Unter «Bodenhorizonte» kann sich wohl manch einer nicht sehr viel vorstellen. Hört man der 18-jährigen Mara Toma aus Algetshausen eine Weile zu, wird jedoch schnell ersichtlich, um was es dabei geht und wie sie sich selbst mit der Entnahme von vielen Bodenproben zum Erdmaterialprofi gemausert hat. «Mir war es wichtig, dass meine Maturaarbeit einen praktischen Teil beinhaltet. Da ich sehr gerne in der Natur bin, vor allem in den Bergen, wollte ich etwas naturbezogenes machen. Ich habe mich ausserdem schon früh für die naturwissenschaftlichen Fächer interessiert, deshalb habe ich den Schwerpunkt Bio-Chemie gewählt. Und im kommenden Sommer, also nach der Kantonsschule, werde ich Erd- und Klimawissenschaften an der ETH Zürich studieren.»

Geheimnisse unter der Erdoberfläche

Ob Wiese oder Acker, das Interessanteste findet sich unter der Erdoberfläche, den sogenannten Bodenhorizonten. «Von aussen sehen wir immer nur diese oberste Schicht und es scheint einfach Erde zu sein. Doch sobald man es näher betrachtet, kommen die kleinen, faszinierenden Details zum Vorschein, die vorher verborgen waren. Es interessiert mich sehr, wie sich Böden voneinander unterscheiden und wie sie sich verändern, je tiefer man gräbt. Ausserdem fasziniert es mich, wie die Landwirtschaft Einfluss darauf nehmen und den Boden somit «kontrollieren» kann.» Ungewöhnliche Aussagen einer jungen Frau, doch wer sie kennt, der weiss, Mara Toma hat ein Faible für das was sich unter der Erdoberfläche befindet. Warum das so ist, erklärt sie damit, als dass sie sich ungemein gerne in der Natur aufhält. «Ob wandern, Fahrradfahren oder im Zelt übernachten; hauptsache draussen in der freien Natur.» Zudem engagiert sie sich als Rettungsschwimmerin und ist Mitglied der Jugendmusik Uzwil. «Das stimmt, Oboe spielen gehört auch zu meinen Hobbys», sagt sie augenzwinkernd.

Unterwegs mit einem Bodenbohrer

Mara Toma hat Bodenproben in Algetshausen, genommen. Hierbei hat sie eine Ökowiese, einen Acker, sowie einen weiteren Acker, der jedoch bis 2016 eine Weide war, untersucht. Gleichzeitig hat sie Bodenproben im voralpinen Raum genommen, «genauer gesagt auf der Chrüzegg, oberhalb von Wattwil. Dort habe ich eine beweidete und eine unbeweidete Wiese untersucht.» Die eigentliche Grundidee hatte sie vor einem Jahr. Im vergangenen Sommer hat sie sich dann intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und angefangen Bodenproben zu nehmen. «Für diese Proben habe ich etwa eineinhalb Tage gebraucht und für die Auswertung der Makronährstoffe im Labor nochmals etwa einen Tag. Geschrieben habe ich fortlaufend. Da für mich zunächst alles Neuland war, beanspruchte es viel Zeit. So gab es intensivere und weniger intensivere Tage.» Mara Toma hat den pH-Wert, den Kaliumgehalt, den Magnesiumgehalt und den Phosphorgehalt der jeweiligen obersten Schichten kontrolliert. Auch die Bodentypen hat sie eruiert. «Bei den einmetertiefen Proben ergaben sich dann die verschiedenen Horizonte (Schichten), das heisst, ein Boden kann in verschiedene Horizonte unterteilt werden, sprich, es entsteht eine Horizont-Klassifizierung. Der erste Horizont, etwa beim Acker, wird durch das Pflügen sehr locker und humusreich. Weiter unten wird er zunehmend steiniger und kompakter. Sobald sich ein Merkmal verändert, kommt ein weiterer Horizont. Ein wichtiger Indikator ist auch die Farbveränderung.»

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Mara Toma


Mit Humus- und Lehmgehalt zur Bestnote

Mit einem Bodenbohrer entnahm Mara Toma die Erdproben von bis zu einem Meter Tiefe. Die sichtbar gewordenen Bodenhorizonte hat sie demnach, und zur späteren Analyse, einzeln verpackt und die Makronährstoffgehalte untersuchte sie an der Kanti Wil. Die kompakten und losen Anordnungen, die Farbe, der Steingehalt und die Grösse der Steine, der Humusgehalt, der Lehmgehalt und Weiteres hat sie dabei untersucht und kommt zur Erkenntnis, dass unter anderem die Landwirtschaft die Oberflächen sehr stark beeinflusst. «Der oberste Horizont definiert die Art der Wiese, also ob sie zum Beispiel ein Acker, oder eine Ökowiese ist. Jede meiner untersuchten Wiesentypen (Acker, Ökowiese, unbeweidete Wiese, beweidete Wiese) hat einen unterschiedlichen ersten Horizont. Weiter im Boden, wenn der Boden nicht mehr durch die Landwirtschaft beeinflusst wird, haben dann alle eine sehr ähnliche Struktur.» Mara Toma hat sich für ihre Maturaarbeit verdientermassen die Bestnote Sechs abgeholt.