69. Minute: Doppelwechsel beim SC Kriens: Abubakar ersetzt Tadic und für Dzonlagic spielt neu Costa.

67. Minute: Ulrich versucht es aus gut 25 Metern. Sein Ball geht aber weit am Tor vorbei.

66. Minute: Die erste Verwarnung des Spiels: Stojilkovic sieht nach einem Foul an Sadrijaj den Karton.

62. Minute: Duah kommt wieder ins Spiel. Der Zusammenprall mit dem Torhüter der Krienser scheint nicht so schlimm gewesen zu sein.

59. Minute: Da hätten die Wiler gerne einen Elfmeterpfiff gehört. Duah kommt nach einem Solo im Strafraum durch Osigwe zu Fall. Trotz der Proteste der Wiler bleibt die Pfeiffe des Schiedsrichters stumm. Duah liegt am Boden und muss gepflegt werden.

53. Minute: TOOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Stojilkovic zum 1:0. Nach guter Vorarbeit von Rohner kommt Stojilkovic an den Ball. Er versucht es vom Rande des Strafraumes und trifft flach in die rechte Ecke. Das ist Effizienz: Mit dem ersten Schuss aufs Tor gehen die Wiler in Führung.

48. Minute: Eckball für die Krienser, nachdem von Niederhäusern den Ball unebdrängt ins Aus befördert hat. Der Corner bringt aber keine Gefahr.

46. Minute: Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Pausenfazit: Viel zu berichten gibt es von den ersten 45 Minuten nicht. Ein Spiel, das von der Spannung lebt. Viel Berauschendes bekamen die Zuschauer nicht zu sehen. Bezeichnend dazu die Zahlen. So haben die Wiler keinen Schuss aufs Tor zustande gebracht, die Krienser genau einen. Keine einzige Offside-Position gab es in der gesamten ersten Halbzeit. Bleibt zu hoffen, dass in der zweiten Hälfte eine Steigerung folgen wird.

Pausenpfiff: Mit einem 0:0 geht es in die Kabine.

45. Minute: Eine Minute wird nachgespielt.

41. Minute: Ulrich kommt über die rechte Seite und versucht eine Falnke zu schlagen. Der Ball rutscht ihm aber über den Spann und so wird der Ball gefährlich für das Wiler Tor. Die Kugel geht nur knapp am langen Pfosten vorbei.

39. Minute: Fast der erste Schuss auf das Krienser Tor. Duah kommt über die linke Seite und bedient in der Mitte Stojilkovic. Sein Abschluss geht aber neben das Tor.

35. Minute: Und weiterhin passiert auf dem Feld herzlich wenig. Die Spieler widmen sich einer Trinkpause.

31. Minute: Der Freistoss von Rohner geht aber an Freund und Feind vorbei. Die Partie vermag auch weiterhin die wenigsten Zuschauer zu begeistern.

30. Minute: Da könnte es mal wieder gefährlich werden. Die Wiler kommen nach einem Handspiel eines Kriensers zu einem Freistoss von der rechten Seite.

25. Minute: Und da ist er: der erste Schuss aufs Tor dieser Partie. Er geht auf das Konto von Siegrist. Dieser kann nach einem Zuspiel von Dzonlagic vor dem Tor den Ball noch ablenken. Aber zu wenig um Kostadinovic vor wirkliche Probleme zu stellen.

24. Minute: Bezeichnend für diese Partie: Beide Mannschaften haben noch keinen Schuss aufs Tor zustande gebracht.

19. Minute: Da kommen die Krienser gefährlich vors Tor. Dzonlagic spielt einen guten Pass auf Siegrist genau in die Schnittstelle der Abwehr. Kostadinovic kommt aber gut aus dem Tor und kann klären.

15. Minute: Dzonlagic versucht es aus der Distanz. Sein Schuss geht aber deutlich am Tor vorbei.

11. Minute: Da zappelt das Netz. Brahimis Schuss aus spitzem Winkel geht aber nur ans Aussennetz.

8. Minute: Die Krienser werden stärker und die Wiler legen das gleiche Verhalten wie in den vergangenen Partien an den Tag, als sie auch da die Startphase verschlafen haben.

7. Minute: Und wieder die Krienser: Yesilcayir wird mit einem langen Ball lanciert. Kostadinovic muss aus dem Tor eilen und den Ball mit dem Kopf klären.

5. Minute. Gleich noch ein Abschluss der Krienser: Aber auch Tadic hat das Visier noch nicht richtig eingestellt und so geht auch sein Schuss über das Tor.

5. Minute: Erster Abschluss des Spiels: Siegrist versucht es mit einer Direktabnahme aus spitzem Winkel. Der Ball geht aber weit über das Tor.

3. Minute: Viel ist noch nicht los hier in Wil. Die Gastgeber sind mehrheitlich in Ballbesitz, ohne aber gefährlich vor das Tor der Innerschweizer zu kommen.

1. Minute: Schiedsrichter Johannes von Mandach pfeifft das Spiel an.

Die Mannschaften sind da. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Wil gegen SC Kriens.

Geleitet wird das Spiel vom jungen Aargauer Schiedsrichter Johannes von Mandach.

Die Gäste aus der Innerschweiz spielen heute mit einer 3-4-1-2 Formation. Im Tor steht Osigwe. In der Verteidigung spielen von rechts her gesehen Alessandrini, Elvedi und Berisha. Im Mittelfeld laufen von rechts nach links Ulrich, Kukeli, Sadrijaj und Dzonlagic auf. Hinter den Stürmern spielt Yesilcayir. Im Sturm agieren Tadic (rechts) und Siegrist.

Die Aufstellungen sind bekannt. Wils Cheftrainer Sforza nimmt heute eine Umstellung im System vor. Die Wiler spielen in einem 4-4-1-1 System. Im Tor steht Kostadinovic. In der Verteidigung agieren von rechts her gesehen Rohner, Schmied, Kamberi und von Niederhäusern, der heute den gesperrten Muntwiler als Captain vertritt. Im Mittelfeld spielen von rechts nach links Duah, Abedini, Schmid und Brahimi. Als hängende Spitze läuft Krasniqi auf. Den einzigen Stürmer gibt Stojilkovic.

Nachdem sich der FC Wil am vergangenen Wochenende in Zürich mit einem 3:1 gegen den 1.-Liga-Klub Red Star für die zweite Runde im Cup qualifiziert hat, steht heute wieder der Liga-Alltag auf dem Programm. Der Cup-Sechhzehntelfinal geistert aber auch schon durch die IGP-Arena. Das Spiel gegen den FC Zürich findet am Samstag, 14. September um 19.00 Uhr hier in Wil statt.

Guten Fussball-Abend, geschätzte Freunde des runden Leders. Herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier zur fünften Runde der Challenge League. Der FC Wil empfängt heute Abend den SC Kriens. Hoffen wir auf einen unterhaltsamen Anlass hier in der IGP-Arena. Pascal Ibig führt Sie durch die Partie.

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Die Vorschau:

Das Wochenende steht ganz im Zeichen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) in Zug. Im Schatten dessen versucht aber auch der FC Wil, seinen Gegner auf den Rücken zu legen – wenn auch nur im übertragenen Sinn. Ob die Äbtestädter auch mit einem gestellten Gang zufrieden wären? Es darf bezweifelt werden. Denn die Wiler haben nach einem Saisonstart mit nur einer Niederlage in fünf Pflichtspielen – und das mit einer fast vollständig neu zusammengestellten Mannschaft – Lunte gerochen und streben nach mehr. Die nun anstehenden Spiele gegen Kriens und Aarau sind nicht nur gute Hauptproben für den Cup-Hit gegen den FC Zürich, sondern auch Gradmesser um zu sehen, wie gefestigt die Mannschaft schon ist. Mit einem Sieg gegen die Innerschweizer überholen die Wiler Absteiger GC und grüssen neu von Platz zwei.

Die Wiler:

Die ersten fünf Pflichtspiele haben gezeigt, dass viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Das Team ist hungrig, steht oftmals hoch und denkt offensiv. Allerdings gab es bisher in jedem Spiel Phasen, in welchem genau dies nicht mehr zu sehen war. Schon dreimal haben die Wiler den Auftakt in die Partie verschlafen: Gegen die Grasshoppers und Stade Lausanne-Ouchy in der Meisterschaft und selbst im Cup gegen den 1.-Liga-Klub Red Star Zürich. Im jeweiligen Duell mit den beiden Zürchern geriet der FC Wil jeweils schon in der 4. Minute in Rückstand – und konnte die Hypothek nur im Cup noch wettmachen.

Gegen die Innerschweizer wird es auch ein Charaktertest und ein erstes Spiel der Bestätigung. Zumal die Äbtestädter ohne ihren Captain auskommen müssen. Philipp Muntwiler ist nach vier gelben Karten in den ersten vier Meisterschaftsspielen als erster und momentan einziger Spieler der Swiss Football League bereits gelb-gesperrt. Somit darf man gespannt sein, wer die Captainbinde trägt. Muntwilers Stellvertreter Nick von Niederhäusern war zuletzt verletzt, Routinier Silvio in der Meisterschaft zuletzt nicht mehr Stamm. Verzichtet Sforza tatsächlich auf Silvio in der Startformation, wären Goalie Zivko Kostadinovic und Mittelfeldspieler Mergrim Brahimi die mit Abstand ältesten Spieler – und das 27-jährig.

Die Krienser:

Bei den Innerschweizern ist in dieser Saison bisher vor allem eines festzustellen: ein starkes Gefälle zwischen Heim- und Auswärtsauftritten. Zuhause weisst die Mannschaft von Trainer Bruno Berner eine makellose Bilanz mit sechs Punkten aus zwei Spielen und einem Torverhältnis von 3:0 aus. Auswärts wurde hingegen in zwei Partien noch kein Punkt eingefahren – und dies bei einem Torverhältnis von 1:8 aus Krienser Sicht. Immerhin gab es im Cup bei Taverne aus der 2. Liga interregional einen klaren 4:1-Sieg. Nach einer frühen Führung dauerte es aber bis rund eine Viertelstunde vor Schluss, ehe die Innerschweizer – nun in Überzahl spielend – mit drei Toren in drei Minuten alles klarmachten.

Dabei erzielte Nico Siegrist seinen ersten Pflichtspieltreffer. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison wurde im Tessin erstmals in dieser Saison über 90 Minuten eingesetzt, nachdem er zuvor das erste Saisonspiel verletzungsbedingt verpasst hatte und danach zu drei Teileinsätzen gekommen war.