Seit 1988 kümmert sich Sekundarlehrer Guido Zurburg mit seinen Schülern aus dem Wiler Sonnenhof-Schulhaus sowie mit weiteren Freiwilligen um die sichere Ankunft der Amphibien im idyllischen Hasenlooweiher. Das Gewässer etwas ausserhalb von Rossrüti gelegen wurde vor über fünfhundert Jahren von Fürstabt Ulrich Rösch für die Fischzucht angelegt.

Überfahren werden verhindern 

Wenn jeweils die Dämmerung einsetzt, macht sich die Schar Freiwilliger in Leuchtwesten mit Taschenlampen auf die Suche nach den Tieren. 

Aus den umliegenden Waldgebieten krabbeln sie zur Paarung Richtung Weiher. Sie könnten unterwegs leichte Beute für Vögel werden, daher machen sie sich erst im Schutz der Dunkelheit auf den Weg. An einem grünen Kunststoffband stoppt vorerst ihre Route, die sie ins Verderben führen könnte. Eine Durchgangsstrasse kreuzt ihren Zug. 

Obwohl sie auf achtzig Stundenkilometer Geschwindigkeit begrenzt ist, brausen manche Fahrer mit deutlich höherem Tempo vorbei. Laut Guido Zurburg hat der Verkehr in den letzten Jahren deutlich spürbar zugenommen, entsprechend ist das Risiko für die Tiere gestiegen.

Während rund drei Wochen sammeln Schüler und Erwachsene die Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche ein und transportieren sie kübelweise in den Weiher. An manchen Abenden ist die Ausbeute sehr gering, an anderen üppig. 

Die Tiere werden statistisch erfasst und die Daten an eine Fachstelle weitergeleitet.

Wärmende Morgensonne

Gemäss Schätzung von Guido Zurburg leben in einem Abschnitt des Hasenlohweihers rund 2000 Kröten. Sie wickeln ihre Laichschnüre um die Wurzeln des Uferbewuchses.

An einer anderen Stelle sind dunkle Gallertklumpen im brackigen Wasser am Ufer des Weihers zu sehen, sie stammen von Grasfröschen. Die Stelle ist nicht zufällig gewählt. Hier werden sie von der Morgensonne erwärmt. Und sie sind von vermodernden Schilfresten umgeben, deren Mikroben werden den späteren Kaulquappen als Babynahrung dienen.

Nochmals in die Winterstarre

Um den 20. März beginnt die Rückwanderung der Tiere in ihre Lebensräume in den Wäldern. Dann werden sie erneut von einem gründen Band aufgehalten, von Freiwilligen eingesammelt und über die Strasse getragen. 

Schliesslich in ihren Wohngebieten angekommen, werden sie gemäss Zurburg nochmals für etwa drei Wochen in Schlafstarre versinken. Erst ab dann finden sie genügend Nahrung. Wenn sie erwachen, sind ihre Nachkommen im Weiher schon ein ganzes Stück gereift.