In den Wintermonaten essen die meisten Menschen tendenziell etwas üppiger. Um seine Betriebstemperatur auszugleichen, verlangt ein durchgefrorener Körper automatisch nach mehr Kalorien. Währschafte Suppen, Glühwein und Süssigkeiten sind zwischen November und März besonders beliebt. 

Wenn das Wetter draussen unfreundlich ist, geniesst man drinnen eine gemütliche Runde beim Raclette und einem Glas Wein. Dabei steigt nicht nur die Stimmung, auch die Anzeige auf der Waage.

Chemische Substanzen im Organismus

Nach vielen nahrhaften Mahlzeiten, reduzierter Bewegung und wenig Frischluftzufuhr in den Wintermonaten, fühlt man sich oft träge und energiearm. 

Der Stoffwechsel muss im Frühjahr angekurbelt und die Lebensgeister zu neuem Leben erweckt werden. Eine gute Möglichkeit dazu ist gezieltes Entschlacken des Organismus.

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Um den Stoffwechsel auf Touren zu bringen, sollte man regelmässig Kräutertees trinken. (Foto: pixabay)  

Der menschliche Körper ist raffiniert eingerichtet, er hat gewissermassen seine eigene Kläranlage integriert: Über Haut, Leber, Nieren, Blase und Darm werden nicht verwertbare sowie schädliche Substanzen abgebaut und ausgeschieden. 

Was so alles via Nahrung-Zusatzstoffe, Feinstaub, Medikamente und Körperpflegeprodukte in den Organismus gelangt, erinnert an den Chemieunterricht: Cadmium, Quecksilber, Nitrat, Farbstoffe, Weichmacher, Konservierungsstoffe, Schimmeltoxine, Oxalsäure; die Liste liesse sich noch erheblich verlängern.

Wenig erforscht

Über komplizierte Mechanismen werden Säuren sowie Schlacken- und Giftstoffe im Körper neutralisiert. Ein Teil dieser Substanzen wird eingelagert. Wissenschaftlich sind diese Vorgänge noch nicht restlos geklärt. Wie sich einzelne Schlackestoffe tatsächlich auf die Gesundheit auswirken, ist zum Teil umstritten. Hier braucht es weitere Forschung. 

Einige Abbauprodukte, wie beispielsweise Aceton, Ammoniak und Fettsäuren, verlassen den Körper über die Atemluft, den Schweiss und über Ausdünstungen.

Reduzierte Nahrung hebt die Stimmung

Auch wenn bezüglich Entschlacken und Entgiften noch Fragen ungeklärt sind, erleben viele Menschen eine entsprechende Kur als Wohltat. Es verwundert kaum, dass verschiedene Religionen seit Jahrhunderten rituelle Reinigungs- und Fastenzeiten kennen. In diesen Phasen kann sich der Mensch, losgelöst von der Alltagshektik, auf das Wesentliche in seinem Dasein besinnen und sich selber vermehrt Aufmerksamkeit schenken. 

Erfahrene Insider berichten von einem Stimmungsanstieg, von einem befreiten Kopf sowie vom einem Gefühl von neuer Vitalität. Mit ein Grund dafür: Im Gehirn werden vermehrt so genannte Glücksbotenstoffe ausgeschüttet.

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Moderate Bewegung an der frischen Luft fördert die Regeneration. (Foto: pixabay) 

Entschlackung und Entgiftung kann tageweise, über Wochenenden oder auch mehrtägig durchgeführt werden. Nachfolgend einige Regenerationsmethoden im Überblick:

Safttag

Über den Tag verteilt, werden als einzige Nahrung ein bis zwei Liter Obst- und Gemüsesäfte getrunken (selbstgepresst oder hochwertige Fertigprodukte). Zusätzlich wird rund ein Liter Mineralwasser und Kräutertee konsumiert.

Obsttag

Sämtliche Haupt- und Zwischenmahlzeiten während eines Tages bestehen aus Obst und Gemüse. Wer es mag, kann das Gemüse mit einem Dip (Rezept: 3 EL Magerquark, frische gehackte Kräuter und ev. eine gepresste Knoblauchzehe) kombinieren. Wer etwas Warmes braucht, kann das Gemüse in wenig Bouillon kochen und anschliessend in Olivenöl schwenken.

Molketag

Am entsprechenden Tag wird über mehrere Portionen verteilt ein Liter flüssige Diätmolke (ev. Molkenpulver) in Joghurt, Fruchtsäfte und Kräutertee eingerührt.

Zwischendurch kann man auch an Obst oder rohem Gemüse knabbern.

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(Foto: pixabay) 

Saunagänge, moderate Bewegung an der frischen Luft sowie täglich 2 – 3 Liter Mineralwasser und Kräutertees (Wegwarte, Brennnessel und Schafgarbe sowie auch Artischocke und Bärlauch gelten als besonders entschlackungsfördernd) unterstützen den Regenerationsprozess.

Risiken nicht unterschätzen

Fasten und Entschlacken können dem Wohlbefinden und der Gesundheit sehr zuträglich sein, doch sie bergen auch Risiken. Bei mehrwöchigen Kuren drohen Schäden an Gewebe und Organen. Es kann zudem die Osteoporose gesteigert werden. Und die Immunabwehr wird reduziert. 

Ein ausbleibender Nachschub von Vitaminen, Spurenelementen und weiteren Vitalstoffen kann Funktionsstörungen wie Hautprobleme oder Sehstörungen verursachen. Ein Körper, der über eine längere Zeit kaum Nahrungszufuhr erhält, fängt an seine Reserven, die Muskeln, anzugreifen.

Überwachung erforderlich

Diese Personen sollten Fasten und Entschlacken unter fachkundiger Anleitung und Überwachung durchführen: Diabetiker, Menschen mit Schilddrüsen-Funktionsstörungen, mit Blutgerinnungs-Störungen, mit Herz-Kreislaufkrankheiten, Tumorpatienten, Menschen mit Neigung zu Depressionen oder anderen psychischen Leiden sowie Betagte