Die sicher nicht alltägliche Formation von Klassik und Folklore bot ein aussergewöhnliches Konzert. Sowohl Nicolas Senn als auch die in der Region Wil aufgewachsene Andrea Wiesli  hatten die verschiedensten Kompositionen entweder geschrieben oder für das gemeinsame Spiel arrangiert. Der Name des Ensembles entsprang der Idee, gleich „Tre Fontane“, also Quelle sprudelnder musikalischer Ideen zu sein. 

Vom Csárdás bis zur Donauschifffahrt
An musikalischer Literatur fehlte kaum etwas. Gestartet wurde mit «Hüt gohts loschtig zue» von Ueli Alder und einem Walzer von Johann Anton Moser – und schon war das Publikum mit dem Quartett unterwegs. Andrea Wiesli und Noelle Grübler hatten in der Zentralbibliothek Schätze gefunden und Nicolas Senn zeigte musikalisch den Kampf der mutigen «Gääser Chatz» mit dem Fuchs oder seinen heftigen «Wedegehnte» (Muskelkater). Wer hat denn schon gewusst, dass Joseph Haydn die Grundlage geschrieben hat für das fetzige «Rondo in the Gypsies’ style»? Frauenpower zeigte sich im «Sabrina-Fox» von Hans Rey (Solo Klavier), «Reginas Hackbrettcsárdás» von Walter Alder und Jenö Hubay’s «Heijre Kati». Hans Jelmoli komponierte den «Cake-Walk» aus dem Klaviertrio op. 42 und Boris Mersson die »Rhapsodie pour un gitan». 

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Gegenseitig applaudieren - wo immer sie auftreten verbreiten sie viel Freude

Nicolas Senn erzählte von seiner zuerst nicht sehr geschätzten, dann aber höchst amüsanten Donauschiffahrt in «Acht Täg fort». Auch «E wörzigs Stöckli Appezöller Chääs» durfte nicht fehlen, ebenso ein Medley von Schweizer Volksmusik und Zigeunerklänge. Da tönte «Zogeamboge» im Cello-Solo, ebenso gut wie das Lied «Hoch aufm Berg, tief im Tal» von Johannes Brahms, gesungen von Andrea Wiesli und Noelle Grüebler von der Kanzel herab. Als Zugabe erklang «Csárdás» von Vittorio Monti. Das reichte dem Publikum noch nicht. So spielte Andrea Wiesli ganz zum Schluss auf der Orgel die «Schanfigger Bauernhochzeit» von Hannes Meier.