Vivaldis Violienkonzerte Vier Jahreszeiten, Arcimbolods «Jahreszeiten-Köpfe» oder die Pizza quattro stagioni zeigen es: Die verschiedenen Saisons des Jahres faszinieren und inspirieren die Menschen. Der Musiker Nick Cave sagte beispielsweise in einem Interview einmal, dass ihm der Umzug von Australien nach England erst schwer gefallen sei, da es in England im Kontrast zu seiner Heimat doch ziemlich oft ziemlich grau sei. Bis er eines Tages realisiert habe, dass dieses Wetter viel besser zu seiner Musik passe. Auch Agatha Christie hat mit «A Carribean Mystery» eine Geschichte um die berühmte Miss Marple geschaffen, in dem die zierliche Schnüffelnase 14 Tage in der Karibik verbringen darf. Da ist die Temperatur zwar angenehmen, aber das Wetter im Grossen und Ganzen langweilig, weil es immer gleich ist.

Da lobe ich mir die vier Jahreszeiten, denn jede hat ihre Schönheiten und ihre Schattenseiten. Wobei «Schatten» gerade während der immer häufig werdenden Hitzewellen oft genug fehlt, aber das ist eine andere Geschichte und soll an anderer Stelle erzählt werden … Besonders die Übergänge sind etwas Schönes: Wenn im Frühling die ersten Knospen aus dem Boden spriessen und die Vögel zurückkehren oder wenn die ersten lauen Sommernächte anbrechen, an denen man bis spät draussen sitzen kann, oder wenn im Herbst die goldene Sonne bunte Blätter zum Leuchten bringt oder wenn der erste Schnee im Jahr fällt …

Besonders schön am Schnee: Er reflektiert das bisweilen spärliche Licht und macht die Tage wieder heller. Ein Freund, der nach der Sek hierzulande nach Finnland auswanderte, hat mir vor ein paar Jahren erzählt, dass der Winter im hohen Norden dieses Mal besonders hart gewesen sei. Normalerweise fiele bereits im Oktober Schnee, das war damals nicht der Fall gewesen. Kalt und dunkel sei es trotzdem geworden. Der Schnee sei erst Wochen oder gar Monaten nach der üblichen Zeit gekommen, das habe den Menschen sehr zugesetzt, viele seien mindestens so düster geworden wie die Tage es waren. Daran denke ich, während ich heute Morgen durch den Schnee spaziere und mich freue, dass es unter den Schuhen knirscht und es heute deutlich heller ist als es gestern unter dem Hochnebel war.

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