Seit einigen Jahren kennt die Medizin ein neues Krankheitsbild, das sich durch Symptome wie Reizung Nasen- und Rachenschleimhäute, Augenentzündungen, Schlappheit, Übelkeit und auch als nervöse Beschwerden bemerkbar machen kann. Es sind mögliche Anzeichen für das so genannte «Sick Building Syndrom». Deutsch könnte man dieses Leiden ungefähr mit «krankmachendes Gebäude Syndrom» umschreiben.

Reduzierter Luftaustausch

Gemäss einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Innenluft in manchen Gebäuden heute von sehr mangelhafter Qualität. Um den Energieverbrauch zu drosseln, wurden in den letzten Jahren viele Immobilien zusätzlich isoliert. Bei Neubauten gehören wärmedämmende Massnahmen sogar zum Standard. 

Als Folge davon wird die Raumluft weniger rasch erneuert. Der Luftaustausch, der früher über Fenster- und Tür- und Mauerritzen erfolgte, findet heute kaum mehr statt. Dadurch können sich Feinstaub sowie schädliche Dämpfe konzentrieren.

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Möbel und Teppiche können chemische Substanzen absondern (Foto: pixabay Erika Wittlieb) 


Schadstoffe aus Möbeln

Normalerweise besteht die chemische Zusammensetzung der Luft zu 78 Prozent aus Stickstoff, zu 21 Prozent aus Sauerstoff sowie zu 0.93 Prozent Edelgasen sowie 0,03 Prozent Kohlendioxid. Zusätzlich kann sie eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. In Regalen, Polstermöbeln, Spannteppichen, Bodenbelägen sowie in Wandanstrichen steckt einiges an Chemie, etwa in Form von Klebstoffen, Lacken oder Insektenschutzmitteln, die sich in der Raumluft verteilen.

Abluft von Druckern

Zudem enthalten manche Materialien wie Hölzer von Natur aus Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, die nicht alle Menschen gleich gut vertragen, allergische Reaktionen und andere Befindlichkeitsstörungen sind möglich. Chemische Dämpfe werden auch von scheinbar unbedenklichen Dingen wie Papierhandtüchern, Kehrrichtsäcken oder bügelfreien Kleidern abgesondert.

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Zu viele Schadstoffe in der Luft können die Schleimhäute reizen (Foto: pixabay Mojpe) 

Als weitere Quelle gelten Drucker und Kopiergeräte, die über den Toner sowie über die Kühlgebläse Feinstaubpartikel herumwirbeln. Eine weitere Immissionsquelle kommt hinzu: Neben Kohlendioxid, dem Abbauprodukt des Atemprozesses, sondert der Mensch rund 150 weitere Stoffe ab.

Risiko von Schimmel

In Wohnräumen und in Büros, in denen sich dauerhaft mehrere Personen aufhalten, ist die Lufterneuerung daher besonders wichtig, auch bezüglich der Luftfeuchtigkeit. Liegt sie zu hoch, etwa durch stauende Feuchtigkeit nach dem Duschen, dem Kochen oder von ungeeigneten Luftbefeuchtern, bildet sich Schimmel. Dessen Partikel können sich im Raum verteilen und bei sensiblen Personen zu Beschwerden führen. 

Wo Klimaanlagen in Betrieb sind, ist deren regelmässige Wartung wichtig, damit die vom Gerät herausgefilterten Staubpartikel nicht wieder in den Raum geblasen werden.

Zimmerpflanzen als Luftreiniger

Bei energieoptimierten Immobilien ist zu trockene Raumluft eine mögliche Auswirkung, speziell in der Winterzeit. Beispielweise werden bei Zimmern mit Bodenheizung Wert von 20 bis 25 Prozent erreicht, optimal sind 40 und 60 Prozent für das Wohlbefinden. 

Bei empfindlichen Personen kann die Trockenheit die Schleimhäute und die Atemwege reizen und zu Schlappheit führen.

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Einige Arten von Zimmerpflanzen absorbieren Schadstoffe . (Foto: Pixabay leonhardroiheme) 


Luftumwälzung fördern 

In warmer trockener Luft schweben besonders viele schadstoffbelastete Staubpartikel. Sie erreichen infolge mangelnder Luftumwälzungen sehr hohe Konzentrationen. 

Wie verschiedene Studien gezeigt haben, können besonders feine Staubpartikel über die Lungen in den Blutkreislauf eindringen. Mögliche Folgen sind etwa chronische Bronchitis sowie Herz-Kreislaufprobleme. Abhilfe können spezielle Wand- und Bodenbeläge schaffen, die schädliche Substanzen absorbieren.

Auch einzelne Zimmerpflanzen wirken als Luftfilter: Bogenhanf, Kentia-Palme, Drachenbaum, Grünlilie sowie Efeu. Studien haben ausserdem ergeben, dass sich Menschen in Räumen mit Zimmerpflanzen grundsätzlich wohler fühlen.