Herr Gunzenreiner, im Frühjahr 2021 herrschte ein intensiver Abstimmungskampf um den Erhalt des Spitals Wattwil. Wie sieht die Situation rund ein Jahr später aus?

Alois Gunzenreiner: Heute haben wir ein sehr gut funktionierendes Gesundheits- und Notfallzentrum (GNZ). Sowohl die Berit Klinik Wattwil mit Notfallzentrum, Tagesklinik und Alkoholkurzzeittherapie (PSA) als auch das Tumor- und Brust-Zentrum Ostschweiz sind gut gestartet und haben sich rasch etabliert. Neu ist auch die Orthopädie Rosenberg in der Berit Klink Wattwil tätig.

Wie zufrieden sind Sie mit der neuen Lösung?

Die hohe Akzeptanz der Angebote zeigt: Der Entscheid für den eingeschlagenen Weg war der richtige. Insofern bin ich natürlich zufrieden.

Welches sind die nächsten Entwicklungsschritte?

Das Ziel ist, die Angebotspalette des GNZ Wattwil um weitere Leistungserbringer auszubauen. Aktuell laufen die Grundlagenarbeiten für die Nutzungsplanung, die nötig ist, um anschliessend ein Bauprojekt zu entwickeln. Das ist intensive Knochenarbeit.

Post inside
Als Gemeindepräsident von Wattwil engagierte sich Alois Gunzenreiner im damaligen Abstimmungskampf sehr leidenschaftlich. (Foto: PD) 

Welche Rückmeldungen erhalten Sie aus der Bevölkerung?

Diejenigen, die ich erhalte, sind durchwegs geprägt von Anerkennung und Dankbarkeit für das, was all die vielen Beteiligten gemeinsam erreicht haben. Hervorzuheben ist sicher auch, dass die Notfallversorgung gewährleistet werden konnte.

Welche Echos gelangen aus der Politik zu Ihnen?

Die wenigen direkten Rückmeldungen, die ich erhalte, sind positiv.

Mit welchen Gedanken und Gefühlen denken Sie an den intensiven Abstimmungskampf zurück?

Mit Dankbarkeit für die breite Unterstützung aus dem ganzen politischen Spektrum und die starke Geschlossenheit der Region. Ansonsten muss man nicht zurückblicken, die laufende Entwicklung ist wichtig.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie für sich aus dem Abstimmungskampf, etwa im Verhältnis des Toggenburg zur St. Galler Regierung?

Nichts Neues: Die Bedürfnisse der Bevölkerung einer Landregion müssen erklärt werden.