Charmant moderiert wurde der Abend durch Natascha Verardo vom Regionalfernsehen TVO. Ihre erste Ansage galt Christof Oswald, dem Präsidenten der Arbeitgeber-Vereinigung. In seiner Begrüssung hiess er namentlich Regierungsrat Marc Mächler, Peter Spenger, Präsident, sowie Kurt Weigelt, abtretender Direktor, und Markus Bänziger, neuer Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, und einige Kantonsräte und Gemeindepräsidenten willkommen.

Post inside
Letzte Vorbereitung: Der Präsident bespricht sich mit der Moderatorin.

Region muss zusammenfinden

Christof Oswald orientierte über den Zusammenschluss der Industrievereinigung und der Arbeitgeber-Vereinigung der Region Uzwil. Zusammenarbeit sei aber auch in der Region gefordert. Das Ungleichgewicht zwischen den Regionen St. Gallen und Wil verlange ein Zusammenrücken, wenn man sich Gehör verschaffen wolle. Dazu brauche es Dialog, aber auch klare Perspektiven. Die Wirtschaft habe sich mit klaren Stellungnahmen zu lange vornehm zurückgehalten. Deshalb dürfe sie sich nicht wundern, wenn gewisse Abstimmungen – Alters- und Einwandererregelung – schief gelaufen seien.

Als positiv erwähnte Oswald das durch Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik Erreichte im öffentlichen Verkehr. Andrerseits stellten die Augarten-Kreuzung und die Autobahn-Anschlüsse nach wie vor ein riesiges Problem dar. Weitere regionale und überregionale Themen, aber auch Verhaltensfragen, warteten auf eine Lösung. Ganz wichtig scheint es Christof Oswald, dass wieder vermehrt Eigenverantwortung wahrgenommen werde.

Post inside
Christof Oswald bedauert, dass nicht alle Berufsbildner die Bedeutung der Digitalisierung erkannt haben.

Was ist Ihnen wichtig?

Diese Frage erkunde die Arbeitgeber-Vereinigung an ihrem Stand an der Riga, erklärte Christof Oswald. Dazu hat sie den Roboter Adi eingesetzt. Die Antworten auf seine Fragen hat der AGV-Präsident nach zweieinhalb Messetagen ausgewertet. Am meisten genannt seien Naturnähe, Lebensqualität und Erschliessung durch öffentliche Verkehrsmittel. Wohnen in Arbeitsnähe stelle einen bedeutenden Mehrwert dar. Diesbezüglich werde Uzwil oft unterschätzt. Der Arbeitgeber-Vereinigung Uzwil gehörten 110 Firmen an, und die Zahl der Arbeitsplätze sei gleich gross wie in Wil. Bei Bühler, wo Oswald leitender Personalchef ist, sei in den letzten 15 Jahren die Stellenzahl nicht verringert worden. Christof Oswald untermalte die Situation der Region Uzwil mit wunderschönen Luftaufnahmen der Dörfer, Betriebe und dem in kurzer Distanz erreichbaren Erholungsraum.

Post inside
Christof Züger ist für digitale Einsatzmöglichkeiten offen.

Digitalisierung verändert die Berufsbildung

Mit Innovation könnten Arbeitsplätze erhalten werden. Dazu brauche es aber auch ganz besondere Anstrengungen auf dem Gebiet der Berufsausbildung. Wir brauchten den Mut, uns vorzustellen, was wir in Zukunft benötigten. Auch wenn wir dies nicht genau wüssten, müssten wir es abschätzen und die jungen Menschen dafür begeistern. An der Riga-Berufsschau sei es leider nicht umfassend gelungen, den Einfluss der Digitalisierung auf die Berufsbildung zu zeigen. Seiner Überzeugung nach habe die Digitalisierung auf alle Berufe Einfluss. Leider sei dieses Einsehen nicht bei allen Berufsgruppen vorhanden gewesen. Wenn wir zu wenig in den Nachwuchs investierten, gehe es unserer Region schlecht.

Post inside
Der Reinigungs-Roboter stammt aus der Firma Cleanfix von Felix Rüesch. Weitere Neuheiten sind in Planung.

Beispiele heutiger Zukunftsbewältigung

Durch Adi, den Roboter, wurden in der Folge die Chefs der Firmen Cleanfix Henau, Felix Rüesch, und Züger Frischkäse Oberbüren, Christof Züger, auf die Bühne gerufen. Sie zeigten wirkungsvoll auf, wie in ihren Firmen der Fortschritt durch Digitalisierung Einzug gehalten hat. Ein ausgeschüttetes Mozarella-Herz wurde durch einen Cleanfix Reinigungs-Roboter aufgewischt. Christof Züger stellte seine innovative Firma und die originelle Werbung vor. In dem Spot behaupten die Züger-Brüder, sie würden die Kühe aller Lieferanten kennen. In ihrem Betrieb kommen auch Reinigungs-Roboter zum Einsatz.

Christof Oswald zeigte seinerseits die fortschrittliche Berufsbildung in der Firma Bühler auf. Roboter kommen als Helfer zum Einsatz. Wer weltweit führend sein wolle, müsse im Ausbildungsbereich für die Zukunft vorbereiten.

Post inside
Simon Pierro zaubert Bier aus einem Tablet.

«Digitaler» Zauberer

Ganz zum Thema passten die Darbietungen von Simon Pierro, einem Zauberer der besonderen Art. Er zauberte kein Kaninchen aus einem Zylinder, dafür aber alle möglichen Dinge aus einem Tablet. Er programmierte also seine Tricks sozusagen. Er verwendete verschiedene Apps, so dass er seinem Tablet ein veritables Eis entnehmen oder Bier in ein Glas fliessen lassen konnte.

Post inside
Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler fordert, dass wir wertschätzend mit den Produkten umgehen.

Der Mensch der Zukunft ist Flexitarier

«Was essen wir morgen?» Dieser Frage ging die Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler aus Wien nach. Essen, sagte sie einleitend, sei eine neue Ausdrucksform. Die Auseinandersetzung darüber, was uns guttue, nehme manchmal fast religiöse Züge an. Und sie habe auch mit der Digitalisierung zu tun. Information und Kommunikation über das Handy veränderten das Einkaufs- und Ernährungsverhalten. Essen bleibe aber die wichtigste Verbindung zur analogen Welt.

Wir lebten in einer Zeitenwende. Der Mensch der Zukunft sei Flexitarier. Er esse Fleisch, aber nicht immer, und wenn, dann hochwertiges. Das Fleisch verliere an Bedeutung zugunsten von Gemüse. Die Expertin zeigte aber auch alternative Möglichkeiten auf: Fleischersatzprodukte, Insekten oder In-vitro-Fleisch. Fleischersatzprodukte würden in immer besserer Qualität hergestellt. Mit Insekten wäre das Welternährungsproblem zu lösen. In-vitro-Fleisch, Fleisch von einem Tier, das noch lebt, sei sehr teuer.

Post inside
Gäste: Regierungsrat Marc Mächler und Josef Jäger von der Larag Wil.