«Power Fussball» hatte Ciriaco Sforza bei seinem Amtsantritt am vergangenen Montag versprochen. Nachdem tags darauf beim 1:1 in Vaduz eine erste Annährung zu sehen war, kam gegen Servette schon mehr. Und das gegen den unangefochtenen Tabellenführer. Vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit war richtig stark. Die Wiler setzten den Gegner früh in dessen Hälfte unter Druck, standen defensiv gut und setzten auch offensive Nadelstiche. Nach einer halben Stunde gingen die Gastgeber in Führung. Ivan Audino zog von der linken Seitenlinie Richtung Strafraum und brachte den Ball zur Mitte. Was wie eine Flanke aussah, fand den Weg ins Tor, da Dominik Schmid den Servette-Goalie Jérémy Frick ablenkte und dieser nicht reagieren konnte.

Es war ein erfrischender Auftritt der Wiler und die Führung zur Pause keineswegs gestohlen, auch wenn die Genfer mehr Spielanteile besassen. Einen Schuss auf das Wiler Tor hatten sie bis dahin aber nicht zustande gebracht. Am Ende des Spiels waren es deren zwei. Ohne zu grossen Respekt begegneten die Gastgeber dem Tabellenführer auf Augenhöhe und gefielen auch mit einem kämpferisch einwandfreien Auftritt.

Kostadinovic rettet den Punkt

Auch in der zweiten Halbzeit sah es zuerst gut aus. Der eingewechselte Nias Hefti hatte gar das 2:0 auf dem Fuss, sah seinen Abschluss aber von Frick spektakulär zum Corner geklärt. In der Schlussphase erhöhten die Genfer die Kadenz, während die Wiler dem kräfteraubenden Auftritt Tribut zollten. Der Ausgleich lag in der Luft, als Christopher Routis nach einem Corner den Ball an die Latte drosch. Das 1:1 war kurze Zeit später Tatsache, als Wils Captain Nick von Niederhäusern seinen Gegenspieler Mychell Chagas festhielt, der Aadorfer Schiedsrichter Nico Gianforte auch in seinem zweiten Challenge-League-Einsatz einen Penalty pfiff und Chagas diesen souverän verwertete.

Somit war die spannende Schlussphase lanciert. Chancen gab es auf beiden Seiten. Bei Wil hätte Hefti den Lucky Punch erzielen können. Sein Kopfball wurde aber von Frick abermals sehenswert geklärt. Auf der anderen Seite hatte der auffälligste Genfer, Alex Schalk, mit dem Schlusspfiff den Sieg auf dem Kopf. Aber Wils Goalie Zivko Kostadinovic brachte die Hände gerade noch rechtzeitig hoch und rettete den Punkt.

Ausgeglichene Bilanz

Alles in allem war es eine leistungsgerechte Punkteteilung, mit der beide leben konnten. Zwar verringerte sich der Vorsprung von Leader Servette auf den ersten Verfolger Lausanne, beträgt acht Runden vor Schluss aber immer noch elf Punkte. Der FC Wil muss zwar weiter auf den zweiten Sieg des Jahres warten, zeigte aber eine klare Aufwärtstendenz. «Wir haben frech, konzentriert und diszipliniert gespielt. Dass wir selbst nach dem Ausgleich noch eine grosse Chance hatten, zeigt, dass die Mannschaft vor niemandem Angst hat», sagte Sforza.

Er hatte sich im Vergleich zum Vaduz-Spiel von Dienstagabend für eine Systemänderung entschieden. Statt auf ein 4-1-4-1 setzte der Wiler Übungsleiter auf ein 4-2-3-1, um der Genfer Raute begegnen zu können. Das klappte besser als noch am Dienstag im Fürstentum. Auf die Frage, welches denn «sein» System sei, sagte Sforza: «Ein guter Trainer hat nicht nur ein System.» Somit hat der FC Wil auch im vierten Vergleich dieser Saison mit dem vermutlichen Aufsteiger mitgehalten und gegen den souveränen Leader eine ausgeglichene Bilanz: Zwei Unentschieden stehen je einem Sieg und einer Niederlage gegenüber. Und vor allem wurden gegen die mit Abstand beste Offensive der Liga in vier Spielen nur vier Tore zugelassen.

Die wichtigsten Szenen des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
Vor allem die spektakuläre Schlussphase hatte es in sich.

Resultate, Challenge League, 28. Runde:
Wil - Servette 1:1
Aarau - Vaduz 3:0
Chiasso - Schaffhausen 2:2
Rapperswil-Jona - Lausanne-Sport 0:1
Winterthur - Kriens 0:0

FC Wil 1900 – Servette FC 1:1 (1:0)

IGP-Arena: 1420 Zuschauer. – Sr: Gianforte.

Tore: 31. Audino 1:0. 87. Chagas (Foulpenalty) 1:1.

FC Wil 1900: Kostadiovic; Gonçalves, Havenaar, Rahimi, von Niederhäusern; Zé Eduardo, Breitenmoser; Cortelezzi (78. Schällibaum), Schmid (64. Beka, 90. Latifi), Audino (55. Hefti); Silvio.

Servette FC: Frick; Sauthier, Routis, Rouiller, Severin (69. Chagas); Cespedes (82. Duah), Stevanovic, Cognat, Wüthrich (69. Imeri); Kone (69. Follonier), Schalk.

Bemerkungen: Wil ohne Herter (krank), Djordjevic, Lombardi, Schäppi (verletzt), Herrmann, Scholz, Sejdija, Gülünay und Hoxha (nicht im Aufgebot). Servette ohne Iapicchino (gesperrt), Lang, Alphonse, Sarr, Antunes (verletzt), Castanheira und Busset (nicht im Aufgebot). – 85. Lattenschuss Routis. – Verwarnungen: 45. Audino (Foul). 59. Wüthrich (Foul). 80. Rahimi (Foul). 86. von Niederhäusern (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 93. Imeri (Foul). 94. Latifi (Foul).

Rangliste:
1. Servette 28/58. 2. Lausanne-Sport 28/47. 3. Aarau 28/44. 4. Winterthur 28/43. 5. Wil 28/37. 6. Kriens 28/34. 7. Vaduz 28/32. 8. Chiasso 28/29. 9. Schaffhausen 28/29. 10. Rapperswil-Jona 28/25.

Nächste Spiele (29. Runde):
Freitag, 12. April: Aarau - Winterthur (20.00 Uhr).
Samstag, 13. April: Lausanne-Sport - Wil (17.00 Uhr), Schaffhausen - Rapperswil-Jona (17.30 Uhr).
Sonntag, 14. April: Servette - Chiasso (16.00 Uhr), Vaduz - Kriens (16.00 Uhr).

Die Stimmen zum Spiel: (Quelle: www.fcwil.ch)

 
"Es sind eher zwei verlorene Punkte", sagt Michael Gonçalves zum 1:1 gegen Servette.

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Der Liveticker:

Von mir soll's das gewesen sein. Ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie hier auf hallowil.ch dabei waren. Das nächste Spiel ist am nächsten Samstag (13. April) auf der Lausanner Pontaise in Lausanne. Simon Dudle wird dann für Sie berichten. Ich wünsche Ihnen im Namen von hallowil.ch einen schönen Samstagabend und einen geruhsamen Sonntag.

Lange sah es gut aus hier in der IGP-Arena. Der FC Wil führte nicht unverdient mit 1:0. Die Äbtestädter spielten diszipliniert und hielten die Genfer mehrheitlich vom eigenen Tor fern. Man konnte sogar mit einem Vollerfolg liebäueln. Am Schluss reichte es zu einem 1:1. Aber auch dieser Punkt ist nicht gestohlen und verdient.

95. Minute: Abpfiff in der IGP-Arena. Der FC Wil und Servette trennen sich leistungsgerecht 1:1.

95. Minute: Was für eine Parade von Kostadinovic! Der Freistoss von Follonier findet den Kopf von Schalk. Kostadinovic reisst die Hände hoch und klärt den Ball.

94. Minute: Noch ein Freistoss für die Genfer von der rechten Seite.

94. Minute: Gelbe Karte für Latifi, nachdem er sich beim Schiedsrichter zu heftig beschwert hat.

93. Minute: Gelbe Karte für Imeri nach einem Foul an Latifi.

92. Minute: Kostadinovic klärt vor Chagas. Die Genfer drücken nun auf den Siegtreffer.

90. Minute: 4 Minuten beträgt die Nachspielzeit.

90. Minute: Letzter Wechsel beim FC Wil: Beka muss verletzt den Plattz verlassen. Neu für ihn spielt Latifi.

89. Minute: Was für eine Parade von Frick: Nach einem langen Ball von Breitenmoser ist Hefti alleine vor dem Tor. Sein Kopfball wird von Frick mirakulös geklärt. Was für ein Ding!

88. Minute. Nächste Chance für die Genfer: Chagas versucht es mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus. Der Abschluss geht knapp am Tor vorbei. Die Wiler müssen nun aufpassen. Schon in Rapperswil haben die Genfer Mitte März den Match noch inder Nachspielzeit gedreht - vom 0:1 zum 2:1 aus ihrer Sicht.

87. Minute: TOOOOR für Servette durch Chagas zum 1:1. Er verwandelt den fälligen Strafstoss souverän und schickt Kostadinovic in die falsche Ecke.

86. Minute: Elfmeter für Servette. Von Niederhäusern reisst im Strafraum Schalk um. Schiedsrichter Gianforte zeigt ohne zu zögern auf den Punkt. Gelb für von Niederhäusern gibt es auch noch. Er fehlt somit am kommenden Samstag in Lausanne.

86. Minute: Lattenschuss der Genfer! Nach einem Eckball trifft Schalk aus zehn Metern die Latte. Da hat es ordentlich gescheppert.

82. Minute: Vierter und letzter Wechsel bei den Genfern: Für Cespedes spielt neu Duah.

80. Minute: Gelbe Karte für Rahimi nach einem Foul an Imeri. Freistoss für Genf aus einer guten Position. Der Freistoss von Imeri geht aber weit neben das Tor.

79. Minute: Dritter Wechsel bei den Wilern. Anstelle von Cortelezzi spielt neu Schällibaum.

78. Minute: Sauthier bringt den Ball scharf in den Fünfmeterraum. Beka kann klären.

75. Minute: Da macht es Beka spannender als nötig: Ein einfacher hoher Ball kann Beka nicht richtig klären und so hat Chagas die Chance auf einen Abschluss. Zum Glück ist aber von Niederhäusern zur Stelle und kann klären.

73. Minute: Die Genfer drücken auf den Ausgleich, spielen aber vor allem jeweils die letzten Pässe zu ungenau um Gefahr zu entwickeln.

71. Minute: 1420 Zuschauer sind heute im Stadion.

70. Minute: Dreifach-Wechsel bei Servette. Anstelle von Wüthrich spielt neu Imeri. Für Kone kommt Follonier und anstelle von Severin wirkt neu Chagas.

64. Minute: Nächster Wechsel beim FC Wil: Für den offensiven Schmid kommt neu der defensive Beka.

62. Minute: Was für eine Chance für die Wiler: Hefti geht alleine auf Frick zu. Sein Abschluss kann vom Torhüter der Genfer aber noch über die Latte gelenkt werden.

61. Minute: Sauthier kommt über die rechte Seite und bringt eine Flanke in den Strafraum. Der Ball fliegt aber an allen Spielern vorbei.

59. Minute: Gelbe Karte für Wüthrich nach einem Foul an Zé Eduardo.

59. Minute: Die Genfer probieren weiterhin mit Kombinationen zum Erfolg zu kommen. Durch die vielbeinige Abwehr der Wiler ist kein Durchkommen.

56. Minute: Nächste Chance für die Genfer: Stevanovic flankt den Ball in den Strafraum. Kone kommt mit dem Kopf zwar noch an den Ball, kann aber nicht genug Druck hinter den Ball bringen.

55. Minute: Erster Wechsel bei den Wilern: Anstelle von Torschütze Audino kommt neu Hefti.

54. Minute: Da muss Kostadinovic eingreifen. Sauthier bringt den Ball scharf in die Gefahrenzone. Der Wiler Goalie kommt knapp vor Kone an den Ball.

51. Minute: Die Genfer sind aktiver in der zweiten Halbzeit. Die Wiler verteidigen aber gut. Dennoch haben die Genfer ein Übergewicht.

48. Minute: Sehr gute Chance für die Genfer: Wüthrich spielt den Ball zu Schalk. Dieser nimmt das Spielgerät an und schliesst aus der Drehung direkt ab. Sein Schuss geht nur knapp am Wiler Tor vorbei.

46. Minute: Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Beide Mannschaften kommen unverändert aus der Kabine.

Pausenfazit: Die Führung der Wiler ist sicher nicht gestohlen. Sie traten in der ersten Halbzeit kompakt sowie offensiv auf und liessen so den Genfern keine Chance, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Beweis dafür ist auch, dass die Genfer in der ersten Halbzeit keinen einzigen Schuss auf das Tor von Kostadinovic abgeben konnten. Hoffen wir, dass die Wiler auch in der zweiten Halbzeit so auftreten werden. Die Genfer werden sicher anders aus der Kabine kommen, führt doch der erste Verfolger Lausanne in Rapperswil nach 70 Minuten mit 1:0.

45. Minute: Schiedsrichter Gianforte pfeift zur Halbzeit. Die Wiler gehen mit einer 1:0-Führung in die Kabine.

45. Minute: Erste Verwarnung der Partie: Audino sieht nach einem Foul an Sauthier die gelbe Karte. Er ist einer der wenigen Spieler bei Wil die nicht vorbelastet sind

42. Minute: Gute Chance für Wil: Zé Eduardo lanciert den Konter auf Audino. Dieser kommt über die linke Seite und versucht am langen Pfosten Cortelezzi anzuspielen. Dieser verpasst den Ball nur knapp.

40. Minute: Eckball für Genf: Havenaar klärt die Flanke von Wüthrich.

36. Minute: Die Genfer machen momentan wenig, um ein Tor zu erzielen. Sie scheinen durch den Führungstreffer der Wiler aus dem Konzept gekommen zu sein.

31. Minute: TOOOOOOOOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Audino zum 1:0. Gonçalves flankt von der rechten Seite. Audino nimmt den Ball an und zieht von der Strafraumgrenze ab. Schmid irritiert Frick und so geht der Ball ins Tor.

30. Minute: Gute Chance für die Wiler. Audnio flankt von der linken Seite. Am zweiten Pfosten läuft Silvio gut rein und verfehlt das Tor mit seinem Kopfball nur knapp.

29. Minute: Nächster Versuch von Genf: Schalk verzieht aus fünf Metern.

28. Minute: Servette wird aktiver. Stevanovic versucht den Ball in den Fünfmeterraum zu bringen, Kostadinovic klärt zur Ecke. Dieser bringt den Genfern aber Nichts ein.

26. Minute: Nachdem Havenaar die Reingabe von Sauthier geklärt hat, kommen die Genfer zu einem weiteren Eckball. Der Ball von Stevanovic kann von Kostadinovic mit den Fäusten geklärt werden.

24. Minute: Die Wiler stehen weiterhin sehr hoch und setzten die Genfer früh unter Druck. So haben die Genfer kaum eine Chance für ein kontrolliertes Aufbauspiel.

19. Minute: Eckball fr die Genfer, nachdem Gonçalves den Vorstoss von Schalk unterbunden hat. Kostadinovic hat keine Probleme, den Eckball von Stevanovic zu halten.

17. Minute: Gute Chance für die Wiler: Gonçalves flankt von der rechten Seite. In der Mitte muss Frick aus dem Tor kommen und den Ball wegfausten, sonst wäre Schmid an den Ball gekommen.

16. Minute: Sehr gute Chance der Genfer: Schalk kommt im Straraum an den Ball, wird aber von von Niederhäusern noch entscheidend gestört, sodass der Abschluss keine Gefahr für Kostadinovic darstellt.

15. Minute: Gute Aktion der Wiler: Audino kommt über die linke Seite. Sein Pass zur Mitte kann von Sauthier knapp vor Silvio geklärt werden. Die Wiler sind in der erster Viertelstunde die aktivere Mannschaft.

12. Minute: Die Genfer versuchen es mit einem Konter. Kostadinovic kommt gut aus dem Tor und kann den Ball vor dem heranstürmenden Wüthrich klären.

10. Minute: Die Wiler stehen gut und gestehen den Genfern keine Räume für Kombinationen zu.

7. Minute: Freistoss für Genf nach einem Foul von von Niederhäusern an Stevanovic: Der Ball von Wüthrich fliegt an Freund und Feind vorbei ins Aus. Abstoss bei Kostadinovic.

5. Minute: Erster Eckball für die Genfer. Der Eckball von Wüthrich wird von Havenaar per Kopf geklärt.

3. Minute: Die Wiler treten sehr offensiv auf und halten so die Genfer von der eigenen Platzhälfte fern.

1. Minute: Nach exakt 53 Sekunden muss Torhüter Frick ein erstes Mal eingreifen. Der Schuss von Audino von der linken Seite geht aber direkt auf den Torhüter der Genfer. Dieser hat keine Probleme, den Ball zu halten.

1. Minute: Schiedsrichter Gianforte pfeifft an. Der Ball rollt in der IGP-Arena.

Die Aufstellungen sind nun bekannt. Ciriaco Sforza nimmt eine Änderung im Spielsystem vor. Heute laufen die Wiler im 4-2-3-1 System auf. Im Tor steht wie immer Kostadinovic. In der Verteidigung spielen heute von rechts nach links Gonçalves, Havenaar, Rahimi und von Niederhäusern. Im defensiven Mittelfeld laufen Zé Eduardo und Breitenmoser auf. Offensiv im Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Cortelezzi, Schmid und Audino. Einziger Stürmer ist Silvio. Die Gäste aus der Calvin-Stadt spielen mit einer 4-1-3-2 Formation. Im Tor steht Frick. In der Verdeitigung spielen von rechts nach links Sauthier, Routis, Roullier und Severin. Im defensiven Mittelfeld spielt Cespedes. Offensiv im Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Stevanovic, Wüthrich und Cognat auf. Im Sturm spielen Kone (rechts) und Schalk.

Interessant wird heute zu sehen sein, mit welchem System Sforza spielen lässt. Bleibt er beim 4-1-4-1 System vom verganenen Dienstagabend in Vaduz oder nimmt er im Spielsystem Änderungen vor. Sie erfahren es hier, sobald die Aufstellungen bekannt sind. Nach dem Sieg von letztem Mittwoch von Servette in Lausanne ist nun wohl nur noch die Frage, wann die Genfer rechnerisch aufgestiegen sind, beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Lausanne doch schon ganze 13 Punkte.

Herzlich willkommen, geschätzte Fussball-Freunde, zum Ende dieser Englischen Woche aus dem Wiler Südquartier und der IGP-Arena zum heutigen Challenge-League-Spiel zwischen dem FC Wil und Servette. Für Cheftrainer Ciriaco Sforza ist es die Heimpremiere. Für Sie tickert heute Pascal Ibig.

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Die Vorschau:

Es geht Schlag auf Schlag für den Bergholz-Klub mit seinem neuen Trainer Ciriaco Sforza. Gut fünf Tage wird er am Samstagabend im Amt sein und seine Mannschaft schon zweimal spielen sehen haben. Das 1:1 von Vaduz am Dienstagabend lieferte die ersten Aufschlüsse. Zum Beispiel, dass die Mannschaft noch etwas Angewöhnungszeit an das neue 4-1-4-1-System braucht, so denn an diesem festgehalten wird. Der Auftritt im «Ländle» hat aber auch gezeigt, dass sich die Wiler nicht verstecken müssen.

Nun aber kommt mit Servette ein anderes Kaliber. Und nicht nur das. Eine Woche später geht es auf die Pontaise zum ebenfalls aufstiegswilligen Lausanne-Sport, ehe am Ostermontag der genau so ambitionierte FC Aarau seine Aufwartung in der IGP-Arena macht. Schon als übernächstes wird danach mit Winterthur ein weiteres Top-Team die Wiler empfangen. Dieses happige Programm ist Chance und Gefahr zugleich. Chance, weil die Erwartungen in diesen Partien nicht allzu hoch sind – zumindest nicht im Umfeld des Klubs. Gefahr, weil im Falle einer Niederlagen-Serie die Diskussionen aufflammten, ob es denn richtig war, mitten im Verlauf der Rückrunde den Trainer zu wechseln, obwohl zuvor anderes kommuniziert worden war.

Die Wiler:

Auch wenn man mit der Ankunft von Sforza auf dem Bergholz eine neue Zeitrechnung startete, so gilt es doch festzuhalten, dass das dritte Meisterschaftsviertel mit nur sieben Punkten aus neuen Spielen das schlechteste dieser Saison war und das zweitschlechteste aller Challenge-League-Teams. Einzig der FC Schaffhausen ist mit gerade einmal zwei gewonnenen Punkten noch erfolgloser unterwegs seit der Winterpause. Mit Servette erscheint nun ein Gegner, gegen den viel zusammenpassen muss, um zu punkten. In den direkten Vergleichen dieser Saison haben die Wiler aber jeweils mitgehalten. Anfang August wurden die «Grenats» auf dem heimischen Kunstrasen mit 2:1 besiegt, in Genf gab es ein 0:0 vor knapp zwei Monaten und eine 0:2-Niederlage im Oktober, bei welcher der FC Wil bis zur 95. Minute auf einen Punkt hoffen durfte, ehe er noch einen «Empty Netter» kassierte. Abzuwarten bleibt, wie stark Sforza überhaupt ins Geschehen eingreifen kann. Denn nach dem Spiel in Vaduz hatte sich seine Stimme so deutlich verabschiedet, dass er sämtliche Interview-Anfragen absagen musste. Wie bereits in den vergangenen Partien sind wiederum viele Wiler Spieler vorbelastet, nämlich deren neun. Folgende Akteure können sich die Reise nach Lausanne sparen, wenn sie gegen Servette verwarnt werden: Zivko Kostadinovic, Silvano Schäppi, Nikki Havenaar, Nick von Niederhäusern, Sergio Cortelezzi, Sandro Lombardi, Michael Gonçavles, Silvio und Andelko Savic.

Die Genfer:

Was Servette in den vergangenen Wochen und Monaten abliefert, ist beeindruckend. Mit bereits 13 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Lausanne-Sport können sich die Genfer eigentlich nur noch selber um den Aufstieg bringen. Am Mittwochabend wurde mit dem 2:0-Auswärtssieg im Léman-Derby auf der am Ende schneebedeckten Pontaise ein weiterer grosser Schritt Richtung Rückkehr ins Oberhaus des Schweizer Fussballs gemacht. Beeindruckend ist die Sache vor allem, weil die Siege kein Zufallsprodukt sind und die Genfer äusserst variabel auftreten können. Mal spielen sie dominant und wuchtig, mal machen sie wie gegen Rapperswil-Jona mit sechs Schüssen aufs Tor fünf Treffer. Immer aber sind sie gut organisiert. Auch die Statistiken belegen die Dominanz: Servette hat mit Abstand am meisten Tore erzielt und auch am wenigsten Treffer kassiert. Sie sind das beste Heim- und das beste Auswärtsteam, die beste Mannschaft vor der Pause und danach. Seit dem 31. August des Vorjahrs gab es in der Meisterschaft nur noch eine einzige Niederlage. Es war ein Ausrutscher im Februar auf einem durchnässten und am Ende umgepflügten Geläuf in Chiasso.