Obwohl die Uzwiler im jeweils letzten Spiel die Playoffs und die Cup-Hauptrunde verpasst haben, ist Präsident Philipp Herzog mit der sportlichen Ausbeute zufrieden. «Das Gezeigte liegt über den Erwartungen. Viele hatten uns schon früh abgeschrieben. Und trotzdem hätten wir fast die Playoffs erreicht. Das letzte Bisschen hat gefehlt.»

Die Kadergrösse dürfte schliesslich den Traum von mehr zerstört haben. Denn in der Schlussphase der Saison wurde dem Verein zum Verhängnis, dass er fast immer mit einem äusserst knappen Kader antreten musste. Nur 15 Spieler gehörten dazu. Lange ging das gut. Doch war die Qualifikation schliesslich «ein paar Runden zu lang», wie es Trainer Mischa Wasserfallen formulierte. Der Tank schien leer zu sein. Trotzdem: Musste man eine Saison zuvor bis zum allerletzten Playout-Spiel um den Ligaerhalt bangen, so war dieser dieses Mal schon frühzeitig sichergestellt – und der Schluss der Saison bestand aus besseren Freundschaftsspielen.

Grösseres Kader angestrebt

Ob der EHC Uzwil nächste Saison allerdings auch wirklich 1. Liga spielt, ist noch nicht ganz sicher, obwohl es klar angestrebt ist. Den Verein drückt ein Schuldenberg, der im Verlauf dieser Saison angewachsen und mittlerweile gegen 300'000 Franken hoch sein dürfte. Wie tief das Finanzloch wirklich ist, wird spätestens an der Hauptversammlung im Sommer publik. «Es ist unsere oberste Priorität, die Schulden abzubauen. Ein aufwändiger, zeitraubender Prozess», sagt Herzog. Trotzdem nimmt man sich zum Ziel, weiterhin in der 1. Liga zu spielen. Allerdings werde man nicht mehr wie in dieser Saison mit zehn Spielern antreten. Eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen, ist für Sportchef Patrick Ammann aber eine äusserst anspruchsvolle Aufgabe. Die meisten anderen Teams sind in der Planung für die nächste Saison schon weiter. Gesucht wird in Uzwil auch ein Trainer, da Wasserfallen nicht weitermacht. Er sei betreffend Trainersuche «in Arbeit», lässt Ammann verlauten. Das gelte auch für die Kaderzusammenstellung.

Trotz der finanziellen Schieflage des Klubs stellt Präsident Herzog vermehrt Zuspruch in der Bevölkerung fest. Zudem ist der Vorstand vollzählig. Die Basis scheint also gegeben, wenn du nur nicht der Schuldenberg wäre, mit welchem man selbstredend auch bei lokalen Unternehmen aneckt.

Das Wiler Gerüst steht

Anders ist die Situation beim EC Wil. Er ist zwar im Playoff-Viertelfinal bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt an Bellinzona gescheitert, was nicht den Erwartungen des Vereins entspricht. Wichtiger war aber, dass es unter der Saison gelungen ist, Ruhe in den Klub zu bringen und wichtige Personalia zu regeln. Ein neuer Präsident ist mit Roger Dietschweiler gefunden. Zur Wahl steht er an der Hauptversammlung im Juni. Zudem wurden ausstehende Rechnungen bei der Stadt Wil betreffend Amortisation der Eishalle Bergholz beglichen. «Wir können in Ruhe die nächste Saison planen», sagt Dietschweiler.

Er spricht dies gelassen aus, weil die Kader-Zusammenstellung für die nächste Spielzeit schon recht weit fortgeschritten ist. Ein Gerüst von 16 Spielen hat zugesagt – unter ihnen mit Andreas Ambühl und Elia-Marius Mettler auch die beiden besten Torschützen der vergangenen Saison. Noch unklar ist, wer künftig Sportchef sein wird. Seit der Entlassung von Daniel Zeber im Dezember führt Trainer Andy Ritsch dieses Amt aus. Die Zusammenstellung des Kaders für die nächste Saison wird Ritsch abschliessen. Hinsichtlich der neuen Spielzeit wird aber ein Sportchef gesucht, um Ritsch zu entlasten – womit der Vorstand wieder komplett wäre.