Alles begann im Jahr 1994 mit der Produktion «Zeitgeist – eine Revue zu den Zeichen der Zeit». In einem Aadorfer Kulturkeller wurde damals das "Theater Jetzt" aus der Taufe gehoben. Heute ist das "Theater Jetzt" ein erwachsen gewordenes Theater mit Oliver Kühn an der Spitze und fast schon unzähligen Wegbegleitern, die diesen langjährigen Erfolg erst ermöglicht haben. «Dass sich dieser Kulturbetrieb 25 Jahre lang halten konnte, ist nicht selbstverständlich. Dass wir Produktionen in der ganzen Ostschweiz, den Kantonen Zürich, Graubünden und Tessin zeigen, macht Freude – und ja, auch stolz», sagt Oliver Kühn, einer der buntesten Hunde in der Region. 

Es waren in jüngster Vergangenheit Produktionen wie «Ittingen brennt» im Jahr 2012, «No Greg» (2013) oder «Struwwelpeter» (2017), welche vielen Theaterliebhabern in Erinnerung geblieben sind. Oliver Kühn ist ein Regisseur, der vermehrt auch Kinder, Jugendliche und manchmal auch gesundheitlich Beeinträchtigte, in die Geheimnisse des Theaterspielens einweiht. Er entdeckte nicht nur Talente, sondern fördert sie auch. 

Ein Who is Who der Theaterliebhaber

Im Aadorfer Rotfarbkeller – also dort, wo einst alles seinen Lauf genommenhatte – versammelte sich eine bunt gemischte Gruppe aus Gemeindepräsidenten, Regisseuren, Schauspielern, Freunden, Eltern und vielen weiteren Theaterfans, Theatermachenden und Theaterliebhabern. "Theater Jetzt" hatte zur Bratwurst-Gala geladen, der ersten von fünf Anlssen im Rahmen der Feierlichkeiten des 25-jährigen Bestehens. Oliver Kühn liess es es sich nicht nehmen, die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte Revue passieren zu lassen. Und siehe da: Viele seiner Bühnenfreunde, Sponsoren, Unterstützende horchten gespannt. Für die Erinnerung fanden zahlreiche Requisiten aus den Produktionen früherer Jahre den Weg auf die Bühne. «Dank Lilo Wellinger, mit der ich eine jahrelange und tiefe Freundschaft pflege, haben wir heute die Hand von Idda von Toggenburg, oder der Hut mit der riesigen, nach oben austretenden Hirnmasse, hier», sagte Kühn.

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Oliver Kühn feiert 25 Jahre Theater Jetzt, mit einer Bratwurst-Gala im Rotfarbkeller – da, wo 1994 alles begonnen hat.

Und dann Musik mit Extrafish

Die Bratwurst-Gala machte den Anfang der Pentalogie anhand des fünfteilig zu feiernden Jubiläums. Mit dabei waren «Extrafish», die Musikkapelle mit den "Theater Jetzt"-Musikern Andi Bissig und Valentin Baumgartner. Verstärkung fanden sie in Jonas Künzli und Adrian Böckli. Eine abendfüllende Gala mit Kultur pur, Oliver Kühn in Topform, Mama Kühn vor stolz beinah platzend und vielen Kulturbereicherer, die wichtig sind.

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Oliver Kühn (mitte) ist Gründervater des Theater Jetzt. Das feierte er, nebst vielen weiteren Kulturliebhabern, mit seinen Musikern Andi Bissig (links) und Valentin Baumgartner. Die beiden Letztgenannten traten danach, im Quartett, als Extrafish auf.

Das Theater Jetzt - kurz zusammengefasst

1994 gründete Oliver Kühn das Ostschweizer Theater Jetzt und ist Initiant (Idee und Stückentwicklung) diverser Projekte in den Bereichen Musik- und Recherchentheater, Animation und Film, bis hin zu Experimentellem. Kühns Idee ist es, das Theater zu den Leuten zu bringen, dass es immer und überall stattfinden kann, und viel mehr ist als nur "Bühne - Vorhang - Publikum". Die Stücke werden oft aus dem Ort für den Ort erarbeitet. Dabei entstehen erste Textfassungen, die zusammen mit dem Ensemble weiter zur Spielfassung gearbeitet werden. Kühn hat diverse Projekte mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit psychisch beeinträchtigen Menschen realisiert.