Dario Aemisegger, 43 Jahre, ist eigentlich Festival-Organisator. Bekannt geworden ist er aber als Stand-up-Paddler. Denn bereits drei Rekorde hat er auf dem Bodensee aufgestellt: Im Jahr 2018 wagte er seine erste Bodensee-Überquerung auf einem Stand-up-Paddle. Damals brauchte er für die 21,2 Kilometer lange Strecke drei Stunden und 43 Minuten. Im Sommer 2019 schaffte er die Längsdurchquerung des Bodensees von Ludwigshafen nach Bregenz. Für die 65 Kilometer waren zehn Stunden und sechs Minuten nötig. Und nun kam der dritte Rekord hinzu: Innerhalb von sechs Stunden und 39 Minuten hat Aemisegger mit 16'384 Paddle-Schlägen die 43,8 Kilometer lange Strecke der Dreiländerquerung bewältigt. Es ist die Distanz von Rorschach zur deutschen Inselstadt Lindau, weiter ins österreichische Bregenz und von da an der Rheinmündung vorbei wieder nach Rorschach.

Dabei ging es dem Kulturveranstalter nicht in erster Linie um einen Rekord. «Während des Lockdowns wurde den Menschen in der Bodensee-Region bewusst, wie wichtig die Freundschaft sowie der Kontakt zu unseren Nachbarn ist», sagt Aemisegger, der in seiner Kindheit viel Zeit in der Stadt Wil verbracht hatte. Denn seine Grosseltern führten einst eine Bäckerei in der Äbtestadt. «Mir lag es am Herzen, mit dieser Aktion ein Zeichen zu setzen», sagt er gegenüber hallowil.ch. Es sei also eine Fahrt für die Freundschaft gewesen. «Die mich natürlich viel Muskelkraft gekostet hat», führt Aemisegger, der vor knapp 20 Jahren aus beruflichen Gründen eine Weile Wil wohnte, weiter aus. Übrigens ist er ein Stufenspender des Wiler Turms. «Wenn ich an die Stadt Wil denke, dann sind das schöne Erinnerungen», lässt der Sportler seine Vergangenheit kurz Revue passieren. 


Das Wetter spielte mit

Dass der Rekord am Dienstagvormittag aufgestellt wurde, verdankt Aemisegger nicht nur seiner Fitness und Muskelkraft, sondern auch dem Wetter. «Sagen wir es so: Das Wetter war wohlgesonnen», sagt er. Denn dieses hat auf dem Bodensee eine unangenehme Eigenschaft: Es kann innerhalb von wenigen Minuten umschlagen und für Stand-up-Paddler zur unüberwindbaren Hürde werden. «Während der Dreiländerquerung wehte die meiste Zeit kaum ein Wind. Obwohl einige Gewitter vorhergesagt wurden, sind diese an meiner Route vorbeigezogen», sagt Aemisegger. Die grösste Herausforderung traf der 43-jährige Freizeitsportler auf dem Rückweg von Bregenz nach Rorschach. An der Rheinmündung hätten ein Gegenwind und Wellen dafür gesorgt, dass die Dreiländerquerung auf den letzten Kilometer besonders streng waren.

Dass er seine dritte Route auf dem Bodensee nicht schaffen würde, daran habe er nie gezweifelt. «Das liegt wohl auch daran, dass die Längsquerung im vergangenen Jahr mir eine gewisse Sicherheit gegeben hat», sagt Aemisegger. Vor einem Jahr sei die Strecke bedeutend länger gewesen und die Temperatur teilweise auf über 30 Grad gestiegen. «Heuer haben sich Wolken wie ein Sonnenschirm vier Stunden lang vor die Sonne gestellt», erzählt Aemisegger, «so war mir nicht allzu heiss». Er ist der Überzeugung, dass man alle drei Strecken, die er in den vergangenen zwei Jahren gemeistert hat, auch schneller zurückgelegt werden können. «Ich lege allen Stand-up-Paddlern ans Herz, eine der drei Strecken oder auch alle drei zu paddeln und das Südufer des idyllischen Bodensees in vollen Zügen zu geniessen.»