Stephan Lehmann ist eine der schillerndsten Figuren im Schweizer Fussball. Immer mit mindestens 100 Prozent dabei und darum bei den Schiedsrichtern während laufendem Betrieb mässig beliebt, neben dem Platz aber jederzeit für einen Spass zu haben. Als Spieler gewann er mit dem FC Sion zwei Meistertitel und viermal die Cup-Trophäe. Beim FC Wil war er massgeblich am grössten Erfolg der Vereinsgeschichte beteiligt. 2004 stand er an der Seitenlinie, als die Äbtestädter am Ostermontag im Cupfinal überraschend die Grasshoppers mit 3:2 besiegten und so ihren einzigen Titel holten. Zwar war Lehmann mangels fehlendem Trainerdiplom nicht offiziell Trainer und musste diesen Titel dem Deutschen Joachim Müller überlassen. In Tat und Wahrheit hatte aber Lehmann das Sagen. Zudem hatte er im Vorfeld des Spiels mit einem emotionalen Video dafür gesorgt, dass die Spieler so richtig heiss waren.

Kurze Zeit später war Lehmann nicht mehr beim FC Wil - kehrte aber im Frühjahr 2017 zurück. Um zu helfen, wie er damals sagte. Die türkischen Investoren hatten damals einen Scherbenhaufen hinterlassen und waren kurze Zeit zuvor über Nacht verschwunden. Seither ist Lehmann Goalie-Trainer auf dem Bergholz. Aber nicht mehr lange. Denn sein Ende Juni auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Dies teilt der FC Wil am Montagmorgen mit, nachdem Lehmann dies am Sonntagabend in einem SRF-Beitrag hatte verlauten lassen. Über die Gründe macht der FC Wil keine Angaben. Man sei nach Gesprächen «in gutem Vernehmen» zu diesem Entscheid gekommen, sagt Mediensprecher Dani Wyler zu hallowil.ch.

Das ist der Nachfolger

Der Nachfolger ist bereits verpflichtet. Es ist der 32-jährige Philipp Bowald, aktuell noch als Torhütertrainer im GC-Nachwuchs, wo er die Koordination und Leitung der Torhüterausbildung verantwortet haben wird. Zugleich betreute er die Goalies der Schweizer U19-Nationalmannschaft. Eine weitere Station Bowalds war der FC Luzern, wo der dem Trainerteam des heutigen Young-Boys-Übungsleiters Gerardo Seoane angehörte. Ob im Juni noch Lehmann oder bereits Bowald die Wiler Goalies auf Vordermann bringt - der Trainingsstart wurde auf den 1. Juni in Aussicht gestellt - ist derzeit noch offen, da Bowald noch einen laufenden Vertrag bei den Grasshoppers besitzt.

Assistenztrainer Hasler, junger Stürmer kommt fix

Neben der Rochade auf der Torhütertrainer-Position gibt es weitere personelle Neuigkeiten beim FC Wil. Der Vetrag mit Assistenztrainer Daniel Hasler ist um ein Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert worden. Er kam, genau wie Trainer Ciriaco Sforza, im April des vergangenen Jahres zum FC Wil und war zuvor bei Vaduz und dem damaligen Challenge-League-Klub Rapperswil-Jona Assistenztrainer gewesen. Für den FC Wil hatte Hasler einst gespielt.

Fix beim FC Wil ist nun der erst 17-jährige Stürmer Alessandro Paunescu. Der Österreicher ist bereits seit Ende 2019 in den Trainingsbetrieb der 1. Mannschaft intergriert und jetzt spielberechtigt. Seine fussballerische Ausbildung absolvierte Paunescu beim österreichischen Bundesligisten Sturm Graz. (pd/sdu)