Das Fest der Ehejubiläen hat in der Seelsorgeeinheit Uzwil einen festen Platz. Dem Gottesdienst mit persönlicher Segnung in der Galluskirche Oberuzwil folgte ein Fest mit Nachtessen in der Unterkirche. Zwischen 10 und 65 Jahren sind die teilnehmenden Paare verheiratet. Als «Abenteuer» und «spannenden Weg» bezeichnete Peter Schwager, Pfarreibeauftragter Jonschwil, in der Predigt die Ehe. In der Galluskirche Oberuzwil begann das Fest der Ehejubiläen am Samstagabend mit einem Gottesdienst, der immer einem bestimmten Thema gewidmet ist, das in Zusammenhang mit der Ehe steht. Papa Moll diente dieses Mal als roter Faden, um die Missgeschicke, Zerreissproben und Familienbanden anzusprechen. Die Ehe besteht in erster Linie aus Alltagsgeschichten, war die Botschaft.

Papa Moll und Ehealltag
Für einmal den Alltag hinter sich lassen, das schönste Hemd, das schönste Kleid aus dem Schrank nehmen, etwas mehr Zeit vor dem Spiegel verbringen. Das Fest der Jubiläen bedeutet, aus dem gewöhnlichen Alltag auszusteigen, inne zu halten, sich der Partnerin und des Partners bewusst zu sein, zu reflektieren, dankbar zu sein. Dankbar für den gemeinsam gegangenen Weg, die gemeinsam erlebten und überstandenen Höhen und Tiefen, die gemeinsame Entwicklung und das gegenseitige Vertrauen.

Papa Moll ist in den letzten Monaten durch den Kinofilm wieder aktuell geworden und so diente er als Aufhänger, Alltagssituationen und Herausforderungen einer Ehe aufzuzeigen. Antonia und Klemens Dudli, eines von drei Paaren, die den Abend jeweils mit Pastoralassistent Klaus Gremminger vorbereiten, hatten sich Gedanken dazu gemacht und machten bewusst, dass nicht immer alles so kommt wie geplant, dass es manchmal andere Menschen braucht, um weiterzukommen, dass es Zerreissproben gibt, die Ehepartner näher zusammenbringen können, und dass Familienbanden Zusammenhalt bedeuten, aber auch einengen können.

Das Miteinander feiern
Der Prediger nahm die Emmaus-Jünger aus dem Lukasevangelium als Vorbilder, um etwas vom gewöhnlichen, menschlichen Alltag einer Ehebeziehung aufzuzeigen. Zwei Enttäuschte sind unterwegs, gefangen in ihren Vorstellungen und Erwartungen. Dennoch sind sie offen dem Fremden gegenüber, sprechen mit ihm und hören ihm vor allem zu, um schliesslich das Wahrhafte zu erkennen.

Der Mensch braucht Beziehungen und die Ehe ist Beziehung, die nach Gesprächen verlangt. Reden und zuhören. Miteinander auf dem gemeinsam gestalteten Weg sein. Dieses Miteinander wollten die vielen Paare feiern. Einzeln wurden sie von drei Seelsorgern gesegnet. Hand in Hand oder einen Arm um den anderen gelegt, empfingen sie ein persönliches Wort und anschliessend eine brennende Kerze, als Zeichen für die lebendige Beziehung. Derweil spielte Mathias Müller passende Melodien auf dem Klavier.

Eiserne Hochzeit
Nach dem Gottesdienst gab es draussen vor der Kirche einen Apéro, begleitet von Alphornklängen, und danach in der Unterkirche ein Nachtessen. Locker führte Thomas Franck durch den Abend, das Akkordeon-Duo Evergreen unterhielt dezent oder spielte zum Tanz auf und zum Schluss zauberte Klaus Gremminger als Zeichen der Liebe eine Rose aus Stoff aus seiner Hand. Zaubern ist in der Ehe manchmal auch angesagt. Sängerinnen des JaSoRo-Chores bedienten die Gäste, das Nachtessen kochte das Team des Vereins Gourmet-Häfi. Die Hochzeitstorte durfte traditionsgemäss das am längsten verheiratete Paar anschneiden. Das waren Trudi und August Fürer, Uzwil. Sie sind seit 65 Jahren verheiratet.