Mittlerweile kann man von einer Brandserie reden. Denn was sich in den letzten 15 Tagen in den Ortschaften der Region Wil zugetragen hat, ist nichts anderes: sechs Brände innerhalb von 15 Tagen. Zwischen dem 12. Und 27. Dezember mussten die lokalen Feuerwehrangehörigen gleich zwei Mal in Degersheim, und je einmal in Dietschwil, Münchwilen, Bichwil und Niederuzwil ausrücken.

Verschiedene Versicherungen wie beispielsweise die AXA Winterthur berichten, dass jeder fünfte Brand in der Weihnachtszeit auf unbeaufsichtigte brennende Kerzen zurückzuführen ist. Denn im Dezember kommt es zu 30 Prozent mehr Zimmer- und Wohnungsbränden als in einem durchschnittlichen Monat. «Das zeigen Zahlen über die letzten Jahre», berichtet die oben genannte Versicherung in einem Blogpost auf ihrer offiziellen Internetseite. Eine Entwicklung, die auch die Kantonspolizei St. Gallen feststellt. «Wir haben jetzt keine so genaue Auswertung aus den Systemen zur Hand», sagt Gian Andrea Rezzoli, Polizeisprecher der Kapo St. Gallen, auf Anfrage von hallowil.ch, «aber ich kann diese Aufgrund unserer Erfahrung bestätigen.» Besonders stark von Bränden betroffen sind sogar die Weihnachtstage selber – an denen den Versicherungen sogar bis zu dreimal mehr Brandschäden gemeldet werden als sonst. Weil eben Kerzen unbeaufsichtigt brennen gelassen werden.

Untersuchungen der Brände laufen

Nach der Brandserie in der Region Wil, stellt sich nun die Frage: Haben die Brände der letzten Tagen etwas mit brennenden Kerzen oder einer anderen brennenden Weihnachtsdekoration zu tun? «Die Untersuchungsergebnisse zu den Brandursachen werden an die Staatsanwaltschaft rapportiert, weshalb ich auf diese Frage keine Auskunft geben kann», so Rezzoli.

Fakt ist, dass bei Feuer besonders hohe Schadensummen entstehen. «Brandschäden gehören zu den teuersten Schäden überhaupt», wird im AXA-Blogpost weiter berichtet. So betrage die durchschnittliche Schadensumme bei einem durch Kerzen verursachten Brand um die 10 000 Franken. Die jüngste Brandserie der Region Wil zeigt, dass deutlich höhere Schäden entstehen können, wenn ein Zimmer oder sogar ein Haus brennt. Und dann belaufen sich die Sachschäden gleich auf mehrere 100 000 Franken. «Das ist schnell der Fall. Die Schäden entstehen eben durch Feuer und Rauch – aber auch die Löscharbeiten kosten», sagt Polizeisprecher Rizzoli. 

Löschdecke oder Eimer Wasser in greifbarer Nähe

Solange die Weihnachtsdekoration und der Christbaum in den nächsten Tagen noch in den Wohnungen und Häuser stehen, sollten die Bewohner wirklich darauf achten, dass jede Kerze und jede Lichterkette beaufsichtigt werden. Bevor man einen Raum verlässt, muss man jede einzelne Kerze löschen. Ausserdem macht es Sinn einen Eimer Wasser in Nähe der Adventkranzes oder des Christbaumes zu haben. «Legen Sie sich am besten eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher zu und informieren Sie sich vorab, wie Sie im Notfall damit umgehen müssen», rät die Kapo in einem Ratgeber für die Weihnachtszeit.