Priester, Gläubige, Chor und Orchester lobten den Erzengel Michael in einem eindrucksvollen Festgottesdienst in der barocken Pfarrkirche.Einen frohmachenden Gottesdienst durften die Gläubigen am Sonntag in der Pfarrkirche Niederbüren erleben. Das Mesmer-Ehepaar Paul und Rosa Heuberger hatte den sakralen Raum liebevoll wunderschön geschmückt. Das Gotteshaus ist dem Erzengel Michael geweiht, der neben dem Hochaltar auf die Gemeinde blickt. Die Messfeier zelebrierte Pater Gregory Polishetti und Pater Erich Schädler.

Positive Kräfte
Pater Gregory hiess die Gläubigen herzlich willkommen. Bei allem Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung könne man daran glauben, dass auch anders geht. Wir dürften nicht das Trennende in den Vordergrund stellen, sondern die Kraft der Gemeinschaft. Pater Erich ging in seiner Predigt ein auf die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Er betonte: «Engel haben für viele Menschen eine grosse Bedeutung. Sie sind irgendwie allgegenwärtig, unsichtbare Wesen, die Botschaften überbringen und Kraft übertragen können. Das macht es uns leichter, die Wirkung Gottes im Leben vorzustellen».

Drei Namen, drei Bedeutungen
MICHAEL heisst «Wer ist wie Gott». Dies zeige die ganze Wirklichkeit unseres Glaubens an die Engel: Gott ist unendlich reich, weit und gross, seine Kraft unermesslich. GABRIEL: «Kraft Gottes oder Gott ist Stärke». Gabriel sei derjenige, der das grösste Geschenk von Gott gebracht habe, die Botschaft von der Menschwerdung. Gabriel werde immer dann gebraucht, wenn Gott uns etwas sagen wolle, uns öffnen für seine Botschaft. RAPHAEL: «Gott heilt» Dieser Erzengel wird vorgestellt als derjenige, der den jungen Tobias begleitet.

Von Engeln umgeben , zu Engeln werden
«Heilende Kraft haben wir Menschen immer nötig», betone Pater Erich,» ob in Trauer, Enttäuschung, Schmerzen, fehlender Hoffnung, Zukunftsangst und so weiter». Aus verschiedenen Gründen gebe es Wunden und Verluste. Wie gut sei es dann zu wissen, dass Gott uns die Kraft sendet, die heilt, Kraft die den Namen «Raphael» trage. «Wir selbst können zu einem Engel werden, wenn wir andern Menschen hilfreich zur Seite stehen, ihnen die frohe Botschaft Gottes bringen. Wer auf diese Weise schon einmal ein Engel sein durfte, der weiss, was Gnade ist.»

Festliche Klänge von Chor und Orchester
Einen besonderen Leckerbissen hat das ganze Ensemble geboten, die «missa Beati omnes» des deutschen Benediktinermönchs Valentin Rathgeber (1682), eine sehr spannende und ausdrucksstarke Komposition, die wohl alle Beteiligten sehr herausgefordert hat. Das Stimmungsvolle «Kyrie», ein jubilierendes «Gloria», ein beindruckendes «Credo» mit wunderschönen Soloeinsätzen, das Kraftvolle «Sanctus und Benedictus» und das ungewöhnlich froh wirkende «Agnus dei» waren sehr faszinierend und gaben dem Gottesdienst eine spezielle Note. Der bestens vorbereitete Chor unter der Leitung von Claudia Eberle, die Solisten Claudia Rüegg (Sopran), Andrea Bachmann (Alt), Walter Kehl (Tenor) und Willy Schmidlin (Bass) überzeugten total. Glanzstücke boten auch der Organist Bruno Sauder und Mitglieder des sinfonischen Orchesters Arbon in Begleitung oder Soloparts. Nach dem feierlichen Segen der Priester wurden vor dem Gotteshaus bunte Ballone in den blauen Himmel geschickt. Anschliessend genossen alle das gemeinsame Mittagsmahl.