Was Rapperswil-Jona und Uzwil bereits haben, soll nun auch in Wil Tatsache werden: Ein Jugendrat oder Jugendparlament. In diesem Gremium treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene, um ihre Anliegen zu besprechen und auch umzusetzen. In demokratischen Prozessen werden Projekte geplant, realisiert und finanziert. Dieses öffentliche Plenum soll mindestens zehn Jugendliche umfassen und politische Vorstösse beim Stadtparlament einreichen können. Zudem stünde ein jährlicher Betrag von 5000 Franken zur Verfügung, welcher in Eigenkompetenz eingesetzt werden könnte. Das Jugendparlament würde von der Jugendarbeit Wil begleitet. Mitmachen kann, wer den Wohnsitz Wil hat.

Nächsten Donnerstag wird im Stadtparlament entschieden, ob grünes Licht für ein Jugendparlament gegeben wird. Genau wie der Stadtrat empfiehlt auch die vorberatende Kommission, welche aus allen grossen Parteien besteht, die Einführung eines Jugendparlaments. Und zwar mit 6:1-Stimmen. Allerdings schlägt die Kommission Anpassungen vor. So sollen die Jugendlichen, die mitmachen, zwischen dem 13. und dem 25. Altersjahr sein. Bund und UNO würden die Zeitspanne des Jugendlichsein bis zum 25. Altersjahr definieren. Der Stadtrat hat die obere Altersgrenze bei 21 Jahren gesetzt. Zudem sollen beim Departement Soziales, Jugend und Alter im Rahmen eines Jugendförderkredits zusätzlich zu den 5000 Franken weitere finanzielle Mittel beantragt werden können. Die Legislatur wird jeweils auf ein Jahr festgesetzt.

Uneinigkeit über die Anzahl Mitglieder

Und was sagen die Parteien? SP und SVP sind dafür, wobei die Volkspartei die Anzahl Mitglieder auf 20 erhöhen würde. Die FDP begrüsst zwar, dass Jugendliche mitreden können, sieht aber die politischen Parteien in der Pflicht. Zudem soll die Mindestzahl an Mitglieder bei 6 festgelegt werden. Die Grünen Prowil stehen dem Vorhaben «derzeit eher kritisch» gegenüber, obwohl auch sie den Einbezug der Jugendlichen begrüssen. Mit dem Partizipationsartikel bestehe bereits jetzt die Möglichkeit, Anliegen und Ideen bei der Politik zu deponieren.

Von den Jungfreisinnigen, die mit Jannik Schweizer im Stadtparlament und in der vorberatenden Kommission vertreten sind, kommen kritische Töne. Selbstredend wird auch hier das Mitspracherecht junger Leute begrüsst. «Jedoch wird mit der Einführung eines Jugendparlaments dieses Ziel nicht erfüllt. Die Verantwortung liegt bei den politischen Parteien. Die Stadt kann die bereits bestehenden Jungparteien unterstützen», lassen sich die Jungreisinnigen zitieren.

Startzeitpunkt noch offen

Stimmt eine Mehrheit der Stadtparlamentarier der Einführung eines Jugendparlaments zu, so ist dieses noch nicht aktiviert. Das geschieht erst, wenn sich genügend Jugendliche gefunden haben, die mitmachen.

hallowil.ch berichtet am nächsten Donnerstag wie gewohnt mit einem Liveticker aus dem Stadtparlament.