In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern lud die Bossart+Kuhn AG und die Technischen Betriebe Flawil zu einem nicht alltäglichen Anlass im Pfarreizentrum an der Enzenbühlstrasse 20 am 22. März 2018 ein. Es bot sich die Gelegenheit zu Probefahrten mit Elektrofahrzeugen von lokalen Anbietern. Als Referent konnte Marco Piffaretti, ausgebildeter Auto-Designer, aus dem Tessin gewonnen werden.Marcel Kuhn, begrüsste im Namen der Technischen Betriebe Flawil und der Bossart+Kuhn AG, herzlich die 70 angemeldeten interessierten Gäste. Luca Zillig-Klaus von den Technischen Betrieben ergänzte mit den Namen der örtlichen Partner; praktisch alle Garagenbetriebe und dem Bike Center mit Guido Ebnether. Er leitete über zum Referenten Marco Piffaretti, der mit seinem roten Tesla S aus dem Tessin gekommen war.

Unsere Zukunft ist – elektrisch!
Der Referent Marco Piffaretti machte einen Rückblick über seinen Werdegang in die Selbständigkeit. Nachdem die GM praktisch am Boden war, hatte er keine Aufträge mehr. So machte er aus der Situation das Beste und fing selbst an. Hayek war wohl einer der ersten in Europa, der ein kleines Elektroauto herstellen wollte. Rund 25 Jahre später resultierte daraus der Smart. Dieser wird in Europa in rund zwei Jahren nur noch elektrobetrieben erhältlich sein.

Zur Zeit arbeitet Piffaretti's Firma an der SIA-Norm für Gebäude, die in etwa 2 Jahren ausgearbeitet sein wird. Die Marco Piffaretti arbeitet mit diversen andern Firmen zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf der technischen Beratung. Norwegen das grösste ölproduzierende Land, spielte bei den Elektrofahrzeugen eine Vorreiterrolle. Nachdem die Ölproduktion stetig zurückging, entschied die Regierung die auslaufenden Gewinne in die neuen Technologien zu investieren. Im vergangenen Jahr hat Tesla, die Firma, die kaum 10 Jahre alt ist, mehr Fahrzeuge im Premium-Segment verkauft als Mercedes, BMW und Audi zusammen. Will heissen, dass wir auf dem richten Weg sind.

Auch der Elektro Rolls Royce wird in 3 Jahren serienreif sein. Die Herstellerfirmen sind gezwungen den „elektrischen“ Weg zu suchen und zu entwickeln. Kodak hat beispielsweise die Digitalisierung verpasst und ist so untergegangen. Der Weg von Nokia war ähnlich und die Firma war sehr kreativ. Vom WC-Papier zu Nokia-Telefon war kreativ!

Reichweite und Lademöglichkeit ist zentral
Die Batterien werden ständig verbessert und die Fahrzeuge haben damit eine grössere Reichweite. Mittlerweile gibt es Fahrzeuge in jeder Preisklasse und die Hybridfahrzeug dürften in Zukunft durch reine Elektromotoren abgelöst werden. Aus Sicht der Klimaerwärmung müssten sämtlich Fahrzeuge elektrisch betrieben werden. Jeder grössere Autohersteller produziert ein Elektrofahrzeug.

So wie heute einzelne Städte verbieten, mit einem Dieselmotor in ihr Gebiet zu fahren, wird es bald schon Zentren geben, die Verbrennungsmotoren untersagen. Die Elektrofahrzeuge sind effizienter wie alle andern Fahrzeuge und belasten die Umwelt weniger. Humorvoll bemerkte der Referent, dass ein Tesla vielleicht mehr Verschleiss bei den Reifen und Bussen bei Geschwindigkeitskontrollen provoziert. Durch die ständige Verbesserung der Batterien und der Entwicklung von neuen Speichermöglichkeiten wird das Fahrzeug für Jedermann erschwinglich.

Schnelllademöglichkeiten zunehmend
Marco Piffaretti empfiehlt bei Bauvorhaben möglichst viele Leer-Rohre einzulegen, um damit spätere grössere Kosten zu vermeiden. Die Lade- und Schnelllademöglichkeiten werden in absehbarer Zeit zunehmen und garantieren eine lückenlose Abdeckung und damit ein sicheres Fortkommen von A nach B im ganzen Land. Die heute nicht besteuerten Fahrzeug werden bei einer bestimmten Dichte mit Strassensteuern belastet werden. Bei Scootern können heute die Batterien ausgewechselt werden; beim Auto leider noch nicht, da es zu kompliziert ist.

Bidirektionale Aufladungen werden immer populärer und kostengünstiger. Wenn der Markt nicht in die genannte Richtung produziert, werden die Bussen für die CO2-Verschutzung immer höher im Verhältnis. D.h. eine Firma kann an den vorgesehenen Gebühren zu Grunde gehen. Im Anschluss an das Referat gab es Fragen, die alle beantwortet wurden. Mit einem Apéro riche und einer Tischmesse ging der Austausch unter den Gästen und Veranstaltern zu Ende.