Im Rahmen ihrer ordentlichen Versammlung genehmigten die Delegierten des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) das praktisch ausgeglichene Budget für das Jahr 2018. Gleichzeitig stimmten die Delegierten einem Kredit für den Ausbau der Deponie Burgauerfeld in Flawil zu.Das Budget des ZAB geht für das Jahr 2018 von einem konsolidierten Gesamtertrag von rund 33 Millionen Franken aus und präsentiert sich nach Abschreibungen über alle Bereiche von rund 6,7 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 650‘000 Franken beinahe ausgeglichen. Das Budget basiert dabei auf rund 140‘000 Tonnen Abfällen, die in den Thermischen Anlagen Bazenheid verarbeitet werden.

Deponievolumen für weitere zehn Jahre
Auf der Deponie Burgauerfeld werden seit 1995 Rückstände aus Verbrennungsanlagen abgelagert: Schlacke aus den Rostöfen, Aschen aus den Rostöfen und dem Wirbelschichtofen sowie Inertmaterial aus dem Verbrennungsprozess. Nach der Verfüllung der ersten Etappe mit rund 240‘000 Kubikmetern Volumen erfolgte in den Jahren 2008 bis 2010 der Bau der zweiten Etappe mit rund 250‘000 Kubikmetern Deponievolumen.

Im Rahmen der Delegiertenversammlung stimmten nun die Delegierten einem Kredit für einen weiteren Ausbau der Deponie in der Höhe von 5,5 Millionen Franken zu. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass im Burgauerfeld auch während der nächsten rund zehn Jahre die Rückstände aus Verbrennungsprozessen gesetzeskonform und nach dem neusten Stand der Technik gelagert werden können.

KUH-Bag wird weitergeführt
Der ZAB sowie der Verband KVA Thurgau lancierten im Herbst 2015 gemeinsam ein neues Angebot: Die Sammlung von gemischten Kunststoffen aus Haushalten im sogenannten KUH-Bag. Nach zwei Jahren Pilotprojekt konnten durchwegs positive Schlussfolgerungen mit dem KUH-Bag gezogen werden. Diese basieren vor allem auf den Erkenntnissen und Beobachtungen der Empa, welche das Projekt mit einem transparenten Monitoring im Auftrag des Amts für Umwelt TG begleitet hat.

Über die ganze Pilotphase wurde dabei je nach Sortierverfahren eine Recyclingquote (Anteil der gesammelten Menge, die stofflich verwertet wird) von rund 50 Prozent erreicht. Dies bedeutet, dass rund die Hälfte des gesammelten Kunststoffs konnte in der Schweiz oder europäischen Ländern dem Recycling zugeführt und stofflich wiederverwertet werden. Die nicht recyclierbaren Kunststoffe wurden energetisch verwertet.

Nach der zweijährigen Pilotphase haben die beiden Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau aufgrund der steigenden Nachfrage der Bevölkerung sowie der positiven Erfahrungen beschlossen, die Dienstleistung einer gemischten Kunststoffsammlung mit dem KUH-BAG auch weiterhin anzubieten. Die beiden Verbände werden das System weiter optimieren, um das Entwicklungspotenzial der stofflichen Verwertung noch besser zu erschliessen und die Recyclingquote zu erhöhen.

Phosphorrückgewinnung
Seit Jahren fokussiert sich der ZAB auf die energetische Verwertung der Abfälle sowie auf die Rückgewinnung von Rohstoffen. Beispiele dafür sind die Energieproduktion in Form von Wärme und Strom, die Rückgewinnung wertvoller Metalle aus den Rückständen der thermischen Anlagen sowie mineralischer Rohstoffe. Dazu soll künftig auch Phosphor gehören.

Da die aus der Schlammverbrennungsanlage anfallende Asche phosphorhaltig ist, drängt sich eine weitergehende Nutzung dieser Asche auf. In Zusammenarbeit mit Partnern ist der ZAB bestrebt, den in der Asche enthaltenen Phosphor in der Form von Dünger wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.

Die technische Machbarkeit ist mittlerweile nachgewiesen und entsprechende Gespräche mit Behörden sowie möglichen Partnern und Abnehmern sind im Gange.

Genügend Energie für Fernwärme
Beim ZAB ist man von der längerfristigen Machbarkeit eines Fernwärmenetzes überzeugt. Die Vorteile für Energiestädte, Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund. Im Gespräch für eine Fernwärmenutzung sind acht Gemeinden.

Aktuell produziert der ZAB 350 GWh Wärme.
Der Bedarf für Fernwärme wurde mit rund 80 GWh errechnet.

Selbst bei einer Halbierung der heutigen 140'000 Tonnen Abfall zur Verbrennung, wäre die Fernwärme gesichert.

Gemäss ZAB ist der Anschlusspreis für eine kWh Wärme mit 10.7 Rappen konkurrenzfähig gegenüber anderen Alternativen.
nj