Der gelernte Chemielaborant Richard Holenstein liess sich nach seiner Zeit als Betriebsleiter und später Geschäftsleitungsmitglied der Firma Karl Bubenhofer AG (KABE-Farben) frühzeitig pensionieren und stellte seine Kraft verschiedenen Gremien in der Gemeinde Niederbüren zur Verfügung, wo er seit 33 Jahren wohnt. Er war unter anderem 14 Jahre Präsident der CVP Ortspartei. Sein grosses Engagement kam vor allem der Katholischen Kirchgemeinde zugute.

hallowil.ch: Herr Holenstein, was beschäftigt sie im Moment am meisten?
Das Textilmuseum, das nun nach heftigen Diskussionen von den Stimmbürgern und von der Bürgerkorperation Niederbüren grosszügig unterstützt wird. Als Vereinspräsident ist es mir ein grosses Anliegen, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt und das Textilmuseum Sorntal in eine erfolgreiche Zukunft geführt werden kann.

hallowil.ch: Was motivierte sie seinerzeit, das Präsidium der Kirchgemeinde zu übernehmen?
Mir sind einerseits die Kirche und der Glaube, aber auch der Gesang im Kirchenchor wichtig. Andererseits macht es mir Freude, gemeinsam etwas zu erschaffen und zu erreichen. Und das durfte ich erleben. Die erste urkundliche Erwähnung Niederbürens geht auf das Jahr 737 zurück. Die drei Pfarreien Oberbüren, Niederbüren, Niederwil mit je einer Kirchenverwaltung sind seit 2018 verbunden im Zweckverband Seelsorgeeinheit-ONN, der kleinsten, sehr gut aufgestellten Einheit im Bistum St. Gallen. 13 Mitarbeitende sorgen gemeinsam mit den beiden Patres Erich Schädler und Gregory Polishetti zusammen mit vielen Ehrenamtlichen für das Wohl der Kirchbürger.

hallowil.ch: Die Fixpunkte in ihrer Amtszeit?
Wir durften in unserer Pfarrei immer auf gute Priester zählen, vor allem von der Pallottiner-Gemeinschaft. Als Präsident der Orgelbaukommission wartete ab 2003 mit den Abklärungen und dem Einbau der neuen Orgel eine interessante Aufgabe. Daraus entstanden ist der Verein Orgel Niederbüren, der jährlich zu zwei exklusiven Konzerten einlädt. 13 Wegkreuze werden von Privatpersonen gepflegt und wo nötig durch die Kirchgemeinde restauriert. 2008 startete der gut funktionierende offene Jugendtreff On Air. Es folgte die Renovation von Kirche, Pfarrhaus und Kaplanei, die jetzt alle in einem guten Zustand sind. Ein bisschen Wehmut zum Abschied liegt schon in der Luft – aber es ist gut so.

hallowil.ch: Und die Highlights?
Es gab viele Höhepunkte und interessante Ereignisse mit Priestern, Gläubigen, Jugendlichen, dem Seelsorgeverband und der daraus entstandenen Seelsorgeeinheit. Ich durfte auch mit den drei Kirchenverwaltungen zusammen den Zweckverband SE-ONN gründen und diesen präsidieren. Ein spezielles Highlight war sicher die Erstellung des Rebberges St. Michael. Das wurde in einer «weinseligen Runde» mit Pater Adrian Willi beschlossen, und ist ein konfessionsneutrales Projekt. Der Verein Weinfreunde Niederbüren hat 186 Rebstockbesitzer. 385 Rebstöcke liefern genug «Cabernet-Jura» damit alle Rebstockbesitzer ihren jährlichen Anteil erhalten. Zudem schenkt die Kirchgemeinde diesen Wein «Cabernet-Jura Rebberg St. Michael» am Kirchenfest aus. Die notwendigen Arbeiten im Rebberg werden gemeinsam erledigt. Am 29. September des vergangenen Jahres haben wir 560 Kilogramm Trauben mit 86° Öchsle geerntet.