2019 hat das Schweizer Parlament ein CO2-Gesetz verabschiedet. Weil aber eine Allianz aus Erdöl- und Autoindustrie dagegen das Referendum ergriffen hat, muss das Schweizer Volk am 13. Juni an der Urne darüber befinden. Die Parteien befürworten das Gesetz mehrheitlich. Einzig die SVP ist klar dagegen. In Wil haben sich die Ortsparteien der Grünliberalen, der SP, der FDP, der Grünen und der CVP zu einer gemeinsamen Aktion zusammengefunden. Am Samstag haben sie an einer Standaktion vor dem Ochsner-Sportgeschäft an der oberen Bahnhofstrasse die Gründe für eine Annahme des Gesetzes dargelegt. Hallowil hat je einen Vertreter von jeder Partei nach seinen Gründen befragt, sich an der gemeinsamen Aktion zu beteiligen.

Johannes Leutenegger, GLP-Präsident: «Es handelt sich um eine ganz wichtige Angelegenheit, die uns alle betrifft. Wir haben deshalb die Initiative für eine gemeinsame Aktion der Wiler Parteien ergriffen. Ich finde es gut, dass sich fast alle für die Vorlage einsetzen. Das Gesetz ist ein Kompromiss, der verständlicherweise nicht alle zufriedenstellt. Aber es ist wichtig, dass im Klimaschutz etwas passiert.»

Guido Wick, Grüne/prowil: «Ich mache seit 40 Jahren Politik in Wil. Bei dieser Aktion kommt das zum Tragen, was ich mir am meisten wünsche: Dass sich die Parteien, welche in einer Sachfrage das gleiche oder ein ähnliches Ziel verfolgen, ihre Kräfte bündeln und ihre Anhängerschaften für gemeinsame Lösungen gewinnen. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass eine Mehrheit zur Überzeugung kommt, dass das CO2-Gesetz der Schweiz wirklich etwas bringt. Und dass diese Mehrheit die Argumente der Gegner - der Öl- und der Gaslobby – durchschaut. Eine Ablehnung des Gesetzes wäre zum Schaden der Schweiz.»

Franklin Munishi, CVP-Präsident: «Die Aktion gilt einer sehr wichtigen Angelegenheit. Das CO2-Gesetz ist eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen. Wir müssen gemeinsam handeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Als die Grünliberalen die Initiative für diese Aktion ergriffen haben, haben wir uns sofort angeschlossen.»

Marianne Mettler, SP: «Mir ist das Thema total wichtig. Es ist erfreulich, dass in Sachen Umweltschutz auf nationaler Ebene etwas gemacht wird. Ausserdem finde ich es cool, dass die Parteien zusammenspannen. Das gibt es so wenig. Normalerweise kämpft man gegeneinander und hier haben wir uns einmal von Grün bis FDP zusammengefunden.»

Stadtrat Jigme Shitsetsang, FDP: «Es ist wichtig, auf das CO2-Gesetz hinzuweisen und Werbung im Hinblick auf die Abstimmung zu machen. Erfreulich ist, dass bis auf eine Partei alle mitmachen. Wir sind überzeugt, dass das CO2-Gesetz für die Zukunft der Schweiz sehr wichtig ist. Es stellt die Grundlage dar, die Klimaziele zu erreichen. Deshalb war für uns von Anfang an klar, dass wir bei dieser Aktion mitmachen.»

Salome Zeintl, JFDP: «Klimaschutz betrifft nicht nur eine Partei. Das betrifft uns alle und vor allem meine Generation, uns Junge. Wir wünschen uns auch in Zukunft eine intakte Welt. Es geht darum, die Welt nicht auszunutzen, sondern lebenswert zu erhalten. Das ist eine parteiübergreifende Aufgabe.»

Regierungsrätin Susanne Hartmann, CVP: «Der Kanton St. Gallen unterstützt das CO2-Gesetz und ich darf im Komitee mitwirken, weil wir uns zusammen mit allen Kantonsregierungen für das Gesetz engagieren. Wir brauchen das Gesetz, damit wir den CO2-Ausstoss bis 2030 halbieren und bis 2050 eliminieren können.»