Die Vorfreude war gross, die Ernüchterung leider ebenso. Der FC Wil verliert sein Cup-Heimspiel gegen den FC Thun mit 0:3. Vor allem in Punkto Effizienz war der Klassenunterschied sichtbar. Einmal mehr fehlte eigentlich nicht viel, aber eben doch ein Stück zu viel für ein Erfolgserlebnis.Die Gäste aus dem Berner Oberland tasteten sich vorsichtig in die Partie. Gerade in der Startphase hatte man das Gefühl, dass hier durchaus etwas für das Heimteam drin liegt. Sowohl der FC Wil als auch der FC Thun verzeichneten in der bereits früh die ersten Abschlüsse. Auf beiden Seiten schien das Visier aber noch nicht justiert zu sein.

Mit fortlaufender Spieldauern übernahmen der Oberklassige mehr und mehr die Spielkontrolle. Die Wiler Hintermannschaft verteidigte geschickt, hatte aber im Spiel nach vorne seine Mühe. Man merkte den Gästen an, dass auch diese ihre Heimspiele auf Kunstrasen austragen und sich dadurch kein Vorteil für den Underdog herausstellte.

Eigenfehler führen zu Toren

In der 14. Spielminute setzte Sergio Cortelezzi einen gut getretenen Freistoss knapp am Tor vorbei. Nur wenige Minuten später war das erste Tor dann Tatsache. Kenzo Schällibaum liess sich am eigenen Strafraum das Spielgerät abnehmen. Der Eingerückte Rapp verwertete die darauffolgende Flanke souverän per Kopf. Eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, denn Thun hatte bis dahin keinen gefährlichen Torschuss abgegeben.

In der Folge sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel mit nur wenig Torraumszenen. Nach 38 Minuten tauchte der Ex-Wiler Spielmann im Strafraum der Hausherren auf. Er nutzte seine Freiheiten und verwertete zum zwischenzeitlichen 0:2. Insgesamt agierte das Team von Trainer Konrad Fünfstück wohl zu nervös. Trotz einer guten Chance für Andelko Savic ging es mit einem zwei Tore Rückstand in die Pause.

Bemühungen blieben unbelohnt

Der FC Wil kam entschlossener aus der Kabine. Schällibaums Abschluss nach nur drei Minuten nach Wiederanpfiff flog nur ganz knapp über das Tor. Das Heimteam schien entschlossen hier noch nicht aufzugeben und agierte nun mutiger. Es war etwas mehr als eine Stunde gespielt, als Marko Muslin eine Flanke direkt in die Füsse von Facchinetti klärte, welcher mit Wucht das 0:3 erzielte.

Es ist positiv herauszuheben, dass das Heimteam auch in der Folge den Kopf nicht in den Sand steckte. Zweimal Cortelezzi, einmal Keller und einmal Korkmaz scheiterten mit guten Möglichkeiten am Torhüter der Gäste oder an der eigenen Präzision. Insgesamt war der Unterschied aber leider zu gross, so dass der FC Thun sich nicht unverdient durchgesetzt hat.

Trainer Konrad Fünfstück attestierte der Mannschaft nach dem Spiel eine ordentliche Leistung, bei der im Moment einfach das letzte Stück fehlt. Man wird aber konsequent weiterarbeiten und sich so früher oder später entsprechend belohnen. Eine nächste Möglichkeit dafür bietet sich bereits am Mittwoch, wenn der FC Wil in Rapperswil-Jona gastiert.

FC Wil 1900 – Thun 0:3 (0:2)

IGP Arena, Wil: 1275 Zuschauer. – SR: Jaccottet.

Tore: 20. Rapp 0:1. 37. Spielmann 0:2. 65. Facchinetti 0:3.
FC Wil 1900: Baumann; Gonçalves, Lekaj, Muslin, Schällibaum; Cortelezzi, Breitenmoser (61. Zé Eduardo), Stillhart, Scholz, Vonlanthen (73, Korkmaz); Savic (61. Keller).

FC Thun: Ruberto; Glarner, Bürgy, Gelmi, Facchinetti; Tosetti, Hediger, Lauper, Da Silva (71. Costanzo); Rapp (57. Sorgic), Spielmann (79. Hunziker).
Bemerkungen: Wil ohne Atila (gesperrt), Lombardi, Huber, Sacirovic, Ilazi (alle verletzt), Miesch, Hamdiu, Kucani, Roesler, Gjoshi, Pugliese und Schiavano (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Faivre (krank), Rodrigues und Bigler (beide verletzt). – 42. Lattenschuss Rapp.

Verwarnungen: 57. Stillhart (Foul). 71. Scholz (Foul). 77. Lauper.