Haigui Liu Resenterra ist eine Person, die, wenn sie etwas anpackt, es mit Leidenschaft tut und durchzieht. Halbe Sachen kennt die gebürtige Chinesin, die seit vielen Jahren in Wil zu Hause ist, nicht. Entsprechend vollgepackt war und ist gegenwärtig die Agenda der zierlichen Frau, die zum einen als Präsidentin des Chinesischen Verein Ostschweiz amtet, zum anderen aber auch eine eigene Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) im Zentrum Wils führt.

Kunstturnen und Pandemie

Die intensiven Vorbereitungen zum chinesischen Neujahrsfest, dass am 22. Januar stattfand (2023 ist in China das Jahr des Hasen), sind zwar nun genauso vorbei, wie auch der Umzug ihrer TCM-Praxis anfangs Jahr an die Obere Bahnhofstrasse 43. Doch Stillstand ist ihre Sache nicht. «Gesundheitsthemen haben mich schon als Kind sehr fasziniert», erzählt Haigui Liu Resenterra. Insofern überrascht ihre Berufswahl nicht – auch wenn der Zufall mithalf: «Als sich meine damals kleine Tochter beim Kunstturnen verletzte, überlegte ich mir, wie ich ihr helfen könnte und fing an, mich mit der klassischen Massage und Akupressur zu beschäftigen», erinnert sie sich. Seitdem hat Liu Resenterra etliche TCM-Ausbildungen absolviert und durfte in den letzten drei Jahren, als der Auf- und Ausbau ihrer Praxis mit der globalen Pandemie zusammenfiel, als Therapeutin viel über den Umgang der hier lebenden Menschen mit ihrer Gesundheit erfahren und lernen.

Rheuma durch Moxa entgegenwirken

Die Schweiz habe die Coronapandemie zwar gut bewältigt, doch an Möglichkeiten, der Bevölkerung nachhaltige gesundheitliche Verbesserungen angedeihen zu lassen, fehlt es, aus Haigui Liu Resenterras Sicht, nicht. Vor allem der Stress mache vielen Menschen «zunehmend zu schaffen». Dass feucht-kalte Klima tue sein Übriges, um Körper und Seele im Alltag straucheln zu lassen. «Feuchte und Kälte begünstigen die Entstehung von Rheuma. Dagegen gibt’s aber natürliche Mittel, wie das Moxa («mogsa» ist die japanische Bezeichnung für die getrockneten und fein geriebenen Fasern der Blätter des Beifusses), denn Moxa-Wickel vertreiben Feuchtigkeit und Kälte, spenden dem Körper Wärme, lösen so die blockierte Lebensenergie Qi, was wiederum die Selbstheilungskräfte des Menschen in Gang setzt», erläutert Liu Resenterra, den schonenden Prozess zu mehr Lebensenergie.

Menschen für beide Kulturen sensibilisieren

Letzteres ist wichtig, um den Menschen wieder zu jener Tatkraft zu verhelfen, welche es ihnen erlaubt, sich für andere und anderes zu interessieren. Denn das wäre ganz im Sinne von Haigui Liu Resenterra. «Ich bin in beiden Welten – im Fernen Osten wie im Westen – zu Hause, und freue mich, wenn ich andere Menschen für die Kultur meiner Heimat sensibilisieren kann», erklärt sie freudig.

Eine niederschwellige Gelegenheit, sich von der therapeutischen wie auch interkulturellen Tätigkeit Haigui Liu Resenterras ein Bild zu machen, bietet sich für die Öffentlichkeit am 4. Februar 2023, lädt sie doch dann zwischen 10 und 16 Uhr zum Tag der offenen Tür in ihre Praxis TCM Qimesana an der Oberen Bahnhofstrasse 43 in Wil ein.