Es ging an der Bürgerversammlung Flawil um die Jahresrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 3,16 Millionen Franken. Sie wurde von den 189 Versammlungsteilnehmern (3,1 Prozent) ohne ein einziges Wortbegehren gutgeheissen. Deshalb blieb Zeit für Informationen durch Behördenmitglieder und Diskussionen in der allgemeinen Umfrage.

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Gemeindepräsident Elmar Metzger: «Wir setzen uns mit aller Kraft gegen einen Kahlschlag am Spital Flawil zur Wehr.»


Spitalzukunft hat Priorität

Kein Problem habe den Flawiler Gemeinderat in der letzten Zeit so gefordert wie die Zukunft des Spitals, führte Elmar Metzger in seinem Überblick über die aktuellen Aufgaben aus. Die Behörde sei sich bewusst, dass sie sich bezüglich der Weiterführung des Spitals gegenüber Veränderungen nicht verschliessen dürfe. Der Gemeinderat habe diese Offenheit der Spitalverwaltung kundgetan. Allerdings wehre er sich mit aller Kraft und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen einen Kahlschlag.

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Bezüglich der baulichen Voraussetzungen gehört das Spital Flawil nach Ansicht des Gemeindepräsidenten zu den besten der neun St. Galler Kantonsspitäler.

Auch wenn das öffentliche Interesse momentan etwas abgeflacht erscheine, liefen die Diskussionen im Hintergrund auf Hochtouren. Am vergangenen Freitag habe sich der Lenkungsausschuss mit dem Gemeinderat Flawil getroffen. Mit dabei seien auch Vertreter der schweizerischen Spitalgruppe gewesen, welche der Gemeinderat als mögliche künftige Spitalträger ins Gespräch gebracht habe. Und als überraschende Neuigkeit führte Elmar Metzger aus: «Gerade heute Nachmittag – und das wissen noch nicht einmal meine Kollegen im Gemeinderat – hat sich eine in der Ostschweiz bekannte private Spitalgruppe gemeldet und mir mitgeteilt, sie habe sich mit dem Lenkungsausschuss in Verbindung gesetzt, weil sie das Spital Flawil gerne weiterführen möchte.»


Vor dem ARA-Spatenstich

Auch wenn die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr leicht rückläufig gewesen sei, bezeichnete der Gemeindepräsident die Entwicklung der Gemeinde als gut. Über mehrere Jahre gesehen verzeichne Flawil die angestrebte Zunahme von 50 Personen pro Jahr. Als grösstes anstehendes Bauprojekt erwähnte er den Ausbau der ARA Oberglatt, ein 20-Millionen-Projekt der Gemeinden Gossau, Flawil und Degersheim. Der Spatenstich erfolgt im Mai, mit der Vollendung wird Mitte 2021 gerechnet. Im Bau befinden sich die Sanierung der Abfalldeponie Lehmtobel und des Entwässerungskanals im Töbeli. Vom Ausbau des Bahnhofplatzes ist der Busbahnhof fertiggestellt. Nach Fertigstellung des Bahnhofplatzes ist im kommenden Frühjahr zusammen mit dem benachbarten neuen Fünfegg-Bau ein gemeinsames Eröffnungsfest geplant.

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Schulpräsident Christoph Ackermann, der eben zum Präsidenten des Schulgemeindeverbandes des Kantons St. Gallen gewählt worden ist, stellte die Musikschule vor.


Neue Turnhalle mit Musikschulzentrum

300 Kinder werden in der Musikschule Flawil von 22 Lehrpersonen an insgesamt 20 Instrumenten unterrichtet. Schulpräsident Christoph Ackermann legte diesmal den Schwerpunkt auf die Musikschule, die älteste Musikschule in der Region. Sie besteht seit 1973. Der Wunsch des Schulpräsidenten wäre es, dass die Musikschule auf ihr 50jähriges Bestehen in vier Jahren in ein neues Musikschulzentrum einziehen könnte. Zu realisieren wäre dies zusammen mit dem Neubau der Turnhalle Feld. Als Aushängeschilder der Musikschule eröffneten sieben Mitglieder der Band der Musikschule die Bürgerversammlung mit mitreissenden Weisen.

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Für die Sanierung des Kindergartens Wisental werden vom Jahresüberschuss 2018 gut zwei Millionen Franken verwendet.


Steuersenkung in Aussicht gestellt

Der Ertragsüberschuss der Jahresrechnung 2018 wird in eine Ausgleichsreserve gelegt. Eine Million Franken, das entspricht sechs Steuerprozenten, wird zur Senkung des Steuerfusses verwendet. Ob vollumfänglich im nächsten Jahr oder auf mehrere Tranchen verteilt, wird bei der Budgetierung entschieden. Aus der Versammlung wurde der Wunsch geäussert, der nächstjährige Steuerfuss sollte höchstens 132 Prozent (minus 6 Prozent gegenüber heute) betragen. Der Gemeindepräsident liess die Höhe der Senkung offen. Dazu müssten die Finanz- und Investitionsplanung bekannt sein und zu Rate gezogen werden. Flawil ist schuldenfrei und verfügt momentan über ein Nettovermögen von 8,7 Millionen Franken.

Den Rest des Überschusses von gut zwei Millionen Franken will man für die Sanierung des Kindergartens Wisental verwenden. Dieses Vorhaben kann nicht im Rahmen des üblichen Liegenschaftsunterhalts finanziert werden.

Neugestaltung Marktplatz

Die Planung der Neugestaltung des Marktplatzes ist unter Mitwirkung der Bevölkerung weit gediehen. Es ist der Bau einer Markthalle, eines Kulturhauses und einer Tiefgarage vorgesehen. Ausserdem sind Hochwasserschutzmassnahmen erforderlich. Der Vorschlag aus der Versammlung, die Behörde solle für Tiefgarage und Kulturhaus separate Abstimmungsvorlagen ausarbeiten, wurde abgelehnt. Ebenso ein Antrag zur Änderung des Baureglementes bezüglich Garage- und Hofzufahrten.