Der Vorabend war aus Wiler Sicht so trist wie das Wetter. So gut mehrere Leistungen in den vergangenen Spielen gewesen waren, so ungenügend war jene im Letzigrund – und damit nicht annähernd gut genug, um die Grasshoppers zu fordern. Die Super-League-Absteiger war zuerst unglaublich effizient und machte aus seinen ersten drei Abschlüssen drei Treffer. In der zweiten Halbzeit verdienten sich die Zürcher die deutliche Führung dann aber rückwirkend.

Aus Wiler Sicht ging einmal mehr eine erste Halbzeit in die Hosen – und das nicht zufällig. Die Gäste standen zu weit weg vom Gegner, liessen es offensiv an Kreativität mangeln und defensiv fehlte gleich mehrfach die Zuordnung. Ein erstes Mal bereits nach rund 200 Sekunden, als sich Allan Arigoni über rechts durchsetzte und in der Mitte den völlig freistehenden Petar Pusic fand, der sicher traf. Nach knapp einer Viertelstunde standen drei Wiler Abwehrspieler irgendwo, aber nicht bei Danijel Subotic, der im Strafraum eine Flanke Andreas Wittwers von links per Kopf verwertete. Und eine weitere Viertelstunde später hatte Giotto Morandi im Strafraum so viele Freiheiten, dass er fast zum 3:0 treffen musste, was er auch tat.

Erstmals distanziert

Dass die Wiler vor der Pause nicht auf Touren kommen, ist kein neues Phänomen – und lässt sich gut in Zahlen belegen. Nur 5 der 17 erzielten Tore fielen vor der Pause. Das Torverhältnis vor dem Seitenwechsel laut 5:9. Würden nur die ersten Halbzeiten gespielt, hätte der FC Wil erst 11 Punkte auf dem Konto. Würden hingegen nur die zweiten Hälften ausgetragen, wären es schon 24 Zähler. Das Torverhältnis nach der Pause lautet 12:2.

Hatte sechs Tage zuvor gegen Lausanne-Sport eine Zweitore-Hypothek noch wettgemacht werden können, so waren die Wiler im Letzigrund jederzeit ein beträchtliches Stück davon entfernt, auch nur in die Partie zu finden. Zwar war der Auftritt nach dem Seitenwechsel leicht verbessert, allerdings auf einem tiefen Niveau. In der ganzen Partie kamen die Wiler nicht zu einer gefährlichen Szene im Strafraum der Grasshoppers. Schon früh ging es bei den Äbetstädtern nur noch darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Obwohl dies gelang, hat der FC Wil zum ersten Mal in dieser Saison mit mehr als einem Tor Unterschied verloren – während die Zürcher erstmals mit mehr als einem Treffer Differenz siegten.

Ärger über SFV-Förderprogramm

Die Zürcher zogen somit in der Tabelle am FC Wil vorbei und rückten die Gegebenheiten so zurecht, wie man sie gemeinhin erwartet in der Challenge League: Die Ligakrösusse Lausanne-Sport und Grosshoppers liefern sich an der Spitze ein Duell, während diverse andere Teams um Platz drei kämpfen. Das Spiel im Letzigrund, welches nicht einmal 3000 Zuschauer anzuziehen vermochte, war der erste richtige Rückschlag in dieser Saison für die Wiler. Solche Schwankungen werden sich mit einer derart jungen Mannschaft aber nicht vermeiden lassen.

Wils Trainer Ciriaco Sforza haderte nach der Partie weniger mit seiner Mannschaft, als vielmehr mit dem Grund eines Abwesenden. Es ging um Fabian Rohner, der zuletzt zu den prägenden Figuren gezählt hatte. Er fehlte wegen einer Muskelverhärtung. Zugezogen hat er sich diese in Magglingen, wo er unter der Woche in einem speziellen Förderprogramm des Schweizerischen Fussballverbandes trainierte. «Footuro» nennt sich die Sache, welcher auch Bledian Krasniqi neuerdings angehört. Zweimal jährlich wird den besonders talentierten Spielern des Landes eine spezielle Förderung geboten. Sforza konnte allerdings nicht versehen, dass die Leistungstests ausgerechnet nach einer «Englischen Woche» durchgeführt werden, wenn die Spieler auf dem Zahnfleisch laufen und dementsprechend verletzungsanfälliger sind.

Die Höhepunkte des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
So schnell geriet der FC Wil im Letzigrund gegen die Grasshoppers auf Abwege.

Resultate, Challenge League, 10. Runde:
Grasshoppers - Wil 3:0
Vaduz - Stade Lausanne-Ouchy 3:2
Chiasso - Schaffhausen 0:1
Kriens - Aarau 2:3
Lausanne-Sport - Winterthur 0:0

Grasshoppers – FC Wil 1900 3:0 (3:0)

Letzigrund: 2850 Zuschauer. – Sr: San.

Tore: 4. Pusic 1:0. 14. Subotic 2:0. 28. Morandi 3:0.

Grasshoppers: Salvi; Arigoni, Basic, Cvetkovic, Wittwer; Salatic (84. Monzialo), Njie (77. Kamber); Pusic, Morandi (79. Momoh), Gjorgjev; Subotic (68. Rustemoski).

FC Wil 1900: Kostadinovic; von Niederhäusern (77. Celant), Schmied, Kamberi, Schmid; Muntwiler (55. Ndau), Abedini (75. Wörnhard); Brahimi (62. Bosic), Fazliu, Krasniqi; Stojilkovic.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Ben Khalifa (gesperrt), Goelzer (verletzt), Alves, Sukacev, Asllani und Diani (nicht im Aufgebot). Wil ohne Rahimi (gesperrt), Traber, Schäppi, Rohner (verletzt), Tolino, Sejdija und Beka (nicht im Aufgebot). – 86. Treffer von Gjorgjev annulliert (Offside). – Verwarnungen: 51. Krasniqi (Foul). 62. Morandi (Foul), 69. Abedini (Reklamieren), 79. Fazliu (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 10/21. 2. Grasshoppers 10/20. 3. Wil 10/17. 4. Winterthur 10/15. 5. Stade Lausanne-Ouchy 10/14. 6. Aarau 10/14. 7. Vaduz 10/12. 8. Kriens 10/12. 9. Schaffhausen 10/11. 10. Chiasso 10/4.

Nächste Spiele (11. Runde):
Freitag, 18. Oktober: Aarau - Lausanne-Sport (20.00 Uhr).
Samstag, 19. Oktober: Stade Lausanne-Ouchy - Wil (17.00 Uhr), Chiasso - Kriens (17.00 Uhr), Winterthur - Vaduz (18.00 Uhr), Schaffhausen - Grasshoppers (19.00 Uhr).

FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza im Interview:

 
"Wir müssen noch konzentrierter sein", sagt Ciriaco Sforza nach der 0:3-Niederlage im Letzigrund gegen die Grasshoppers.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus dem Letzigrund. Vielen Dank für das Interesse – und ein schönes Rest-Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Für den FC Wil geht es in zwei Wochen weiter – mit einer weiteren Reise. Am Samstag, 19. Oktober, spielen die Äbtestädter um 17 Uhr auswärts gegen den starken Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy. Und das in im Stade Colovray zu Nyon. Wem’s zu weit ist: hallowil.ch wird auch in der Waadt dabei sein und mit einem Liveticker aus Nyon berichten.

Schlussfazit: Was für eine Wiler Bruchlandung. Die Äbtestäder sind den Zürchern in allen Belangen unterlegen und verlieren auch in der Höhe verdient. Den Gästen werden deutlich die Grenzen aufgezeigt. Natürlich war GC ein guter Gegner. Aber von den Wilern kam zu wenig, was auch an der Körpersprache abzulesen ist. Die Spieler gehen nach dem Schlusspfiff nicht einmal enttäuscht zu Boden. Die Zürcher waren vor der Pause unheimlich effizient, verdienten sich aber den deutlichen Sieg mit Chancen nach der Pause. Die Wiler haben in der nun anstehenden Länderspiel-Pause einiges zu tun - und einen ersten deutlichen Rückschlag dieser Saison zu verkraften.

Schlusspfiff im Letzigrund: Der FC Wil verliert das Spitzenspiel gegen die Grasshoppers verdientermassen mit 0:3.

91. Minute: 2 Minuten gibt es noch obendrauf. Das genügt vollends.

89. Minute: Stojilkovic mit einem Abschluss aus rund 20 Metern. Aber etwa einen Meer drüber.

88. Minute: Das Spiel plätschert seinem unspektakulären Ende entgegen. Spitzenkampf wo?

86. Minute: Der Ball lieg ein viertes Mal im Wiler Tor. Doch der Treffer von Gjorgjev zählt wegen einer deutlichen Offside-Position zurecht nicht.

85. Minute: Noch fünf Minuten, dann sind die Wiler erlöst. Viel Nachspielzeit braucht hier keiner.

84. Minute: Noch ein Wechsel bei den Hoppers: Captain Salatic darf runter und wird durch Monzialo ersetzt.

81. Minute: Die Sache ist natürlich längst durch. Die Wiler sind weit weg von GC an diesem Abend. Vor kurzem haben einige der wenigen Zuschauer gar eine sehende Ovation gespendet. Sternefoifi.

79. Minute: Weiterer Wechsel bei den Platzherren: Torschütze Morandi ist raus. Neu dabei dafür Momoh

79. Minute: Gelb für Fazliu nach einem Foul im Mittelfeld an Salatic.

77. Minute: Beide Teams wechseln: Njie geht bei den Zürchern raus und macht Kamber platz. Bei Wil hat von Niederhäusern Feierabend und wird durch Celant tersetzt. Dritter Wiler Capain des Abends ist Goalie Kostadinovic.

75. Minute: Weiterer Wechsel bei Wil: Abedini wird ausgewechselt, um nicht Rot zu sehen. Wörnhard kommt rein.

74. Minute: Abedini muss aufpassen, dass er nicht noch vom Platz gestellt wird. Wieder reklamiert er. Doch Schiedsrichter San lässt die Karte dieses Mal stecken.

71. Minute: Und plötzlich ein Hauch Wiler Zauber in der Tristesse: Der eingewechselte Bosic versuch es mit einem Fallrückzieher. Doch zu zentral aufs Tor und Salvi hat den Ball. Etwas Show, aber auch nicht wirklich Gefahr.

69. Minute: Auch das passt: Wils Abedini sieht Gelb wegen Reklamierens.

69. Minute: GC wechselt ein erstes Mal: Torschütze Subotic geht runter und wird durch Rustemoski ersetzt.

67. Minute: Die enttäuschende Zuschauerzahl: 2850 Fans. Saison-Minusrekord im Letzigrund, wenn man mal das Geisterspiel beim Saisonstart gegen Stade Lausanne-Ouchy ausklammert. Es sind über gut 1000 Zuschauer weniger als beim "Hinspiel" in der IGP-Arena.

64. Minute: Mal wieder die Wiler: Ndau versucht es aus der Distanz. Da fehlt beim linken Pfosten aber ein guter Meter.

62. Minute: Wil wechselt ein zweites Mal: Bosic kommt für den Ex-Hopper Brahimi.

62. Minute: Nun ist auch ein erster Zürcher verwarnt: Es trifft Morandi nach einem Foul in der Mittelzone an Fazliu.

61. Minute: Je länger, je mehr geht es hier nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Die Wiler sind heute Abend den Hoppers nicht gewachsen.

58. Minute: Seit der Pause spielt übrigens nur noch GC. Eine klare Wiler Leistungssteigerung bleibt aus.

55. Minute: Hier ist der erste Wechsel beim FC Wil: Captain Muntwiler muss raus. Für ihn kommt Ndau. Neuer Captain ist Nick von Niederhäusern. "Munti" scheint leicht angeschlagen zu sein.

54. Minute: GC drück auf das 4:0: Pusic kommt über rechts und spielt zur Mitte. Am hinteren Pfosten ist Gjorgjev zur Stelle und prüft aus spitzem Winkel Kostadinovic. Der Wiler Schlussmann kann aber klären.

53. Minute: Was fast etwas unterging: Keine Wechsel zur Pause auf Wiler Seite. Es hat sich auch kein Wiler so richtig warm gemacht.

51. Minute: Und hier ist auch die erste Verwarnung des Spiels: Es trifft Krasniqi. Er zieht Arigoni so lange am Leibchen, bis Schiedsrichter San einfach Gelb geben muss.

48. Minute: Die Ecke hat es dann erneut in sich. Salatic kommt frei zum Kopfball, trifft aber das Tor nicht. Rechts daneben. GC startet schwungvoll in die zweie Halbzeit.

47. Minute: Eine Premiere: GC vergibt mal eine Chance. Kamberi verliert in der Vorwärtsbewegung den Ball. Pusic kommt dann recht frei an die Kugel. Doch Kostadinovic ist da und entschärft erstmals heute Abend eine GC-Möglichkeit. Das gibt den ersten Corner des Spiels. Auch das sagt einiges aus über das Spiel.

46. Minute: Das Spiel ist wieder freigegeben.

Die Mannschaften kommen zurück aufs Feld. Gleich geht es weiter mit GC gegen FC Wil. Finden die Wiler doch noch ins Spiel?

Pausenfazit: Das war gar nichts aus Wiler Sicht. GC muss nicht mal gut aufspielen, um einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Die Wiler haben sich dieses Verdikt selbst zuzuschreiben. Defensiv waren sie gleich mehrfach nicht auf der Höhe, was es gegen eine Mannschaft wie die Grasshoppers nicht erträgt. Gegen vorne lassen es die Gäste nicht nur an Ideen mangeln, sondern auch an Tempo und Überraschungsmomenten. Kurzum: In der ersten Halbzeit waren die Wiler einer Spitzenmannschaft fern. Es braucht eine markante Leistungssteigerung, um irgendwie in die Partie zu finden. Und es braucht schon ein kleines Wunder, um hier noch etwas anderes mitzunehmen als nasse Leibchen.

Pausenpfiff im Letzigrund: Die Grasshoppers führen gegen den FC Wil mi 3:0.

45. Minute: Da ist der erste Wiler Abschluss auf das Tor der Zürcher. Fazliu versucht es aus rund 20 Metern. Doch Goalie Salvi taucht ab und hat den Ball sicher.

43. Minute: Es ut sich weiterhin nicht viel. Bis jetzt gab es in diesem Spiel genau drei Chancen.

40. Minute: GC genügt es, defensiv solid zu stehen und die Wiler anrennen zu lassen. Denn diesen fällt gar nichts ein.

38. Minute: Die Wiler gewinnen auch kaum zweite Bälle. So wird das nix.

35. Minute: Was auch auffällt: Den Ostschweizern fehlt tder nötige Biss. Wenn das so weitergeht, gibt das einen ganz schwierigen Abend. Auch wenn der Gegner GC heisst und Rekordmeister ist.

33. Minute: Doch Fazliu wählt die falsche Entscheidung und versucht es mit einem direkten Abschluss, der weit am Tor vorbeisegelt. Es war der zweite Wiler Abschluss in diesem Spiel, der erste seit der 7. Minute. GC steht übrigens bei drei Abschlüssen - aber halt auch bei drei Toren.

32. Minute: Freistoss für Wil von halblinker Seite.

28. Minute: TOOOOOR für die Grasshoppers durch Morandi zum 3:0. Wahnsinn, diese Effizienz. Dritter Abschluss auf das Wiler Tor, dritter Treffer. Das Tor fällt ähnlich wie das erste. Pusic setzt sich mit etwas Ballglück über rechts durch, spielt dann zur Mitte, wo Morandi völlig unbedrängt zum Abschluss kommt und sicher einnetzt. Die Wiler sind defensiv nicht auf der Höhe.

25. Minute: Dem Spiel fehlt momentan völlig die Würze: Es wirkt so, als könnten die Wiler nicht mehr, während die Zürcher nicht mehr wollten. Immerhin hat es zu regnen aufgehört.

24. Minute: Die Wiler haben zwar in dieser Phase mehr den Ball, aber häufig in der eigenen Hälfte. Gegen vorne fehlen die Ideen und GC hat momentan keine Mühe, die Führung zu verteidigen.

22. Minute: Aber zuerst einmal müssen sich die Wiler fangen. Das ist schon eine deftige Pille. Auf die erste Wiler Chance warten wir noch immer.

20. Minute: Die Hoppers wirken übrigens bei weitem nicht so stark wie Lausanne. Und trotzdem steht es 2:0.

18. Minute: Zwei Chancen, zwei Tore für die Zürcher. Äusserst effizient. Nun braucht es wieder eine Wiler Reaktion wie gegen Lausanne. Vor sechs Tagen kam sie nach der Pause. Heute dürfen die Wiler ruhig früher damit beginnen.

14. Minute: TOOOOOOOOOR für die Grasshoppers durch Subotic zum 2:0. Da haben wir es verschrien und wir sind wie schon vor sechs Tagen bei einem Zweitore-Rückstand angekommen. Wie schon beim ersten Gegentor stimmt da defensiv nichts zusammen. Wittwer flankt von links zur Mitte. Dort stehen zwar drei Wiler, aber keiner bei Subotic. Den darf man natürlich nicht so unbedrängt stehen lassen. Per Kopf trifft der GC-Stürmer in die linke Ecke.

12. Minute: Immerhin bleibt noch viel Zeit, um das Ding zu drehen. Dass die Wiler das können, haben sie vergangenen Sonntag gezeigt. Aber sind wir ehrlich: Es muss ja nicht zwangsläufig zuerst das 2:0 für den Gegner fallen.

9. Minute: Und die Wiler Reaktion? Sie versuchen das Spiel in die Hand zu nehmen. Stojilkovic geht durch über rechts, bleibt dann aber vor dem Strafraum hängen. Auf die erste Wiler Chance warten wir noch.

7. Minute: Mal wieder liegen die Wiler früh in Rückstand. Das kam in einer frühen Phase dieser Saison gar oft vor, zuletzt war es etwas besser. Nun also wieder das alte Muster.

4. Tor: TOOOOOOR für die Grasshoppers durch Pusic zum 1:0. Und wieder ist es die 4. Minute, wie schon im "Hinspiel". Und es ist zu sagen: Das ging viel zu leicht. Die Zürcher kamen über rechts und konnten sich in aller Leichtigkeit durchspielen. Arigoni passt unbedrängt zur Mitte, wo Pusic sich die Ecke aussuchen kann. Er trifft sicher. Wiler Kaltstart an diesem kühlen Abend. Im "Hinspiel" war das Tor in der 4. Minute übrigens das einzige geblieben.

3. Minute: Die ersten paar Sekunden gehören den Zürchern, ohne aber den Wiler Strafraum zu sehen.

1. Minute: Das Spiel ist bei strömendem Regen freigegeben.

Die Mannschaften sind hier. Gleich geht's los mit dem Knüller. Viel Spass mit Grasshoppers gegen FC Wil.

An ein Spitzenspiel erinnert hier wenige Minuten vor Spielbeginn so rein gar nichts. Die GC-Fans entrollen zwar gemütlich ihr Transparent. Sonst ist das hier aber noch sehr trist. Alles in allem sind noch keine 1000 Leute im Stadion. Als die Wiler letztmals hier aufliefen, war das im Mai 2017 gegen den FC Zürich zu einem Challenge-League-Spiel. Über 10'000 Zuschauer sahen den 2:0-Überraschungssieg der Äbtestädter im Rahmen der Zürcher Aufstiegsparty.

Übrigens strömender Regen in Zürich. Darum sind auch noch kaum Zuschauer hier 20 Minuten vor Spielbeginn.

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Die GC-Fanecke 20 Minuten vor Spielbeginn. Noch gar nix los.

Das Spiel wird geleitet vom Aargauer Super-League-Schiedsrichter Fedayi San, der im Mai dieses Jahres noch den Cupfinal zwischen Basel und Thun geleitet hatte.

Die Grasshoppers spielen ebenfalls in einem 4-2-3-1-System einmal mehr mit Salvi im Tor. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Arigoni, Basic, Cvetkovic und Wittwer. Die defensiven Mittelfeldspieler sind Captain Salatic (rechts) und Njie. Das offensive Mittelfeld bilden von rechts nach links Pusic, Morandi und Gjorgjev. Einziger Stürmer ist Subotic. Routinier Ben Khalifa ist gesperrt und Alves gehört nicht dem Aufgebot an. Der Ex-Wiler hat ja im "Hinspiel" das entscheidende Tor erzielt.

Kommen wir zu den Mannschafts-Aufstellungen. Die Wiler spielen in einem 4-2-3-1-System und wie immer mit Kostadinovic im Tor. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen von Niederhäusern, Schmied, Kamberi und Schmid. Das das defensive Mittelfeld bilden Captain Muntwiler (rechts) und Abedini. Im offensiven Mittelfeld agieren Brahimi, Fazliu und Krasniqi. Einzige Sturmspitze ist Stojilkovic. Auffällig: Rohner verpasst das Spiel wegen einer Muskelverhärtung. Wie erwartet ist es die geballte Ladung an Zürchern.

Das heutige Spiel bekam am Freitagabend weitere Brisanz. Leader Lausanne-Sport kam gegen gut organisierte Winterthurer zuhause nicht über ein torloses Unentschieden heraus. Das war ein Steilpass für die Grasshoppers und den FC Wil. Der Sieger der Partie hier im Letzigrund ist bis auf einen Punkt an den Waadtländern dran.

Die Sache hat es auch betreffend Trainer in sich. Auf der einen Seite GC-Übungsleiter Uli Forte, der seine Karriere in Wil lanciert hat, mit den Äbtestädtern 2007 in den Cup-Halbfinal vorstiess und im Jahr 2008 bis zur letzten Runde um den Aufstieg in die Super League spielte. Auf der anderen Seite Wil-Trainer Ciriaco Sforza, der über 1000 Tage bei den «Hoppers» Trainer war – und dann im Jahr 2012 beerbt wurde von … Uli Forte. Nun also der zweite Vergleich in vertauschten Rollen. Das "Hinspiel" haben die Zürcher Ende Juli im Bergholz mi 1:0 für sich entschieden.

Es knistert an der Tabellenspitze der Challenge League. Und der FC Wil knistert munter mit. Wer hätte das bei Saisonbeginn gedacht. Herzlich willkommen aus dem Stadion Letzigrund in Zürich zum Knüller der Runde zwischen Rekordmeister GC und dem FC Wil. Oder anders formuliert. Der Tabellenzweite aus der Ostschweiz fordert den Tabellendritten aus der Limmatstadt. Simon Dudle führte sich durch diesen hoffentlich prickelnden Fussball-Abend.

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Die Vorschau:

Mit dem Spiel beim Rekordmeister startet der FC Wil in das zweite Meisterschaftsviertel. Zeit, um einen kurzen Marschhalt einzulegen und das erste Quartal einzuordnen. Die Zwischenbilanz fällt mit 17 Punkten aus 9 Spielen und einem Punkteschnitt von 1,89 erfreulich aus. Die neu zusammengestellte Mannschaft ist in kürzester Zeit zu einer leistungsfähigen Einheit geworden. Die Wiler stellen die beste Abwehr und den zweitbesten Angriff der Challenge League. In vier von neun Partien liess Goalie Zivko Kostadinovic keinen Gegentreffer zu, zweimal erzielten die Wiler kein Tor. Das beste Startviertel in eine Saison war es allerdings nicht. Vor Jahresfrist hatten die Wiler nach neun Partien noch einen Punkt mehr auf dem Konto und führten die Challenge League an. Sie taten es, weil zum Schluss des ersten Viertels in der zweiten Halbzeit ein 0:2-Rückstand aufgeholt worden war gegen … Lausanne-Sport. Allerdings ist das Gebilde diese Saison breiter. Trainer Ciriaco Sforza kann sich Wechsel auf den meisten Positionen leisten, ohne dass es einen Leistungs-Abfall gibt.

Die Wiler:

Mit dem Essen kommt der Hunger. So kann man die Situation bei den jungen Wilern derzeit beschreiben. Mit den jüngsten Erfolgen ist auch das Selbstbewusstsein deutlich gestiegen. Sinnbildlich ist Kwadwo Duah, der grundsätzlich kein Mann der grossen Töne und Superlative ist. Angesprochen auf das GC-Spiel sagt er: «Da können wir sicher etwas holen.» Es ist bemerkenswert, dass die Wiler in den Letzigrund fahren, um weiterhin vor den Grasshoppers zu bleiben. Dabei gilt es noch eine Rechnung zu begleichen. Ende Juli war’s, als die «Hoppers» in der zweiten Runde der Saison im Bergholz drei Punkte mitnahmen, ohne brilliert zu haben. Ein aus Wiler Sicht unnötiger Gegentreffer schon in der Startphase besiegelte bereits das Schicksal. Aber es gibt ja auch noch diese Ansicht: Als die Wiler letztmals ausserhalb der Wiler Stadtgrenzen in einem Pflichtspiel auf die Grasshoppers trafen, waren sie hernach Schweizer Cupsieger. Schon mehr als 15 Jahre ist das allerdings her. Nicht erstaunen würde, wenn Sforza im Letzigrund seinen Spielern mit Vergangenheit beim FC Zürich und GC viel «Auslauf» gäbe.

Die Zürcher:

Punktemässig mag der Super-League-Absteiger einigermassen im Soll sein. Leiastungsmässig gibt es aber noch Steigerungspotenzial – vor allem in den Heimspielen. Keiner der bisherigen vier Auftritte im Letzigrund vermochte die Zuschauer, so sie denn zugelassen waren, vollständig zufriedenzustellen. Bestes Beispiel war am vergangenen Samstag, als es trotz des 3:2-Heimsieges gegen Schlusslicht FC Chiasso einige Pfiffe von den spärlich besetzten Rängen absetzte. Der Grund: Die bescheidenen Tessiner waren die bessere Mannschaft, hatten fast 60 Prozent Ballbesitz und 16:10-Torschüsse zu verzeichnen. Keiner der fünf GC-Siege in dieser Saison fiel mit mehr als einem Tor Unterschied aus. Aber natürlich haben die Limmatstädter Qualität. Das bekam Super-League-Aufsteiger Servette zu spüren, der im Letzigrund im Cup-Sechzehntelfinal die Segel streichen musste. Vor allem bei den ruhenden Bällen gilt es aus Wiler Sicht höllisch aufzupassen. Alles in allem haben die Zürcher aber bisher nicht den Eindruck hinterlassen, mit Leader Lausanne-Sport auf Augenhöhe zu sein – obwohl sie im direkten Vergleich mit den Waadtländern auf der Pontaise gut mithielten. Kommt dazu, dass die Zürcher gegen Wil auf den gesperrten Stürmer Nassim Ben Khalifa verzichten müssen. Dafür kehrt Captain Veroljub Salatic nach verbüsster Sperre ins Team zurück.