Eisbahn, Berufs- und Weiterbildungszentrum, Raiffeisenplatz, Gemeindesaal, Gemeindehaus, Sportanlage Rüti: Überall dort befinden sich ganzjährig öffentlich zugängliche Defibrillatoren. In der Badi hats während der Badesaison einen Defi. In Henau sind nun zwei neue Standorte dazu gekommen: Bei der Schulanlage Oberberg und bei der Bäckerei Niffeler. War es schwierig, zu diesem Standort an einer privaten Liegenschaft zu kommen? Dazu Urban Widmer, Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde: «Sämi Niffeler von der Bäckerei Niffeler hat ohne zu zögern sofort ja zum Standort an seinem Gebäude gesagt, das freut!»

Was ist ein Defi?

Der Defibrillator ist ein Gerät, das einfach gesagt durch gezielte Stromstösse Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beendet. Fast allen plötzlichen Herztoden geht ein Kammerflimmern voraus. In solchen Situationen zählt jede Minute. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Mit jeder Minute nimmt die Überlebenschance um zehn Prozent ab. Eine Reaktion darauf sind öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Laien können sie bedienen und so wertvolle Zeit gewinnen, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Wie bedienen?

Urban Widmer, Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde: «Wichtig ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Gerät spricht und weist Helfer Schritt für Schritt an. Man kann in solchen Situationen nichts falsch machen.» Er fügt an, das Gerät merke, ob ein Stromstoss hilfreich sei. Ist der Herzschlag eines Patienten normal, gibt das Gerät keinen Stromstoss ab. Das Gerät merkt das. «Nur, wer nicht hilft, wer den Defi nicht einsetzt, macht etwas falsch.» Klar, auch er weiss um die Hemmschwelle in solchen Situationen. Vor der Angst, etwas falsch zu machen. Und demonstriert deshalb gleich vor Ort, was zu tun ist. Deckel der Wandhalterung öffnen. Dann pfeifts. «Das alarmiert das Umfeld und soll verhindern, dass sich Nachtbuben an die Geräte machen.» 

Drin ist der Defibrillator, sauber verpackt. Urban Widmer stellt ihn am gut sichtbaren Knopf ein und schon beginnt der Defi zu sprechen. Weist auf die nächsten Schritte hin, führt den Helfer Schritt für Schritt durch. Weist sie nach der Bewusstseinskontrolle am Patienten zuerst an, die Rettungsdienste via Notruf zu alarmieren. Ebenfalls, um die Hemmschwelle abzubauen, bietet die Gemeinde regelmässige Kurse im Umgang mit den Defis an. So nutzten etwa letzten November 19 Teilnehmende diese Gelegenheit, immer mit dem Ziel, Leben zu retten. Und sie haben auch gelernt, wie wichtig es ist, beim Patienten oder bei der Patientin die Herzdruckmassage (CRP) anzuwenden, bis der Defibrillator eingesetzt wird.