Das jährliche Treffen der ehemaligen Bühler-Werkstattlehrlinge in Uzwil hatte seinen Höhepunkt mit dem Besuch des Rock- & Pop-Museums in Niederbüren. Erst vor wenigen Jahren und nach dem Eintritt ins Pensionsalter kam der einstige Maschinenschlosser-Lehrling Ernst Grob auf die Idee eines Treffens der ehemaligen Werkstatt-Stiften. Seine Kameraden aus der Lehrzeit von 1957 bis 1961 bei GBU befanden die Anregung gut und folgen jedes Jahr zahlreich der Einladung. Der in Uzwil wohnhafte Gaspard Widmer unterstützt ihn dabei organisatorisch. Schon beim ersten Treffen konnten die Initianten eine ansehnliche Gruppe in Uzwil begrüssen. Das animierte sie zur Weiterführung des jährlichen Begegnungstages.

An Episoden erinnern
Wie gewohnt trafen sich die inzwischen in die Jahre gekommenen und ergrauten ehemaligen Bühlerstiften im Hotel Uzwil. Beim Apéro stiessen sie auf das Wiedersehen an. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden Erinnerungen an die vierjährige Lehrzeit aufgefrischt. Der damalige Wechsel vom Schulbetrieb zur strengen körperlichen Arbeit sei nicht allen Jugendlichen leicht gefallen, meinte einer der Teilnehmer. Zahlreiche Anekdoten wurden ausgetauscht über Vorgesetzte, Oberstiften oder den Lehrlingsvater des ersten Lehrjahres Franz Mächler. Dabei erinnerte ein Teilnehmer an eine Episode, bei der Mächler zwei Streithähne in sein Büro beorderte und ihnen handgreiflich die Leviten verlas. Das war damals noch problemlos möglich.

Museumsbesuch in Niederbüren
Am Nachmittag findet bei den Treffen jeweils eine Exkursion in ein Unternehmen in der Region oder zu einer speziellen Sehenswürdigkeit statt. Die letztjährige Zusammenkunft galt dem Besuch der erfolgreichen Züger Frischkäse AG in Oberbüren. Miteigentümer Markus Züger vermittelte beim Rundgang einen interessanten Einblick in die Fabrikation der Frischkäseprodukte des aufstrebenden Unternehmens, das er zusammen mit seinem Bruder Christof leitet. Dieses Jahr stand auf Anregung des Bischofszellers Rolf Brunner der Besuch des einzigartigen Rock- & Pop-Museums in Niederbüren im Mittelpunkt, das seit etwa vier Jahren jedes Jahr hunderte von Anhängern der Stilrichtung Rock & Pop-Musik begeistert.

80 Jahre Musikgeschichte Die sehenswerte Ausstellung ermöglicht einen umfassenden Einblick in die interessante Kulturgeschichte der Populärmusik der letzten 80 Jahre. Roland Tschiibii Grossenbacher und seine Gattin Uschi betreiben ihre Sammelleidenschaft schon seit Jahrzehnten. Ihre umfangreiche Sammlung wurde vor etwa vier Jahren von seinem Eigenheim in die umgebauten Räumlichkeiten in einem ehemaligen Textilbetrieb im Sornpark Niederbüren verlegt. Bei der Sanierung und einrichtung der baufälligen Räumlichkeiten unterstützten ihn Handwerkerker und viele freiwillige Helfer. In Niederbüren wurde ein Trägerverein gegründet, der aktuell rund 400 Mitglieder zählt. Sie und einige grosszügige Sponsoren unterstützen das Projekt.

Begeisterte FührerDie beiden freiwilligen Museumsmitarbeiter Deus und Jo führten die Gruppe durch die beeindruckende Sammlung originaler Schallplatten, Autogrammen von Musikern, verschiedener Auszeichnungen und sogar ein Anzug. Sie wiesen sich über ein breites Wissen aus und erzählten spannende Geschichten über die Künstler und die Bands. Kurze Video-Clips und Originalmusik ergänzten den Rückblick in die Rock & Pop-Musik vergangener Jahrzehnte. Besonders stolz ist Tschiibii auf seine vollständige, weltweit einzigartige Sammlung von Goldenen Schallplatten der Beatles. Gegen Schluss der Führung zeigten sich auch noch Tschiibii und Uschi Grossenbacher, die bereits für die nächste Führung den Apéro vorbereiteten. „Es läuft bei uns hervorragend. Heute Abend können wir bereits Gäste für die 786. Führung begrüssen“, erwähnte Tschiibii gegenüber dem Reporter.

Rückmeldung an die Museumsleitung
Ins elektronische Gästebuch trug sich im Namen der ehemaligen Bühler-Stiften Rolf Brunner mit einer sehr positiven Rückmeldung ein. Er beglückwünschte die Museumsleitung zu den ausgezeichneten Führern: „ Es war unwahrscheinlich, wie die Begeisterung von Deus und Jo auf uns alle übersprang. Der Besuch des Rock & Pop-Museums war für uns ein ganz besonderes Erlebnis. Es wird uns noch lange in Erinnerung bleiben“, schwärmte Brunner. Ein Teil der Ehemaligen traf sich nach der Exkursion in einem Restaurant. Stoff für den Austausch von nostalgischen Erinnerungen war genügend vorhanden.