Am Montagnachmittag stellten Jaqueline Brunner, Gruppenleiterin Berufsbildung und Ausbilder Joachim Unger bei STIHL mit zwei Schülerinnen das gelungen funktionierende Werk vor.

„MINT“ steht für „Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft und Technik“. Sieben Schülerinnen der Klasse 2b (heute 3b) aus der Klosterschule St. Katharina starteten vor Jahresfrist an 10 freien Nachmittagen unter Begleitung von STIHL Ausbilder Joachim Unger mit dem Bau des 3D-Druckers. Die Schülerinnen mussten sich ehrgeizig ans Werk machen, weil es seitens einiger Eltern am Gelingen Zweifel gegeben hatte. Bei der Schulleitung vom Kathi war man erfreut, dass gerade ihre Mädchenschule für das Technik-Projekt ausgewählt wurde.

Die Mädchen in allen Teilen gefordert
Ausbilder Joachim Unger gab im Gespräch zu verstehen, dass er die Arbeit von der Vorbereitung, der Auswahl sowie dem Bau in allen Teilen den Mädchen überlassen habe, was dem Inhalt von „MINT“ entspreche. Die Schülerinnen waren zuerst einmal gefordert, im Internet einen passenden Bausatz und die dazu gehörende Software zu finden. Mit der Ankunft des Bausatzes folgte die nächste Herausforderung, mit den technischen Plänen zurecht zu kommen und auch die umfassende Verkabelung heraus zu lesen.

Bei STIHL habe man den mechanischen Aufbau aus Kunststoffteilen aus dem Bausatz durch Alu-Teile ersetzt, um dem Drucker mehr Stabilität zu verleihen, informierte Unger zum Ablauf. Die beiden anwesenden Schülerinnen, Carola Schmid und Luciana Hutter, gestanden ein, dass sie zwar selbständig gearbeitet hätten, aber doch öfters mal Tipps von Joachim Unger gebraucht hätten. Der Umgang mit der elektrischen Installation des Druckers wie auch der Einbau der Software habe einiges Kopfzerbrechen ergeben.

Ein „Schlümpfe-Figur“ als Abschlusstest
Bei der Inbetriebnahme des 3D-Druckers war bei den Schülerinnen Geduld gefordert, bis schlussendlich alle Parameter richtig eingestellt waren. Erste Druckresultate konnten die Erwartungen noch nicht erfüllen. Nach mehreren Tests konnten die Ideal-Einstellungen jedoch gefunden werden.

Ausbilder Joachim Unger beurteilte die Arbeit der Schülerinnen als über Erwarten gut. Zusammen mit den Schülerinnen habe er auch den etwas skeptischeren Eltern zeigen können, dass ihre Mädchen durchaus gute technische Begabungen aufweisen. Eine Überraschung hielt Unger für die Schülerinnen zum Abschlusstest des 3D-Druckers bereit, indem er eine „Schlümpfe-Figur“ für den dreidimensionalen Drucker geladen hatte, ein Angebot aus dem Internet. Schlümpfe waren bekanntlich Inhalt des Schulabschlussmusicals des Kathi.

Bei STIHL hat Ausbildung System
Vorausgehend der Vorstellung des Projektes informierte Jaqueline Brunner, Gruppenleiterin Berufsbildung bei STIHL, über die schon Jahrzehnte langen Anstrengungen für die Lehrlingsausbildung. In 35 Jahren seien bei STIHL 370 Jugendliche ausgebildet worden, unterdessen in neun Berufssparten. „MINT“, eine Kooperation zwischen den pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Vorarlberg habe zum Ziel, Schüler/innen für MINT-Fächer zu gewinnen. Dies setze eine Vernetzung von Industrieunternehmen mit Schulen voraus. Es liege im besonderen Interesse von STIHL, letztlich Bewerberinnen für technische Berufe bei STIHL zu gewinnen.

Dass die Lehrlingsausbildung bei STIHL einen hohen Stellenwert einnimmt, zeigt sich an den 23 Lehrlingsstellen für 2018. Jährlich werden für Oberstufenschüler zudem bis zu 300 Schnuppertage und viele Ferienjobs angeboten. Bis 2022 plant STIHL eine deutliche Vergrösserung der Räumlichkeiten für die Lehrlingsausbildung, um bis zu 70 Lernende auf verschiedenen Berufssparten ausbilden zu können. STIHL profitiere direkt, indem sie bis zu 75 Prozent der Lehrabgänge weiter beschäftigen.

Drei MINT-Projekte umgesetzt
Dem Projekt 3D-Drucker ging die Herstellung einer Spiel-Konstruktion „Vier gewinnt“ mit fünf Schülern voraus. Nach dem 3D-Druckerprojekt waren 10 Oberstufenschüler an zwei sogenannten Waldtagen im Einsatz, um die Waldarbeit näher kennen zu lernen. Ähnliche Projekte sind auch im 2019 in der Planung.