Zur Erhaltung des idyllischen Dorfbachbildes im Zentrum von Zuzwil, fordert eine ad hoc-Gruppe an Stelle der Tieferlegung des Dorfbaches zur Hochwasserentlastung ein Vorprojekt für den Bau eines Hochwasser-Entlastungsstollens. Die im Detail gerechnete Variante soll nebst Vorteilen zur Erhaltung des Dorfbildes die Kostensituation gegenüber der Bachtieferlegung aufzeigen. Die Veränderungen im Falle der Bachtieferlegung im Zentrum wären gravierend, nebst totalem Neubau der Bachmauern müssten auch rund 10 Brücken und zahlreiche Werkleitungen ersetzt werden. An der Medieninformation wurden für den Stollenbau mutmassliche Kosten von 5,0 - 5,7 Mio. Franken vorgestellt, was ihrer Meinung nach in etwa den Kosten der Bachtieferlegung im Zentrum entspricht.An der Medieninformation machten die Initianten deutlich, dass sie die Idee des Entlastungsstollen dem Gemeinderat bereits im Januar 2018 vorgelegt hätten. Der damals versprochenen Prüfung wollen sie Nachdruck verleihen, dass die Variante Entlastungsstollen als konkretes Vorprojekt der Variante Tieferlegung des Dorfbaches im Zentrum entscheidungsreif gegenüber gestellt wird. Das wohl über mehrere Generationen wirkende Projekt müsse es wert sein, entsprechende Planungskosten in Kauf zu nehmen. Entlastungsstollen sind bekanntlich vielerorts ein Thema, in Uzwil vor wenigen Jahren realisiert.

Generationenprojekt fordert Varianten
Das im August 2017 vorgestellte Projekt der Bachsanierung als Sicherung gegen Hochwasser sieht konkret eine Tieferlegung des Dorfbaches um bis zu 1,7 Meter vor. Dort wo heute Bachmauern stehen, müssten allesamt ersetzt werden, was auch für rund 10 Bachbrücken gilt. Bei natürlichen Bachführungen muss das Profil deutlich verbreitert werden. Varianten zur Bachtieferlegung wurden bekanntlich keine geprüft, obwohl mit einer deutlichen Zerstörung der Bachidylle zu rechnen ist.

Die Initianten, die ad hoc Gruppe besteht aktuell aus 10 Personen, sind der Auffassung, dass die Variante Hochwasser-Entlastungsstollen gerechnet werden soll. Es müsse Klarheit über dessen Kosten geschaffen werden. Die Bürgerschaft müsse auch darüber entscheiden können, ob zur Erhaltung des idyllischen Bachbildes allenfalls gewisse Mehrkosten in Kauf genommen werden. Das Generationenprojekt, wie die vor vier Jahrzehnten realisierte Bachbettverlegung im Zentrum müsse eine Prüfung wert sein.

Im Detail mit dem Thema befasst
Die Initianten betonten an der Information, dass sie keine Wasserbauspezialisten seien. Am Beispiel des Uzwiler Entlastungsstollens hätten sie sich orientiert und die möglichen Kosten auf heutigem Stand errechnet. Sie haben bereits klare Vorstellungen einer möglichen Führung des Entlastungsstollens, um das notwendige Gefälle und die Aufnahme des Hochwassers zu erreichen. Auch hätten sie die Variante Auffangbecken im Oberlauf des Baches geprüft, was allein schon auf Grund fehlender Landfläche kaum realisierbar wäre.

Die von der Initiativgruppe erarbeitete Projektidee sieht ein Einlaufbauwerk beim Chellhof an der Strasse nach Wuppenau vor. Der 660 Meter lange Kanal führte unter dem Kirchhügel zum Auslaufbauwerk südlich der Tüfenwiesstrasse mit der Ableitung in den erweiterten Wantenbach (Kartenausschnitt). Der Kanal mit drei Meter Durchmesser könnte 35'000m3 Wasser pro Stunde abführen. Die Höhendifferenz von 14 Meter ergibt ein Gefälle von 2,1 Prozent. Die Kosten sind nach dem Uzwiler Beispiel mit 5,0 - 5,7 Mio. Franken hoch gerechnet. Die Bachtieferlegung wäre dann nur noch im unteren Dorfbereich notwendig, das Dorfzentrum bliebe von der Verunstaltung des Bachbettes verschont.

Nachtragskredit Bachsanierung für Stollenprojekt
Am 12. Januar 2018 übergaben die Initianten dem Gemeinderat die Projektidee des Entlastungsstollens. Gemeindepräsident Roland Hardegger habe das Versprechen abgegeben, die Variante Entlastungsstollen zu prüfen. Allerdings will sich die Initiativgruppe nicht mit wahrscheinlichen Angaben zufrieden geben, sondern verlangt eine Detailprüfung, allenfalls durch einen im Tunnelbau / Bergbau erfahrenen Spezialisten.

Bekanntlich geht es an der kommenden Bürgerversammlung um einen Nachtragskredit für die Planung der Bachsanierung in der Höhe von 205'000 Franken. Dieser Betrag soll vorerst für ein Projekt Entlastungsstollen verwendet werden, der nach Ansicht der Initianten kaum ausgeschöpft würde. Ein entsprechender Antrag werde für die Bürgerversammlung vorbereitet. Allerdings wollten sie die Stellungnahme des Gemeinderates an der Vorversammlung abwarten.