Traditionsgemäss lud IdéeWil, aktive Vereinigung für die Förderung regionaler Produkte, Aktionärinnen und Aktionäre von Thurbobräu zur Bier-Generalversammlung in den Stadtsaal Wil ein.Es ist eine verschworene Gemeinschaft, die nun schon seit 14 Jahren jährlich ihre grosse Sympathie zum Wiler Lokalbier Thurbobräu bezeugt und sich auch für Verwandtes begeistern lässt.

Regionales Bier im Trend
Ihre Treue wurde auch dieses Jahr an der traditionellen Bier-GV mit Wissenwertem rund ums Bier belohnt, auch mit einer feinen Weisswurst nebst knackiger Brezel und genügend Tranksame. Dieses Jahr fanden 504 Aktionärinnen und Aktionäre den Weg in die Bier-GV von Idéewil im Wiler Stadtsaal. Ihre Zahl sowie die Zahl der verkauften „Spezli“ nahm auch dieses Jahr zu: Tendenz auf allen Ebenen steigend, wie Präsident Simon Lumpert mit Befriedigung bekanntgab.

Neben interessanten Details zur regionalen Bier- und Whisky-Produktion erfuhren die Gäste Wissenswertes über die einheimische Hopfenproduktion sowie das diesen Abend lancierte neueste Produkt von IdéeWil, einen im Sherryfass gereiften einheimischen Whisky, noch edleres Folgeprodukt des schon eingeführten Wiler Single Malt.

Der Hopfen hat’s in sich
Als Gastreferenten begrüsste Simon Lumpert, Präsident IdéeWil, Markus Reutimann, Hopfenbauer aus Unterstammheim. Zahlreiche Aktionäre hatten seinen Betrieb «Hopfentropfen» im Rahmen der internen Aktivitäten von Idéewil schon im vergangenen Jahr besuchen können. Hopfen gehört ins Bier, wie Lumpert als unumstössliche Wahrheit in Erinnerung rief. In der Schweiz wird er allerdings erst zögerlich angebaut, wobei die Hauptanbaugebiete in Süddeutschland und Tschechien liegen.

Reutimanns Betrieb produziert auf im deutschen Vergleich wenig Hektaren Qualitäts- Hopfen, der auch dem Thurbobier zu seinem eleganten Aroma verhilft. Doch der vielseitige Ausgangsstoff fürs Bier bietet noch viel mehr! So produziert der Unterstammheimer Betrieb, wie Reutimann ausführte, nicht nur Bierhopfen, sondern unter anderen Hopfenprodukten auch Zahnpasta, Hopfen-Schnupftabak sowie haarwuchsfördernden Shampoo, was alles neben weiteren Nischenprodukten in Reutimanns Stammheimer Hopfentropfen-Hofladen zu erstehen ist.

„Schnupfomat“
Bald einmal erkannte der rührige Familienbetrieb, so Reutimann, dass Hopfen auch einen eleganten Schnupftabak abgibt. So wird in seinem Hofbetrieb auch Schnupftabak angeboten. Zum Gaudi der Anwesenden probierten dieses Kraut auch sechs Freiwillige auf der Bühne aus. Und zwar gemeinsam und gleichzeitig, quasi auf Befehl, an einem eigens für das kollektive Schnupfen spezialgefertigten Set, der es sechs Schnupfern erlaubt, den Nasenkitzel gleichzeitig einzunehmen, buchstäblich auf einen Schlag.

Es fanden sich im Publikum sofort sechs Mutige, welche die Bühne bestiegen, sich um den „Schnupfomat“ setzten und sich den Genuss so gemeinsam verschafften. Das Gerät war nach den Traktanden im Saal öffentlich zugänglich und animierte in der Folge zu weiterem Schnupfgenuss.

Achtung: Schnellhaarwuchs!
Was die aktuellen Frisurentrends mit Hopfen gemeinsam haben, darauf machte am Thurbobräu-Abend Sandra Rhyner aufmerksam, Inhaberin von HairCorner Wil mit Ihrem Team. Besonders glanzvolle Frisuren und solche, die ein volles, kräftiges Haar benötigen, greifen für die Haarpflege nicht selten auf den Hopfen-Shampoo aus dem Hause Reutimann zurück, wie Sandra Rhyner ausführte.

Wie Reutimann in seinen mit Humor gespickten Ausführungen augenzwinkernd beteuerte, müssten sich Kundinnen allerdings sofort beim erstmaligen Anwenden ihres haarfördernden Shampoos bei Sandra Rhyner zu Haarschneiden anmelden: Sensationelles Haarwachstum innert weniger Tage sei verbürgt! Hat das damit zu tun, dass die hochaufschiessende Hopfenpflanze, ein Brennessel-Gewächs, an so warmen Tagen wie in diesem sommerlichen April bis zu dreissig Zentimetern Wachstumszuwachs täglich verzeichnet, wie Reutimann darlegte?

Single Malt im Sherryfass
Neben den hellen und dunklen Spezialbieren und dem Edelbierlikör „Baronesse“ produziert IdéeWil in Zusammenarbeit mit der Distillerie Säntisblick Niederbüren auch einen Single-Malt-Whisky, den bereits ausverkauften Single Malt 2016. Neu kündigte Willi Aurich (Vizepräsident IdéeWil) nun eine weitere Brenn-Spezialität aus gänzlich regionaler Eigenproduktion an, den „Wil Baron, barrel no. 2“, einen im Sherry-Fass drei Jahre gereiften Single Malt Whisky, Edition 2018.

Wie schon sein Vorgänger, ist auch diese Brenn-Spezialität nur in limitierter Auflage erhältlich, der Vorverkauf startete an diesem Abend. Der langjährige Wiler Gerstenproduzent Marcel Rickenmann lieferte auch dafür, nicht nur fürs Bier, sein biologisch hergestelltes Ausgangsprodukt und wurde für sein Wirken „hinter der Kulisse“ geehrt.

Grussbotschaft vom „Sonnenbräu“
In einer mit Charme vorgetragenen Grussbotschaft aus Rebstein gratulierte Claudia Graf, Geschäftsführerin Sonnenbräu AG, den Wiler Brauern und Brennern und der anwesenden „Fangemeinde“ zum bisherigen gemeinsamen Erfolg. Es sei für sie eine Ehre, zu diesem Abend eingeladen zu sein. Graf zeigte sich überzeugt, sich mit der Produktion regionaler Spezialitäten auch im Getränkebereich auf der richtigen Schiene zu bewegen. Der Abend schloss mit einem Ausblick auf die diesjährige Palette von geplanten Veranstaltungen für Aktionärinnen und Aktionäre. Thema und Datum des Hauptevents im August liess Cornel Eisenring (Vorstand IdéeWil) allerdings noch offen. Danach konnte auch offiziell zum gemütlichen Teil mit würziger Weisswurst, gleichzeitig luftig und knusprig gebackener Brezel und dem beliebten Durstlöscher übergegangen werden.

Bei einigen war die Begeisterung durch eifriges, mit dem bekannten trockenen Knall erfolgtes Bügelöffnen schon bei den interessanten Ausführungen der Referenten alllgegenwärtig – nicht ganz unstörend, wie Präsident Simon Lumpert höflich, aber bestimmt anmerkte. Dann übernahmen die drei Mann der Alpstein-Vagabunden mit ihren mitreissenden Klängen die Regie – ebenfalls mit nicht zu unterschätzenden Phonstärken.

Drei Fragen an Claudia Graf, Geschäftsführerin „Sonnenbräu“

IWP: Frau Graf, wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg von Nischenbieren wie „Sonnenbräu“ und „Thurbobräu“?
Claudia Graf: Bier mit seiner unverkennbaren „eigenen“ Note ist für viele Konsumenten ein Bedürfnis. Man will „sein“ Bier trinken, etwas Einmaliges und Unverwechselbares, ein Stück Heimat.

IWP: Liegt das auch an der Produktionsweise dieser Biere?
Ja, sicher. Unsere Biere haben ihren unverkennbaren Geschmack, der sich durch die eigene sorgfältige Bearbeitung natürlich gezogener Grundstoffe ergibt. Diesen eigenen Geschmack „merzen“ die grossen Bierproduzenten willentlich aus. International agierenden Produzenten wollen, dass ihr Bier auf der ganzen Welt ganz genau gleich schmeckt. Unser Publikum will gerade das Gegenteil.

IWP: Können Sie dem Preisdruck der Giganten standhalten?
Wir müssen es. Es ist eine dauernde Herausforderung, der wir uns stellen. Wir freuen uns über jede Idee und Initiative, welche die Eigenart unseres Produkts bewusst macht.