Zusammen mit weiteren 69 Lernenden in der ganzen Schweiz - zehn Frauen und 60 Männer – hat Michael Dörig seinen Berufsweg bei der Bühler AG in Uzwil eingeschlagen. Als 8000. Lehrling hat Dörig nach drei Monaten seine Probezeit mittlerweile bestanden. «Die Zahl ist natürlich eindrücklich, denn sie zeigt den grossen Einfluss der Berufsbildung bei der Bühler AG. Es war ein Zufall, dass ausgerechnet ich als 8000. Lernender gestartet bin», zieht der er ein Zwischenfazit seiner Berufsausbildung. In seiner täglichen Arbeit spiele die Zahl aber keine Rolle. Er konzentriere sich auf das Wichtige. Beispielsweise seine ersten Teilprüfung, die nun anstehen. Denn für seine weitere Ausbildung hat er sich klare Vorgaben gesetzt: «Ich will jedes Jahr gute Leistungen liefern.» So möchte er im vierten Lehrjahr ist einen Auslandeinsatz innerhalb des Unternehmens machen. «Am Ende möchte ich meine Ausbildung mit guten Noten abschliessen“, fügt er hinzu.

Das Instrument gegen den Fachkräftemangel

«Bühler bildet heute an 25 Standorten rund 600 Lernende aus», informiert der Uzwiler Technologiekonzern in einer Medienmitteilung. Dabei macht das Unternehmen klar, dass es bewusst auf junge Menschen setzt. «Lernende schaffen einen Mehrwert für Unternehmen», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Diese Tatsache bestätigt die neueste Studie des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Für Bühler sei die Berufsbildung einer der wichtigsten Bestandteile, Wissen innerhalb des Unternehmens und zwischen den Generationen zu vermitteln. Damit beuge das Unternehmen proaktiv einem drohenden Fachkräftemangel vor. «Die Berufsbildung ist für uns eine langfristig angelegte Strategie, die wir gezielt einsetzen», sagt Andreas Bischof, Leiter der weltweiten Berufsbildung bei Bühler. Wenn sich etwa durch Pensionierungen ein Fachkräftemangel abzeichne, könne Bühler sein weltweites Know-how in der Berufsbildung dazu einsetzen, die Lücken zu schliessen.

So entstanden etwa Berufsbildungen von Bühler in den USA, die das Unternehmen auch staatlich anerkennen liess. «Das ist die Garantie für die Anschlussfähigkeit und Mobilität auf dem  Arbeitsmarkt», sagt Bischof. Um die gut ausgebildeten jungen Leuten nach dem Lehrabschluss zu halten, kümmere sich Bühler ab der zweiten Lehrhälfte individuell um die Karriereplanung der jungen Erwachsenen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass 29 Prozent der Schweizer Mitarbeiter bereits ihre Berufsbildung bei Bühler absolviert haben. Gleichzeitig ziehe es ehemalige Lernende auch ins Ausland. «Zurzeit arbeiten 28 ehemalige Lehrlinge auf vier Kontinenten für Bühler», informiert das Unternehmen weiter.

Internationale Allrounder

Um dem Fachkräftemangel überhaupt entgegentreten zu können, zeigt Bühler interessierten Schulabgängern, dass das Unternehmen mehr als eine reine Berufsausbildung für einen einzelnen Beruf anbietet. Bühler stellt die Lernenden bestmöglich für den Arbeitsmarkt auf, indem das Unternehmen sogenannte Allrounderfähigkeiten von ihnen stärkt. «Sie durchlaufen etwa verschiedene Abteilungen mit anderen Schwerpunkten», verrät das Unternehmen seine Strategie. 

Noch viel stärker wird in Zukunft die Digitalisierung konsequent in die Ausbildung einbezogen – neben der Förderung von sozialen Kompetenzen, Kreativität sowie Austausch und Diversität. «Schon heute kann ein Teil der Lernenden eine Ausbildung in Projektmanagement durchlaufen oder im Ausland arbeiten», heisst es in der Mitteilung weiter. Ob in China, Indonesien, Vietnam, Indien, Südafrika, Brasilien, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder den USA: Seit der Einführung der Auslandeinsätze vor zwölf Jahren haben laut der Kommunikationsabteilung des Unternehmens schon rund 200 Lernende mehrere Monate ihrer Berufslehre an einem Standort von Bühler ausserhalb der Schweiz verbracht. «Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Lernenden stärken ihre beruflichen und sozialen Kompetenzen, erweitern ihren Horizont und werden fit für die Arbeit in dem internationalen Arbeitsumfeld, das Bühler», heisst es weiter.

Aus- und Weiterbildungen sind das A und O

Stefan Scheiber, CEO der Bühler Group, betont in der Medienmitteilung, wie wichtig die internationale Mobilität und eine vielseitige Grundausbildung für das Unternehmen sind: «Durch Aus- und Weiterbildung erneuert sich Bühler ständig. Wir schenken unseren Lernenden früh Vertrauen, verlangen aber auch sehr viel von ihnen. Wir eröffnen ihnen die internationale Arbeitswelt, weil wir wollen, dass sie auch später als weltoffene, innovative und vielseitig einsetzbare Mitarbeiter für uns tätig sind» so Scheiber. (pd)