Albert und Regina Frey - ein Begriff in Niederhelfenschwil, geprägt von Fachwissen, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Kundennähe. «Kundenzufriedenheit war für uns ein wichtiger Faktor und wurde geschätzt», betonten beide – eine Umfrage der Gemeinde bestätigte dies 2008. Man spürte, hier arbeiten Menschen, die nicht nur einen Job machen, sondern ihre Arbeit gerne und kompetent verrichten. Begonnen haben sie als frisch vermähltes Paar im damals neu erstellten Bank- und Postgebäude. Bald bereicherten die Kinder Andrea und Diego die Familie. Trotzdem arbeitete die Gattin in der Post weiter, eine Voraussetzung für die Anstellung ihres Gatten.

Wieso Niederhelfenschwil
Nach Abschluss von Verkehrsschule und Lehre arbeitete Albert weiter bei der Post. Regina absolvierte die Monopolausbildung und wirkte an verschiedenen Orten, während zehn Jahren in der St. Galler Post Langgasse. Zusammen stellten sie ihr Wissen und Können während 87 Jahren in den Dienst dieses Arbeitgebers – eine beachtenswerte Leistung. Eigentlich wollte sich der im Hof Letten, Niederhelfenschwil aufgewachsene Albert bei der Ausschreibung für die Stelle im eigenen Dorf nicht melden, glaubte er doch, im kleinen Ort laufe zu wenig. Sein Vorgänger Albert Schlauri überzeugte ihn vom Gegenteil. 

Post inside
34 Jahre wirkten Albert und Regina Frey in der Post für die Bevölkerung und hatten einen guten Draht zu den MenschenVor 29 Jahren konnten sie in ihr neues Heim einziehen und haben jetzt mehr Zeit für Haus und Garten 

Post früher – heute
Die Post gehörte früher zum Dorf wie das Amen zur Kirche. Dort erledigte man Zahlungen, gab Briefe, Pakete und Telegramme auf, tauschte Gedanken aus, organisierteTermine usw. Der Posthalter war für die gesamten postalischen Belange verantwortlich, bis 2007 auch für die Zustellung, die heute zentral organisiert wird. Er schätzte die Zuverläsigkeit der Mitarbietenden sehr. Die traditionellen Dienstleistungen nahmen stetig ab – auch kein Einzelfall. Leider konnte der Umsatzrückgang, besonders bei der Briefpost und den Einzahlungen - bedingt durch die Digitalisierung - nicht verhindert werden. Die Paketzustellung hat zwar zugenommen, konnte den Verlust aber ebenso wenig kompensieren wie der Verkauf von verschiedenen Produkten. Hier war aber neues Wissen gefragt, das sich Albert und Regina aneigneten, um den Kunden beratend zur Seite stehen. Vor allem ältere Menschen waren dankbar für Unterstützung z.B. beim Handy.

Veränderungen im Dorf
Niederhelfenschwil ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Das Wohnen im Grünen, die Nähe zur Autobahn, das vielseitige Angebot wie Bäckerei, Laden, Metzgerei, Arzt, Zahnarzt, Primar- und Oberstufenschule lockte Familien an. Waren es 1984 215 Haushaltungen, so sind es heute 492 – und trotzdem ging das Postgeschäft massiv zurück! Frey’s haben früher fast alle Einwohner und Kinder gekannt, viele junge Leute aufwachsen sehen und sich an ihren Erfolgen mitgefreut. Sie wünschen sich, dass die Postdienstleistungen im Dorfladen benützt werden und somit zum Erhalt des Ladens und der Begegnungsmöglichkeiten beigetragen wird. Anekdoten gab es viele, zum Beispiel: Kinder erhielten am Schalter immer ein Bonbon, worauf sie oft mit leuchtenden Augen warteten. Ein Mädchen bat einmal «Ich hätte gerne etwas, das mich glücklich macht».

Herzlicher Dank 
«Es ist uns ein grosses Anliegen, allen Kundinnen und Kunden für die zum Teil jahrzehntelange Treue herzlich zu danken, sie haben unsre Arbeit mitgetragen, und die Verbindungen werden bleiben», erklärten Albert und Regina Frey. Zukünftig bleibt mehr Zeit für die Hobbys: Jassen, Wandern, Velofahren, Reisen und der Garten. Albert ist Aktivmitglied im Männerchor, Regina im Turnverein. Auch singt sie bei speziellen Projekten gerne im Johanneschor mit. Die Kunden ihrerseits wünschen dem Ehepaar alles Liebe und Gute sowie viel Interessantes im hoffentlich genussvollen Ruhestand.