Der Wunsch zum Gestalten scheint familiär bedingt zu sein. Der Vater und Onkel von Andrea Schwörer führten zusammen ein Architekturbüro unweit des Bodensees auf deutscher Seite. Und auch ihr Bruder arbeitet als Architekt. Andrea Schwörer selber begann an der Fachhochschule in Weihenstephan nördlich von München eine höhere Ausbildung in Landwirtschaft. „Damals wusste ich noch nicht, dass es den Beruf des Landschaftsarchitekten überhaupt gibt.“ Als sie Mitstudenten auf diese Möglichkeit aufmerksam machten, wechselte sie die Fachrichtung. Als Landschaftsarchitektin kann sie kreativ sein. 

Grünflächen als Herausforderung

„Der Umgang mit Pflanzen und die Möglichkeit, zu gestalten gefällt mir", erzählt die 38-Jährige. Bauarchitektin, wie ihr Vater und Bruder, wollte sie nicht werden, das Weiche, das die Landschaftsarchitektur mit sich bringt, entspricht ihr. Sie mag es auch, immer wieder mit neuen Situationen herausgefordert zu werden. “Jeder Auftrag ist anders. Und auch die Bauherren sind unterschiedlich. Manche Landschaftsarchitekten haben ein bestimmtes Themengebiet.“ Im Gegensatz dazu mag es Andrea Schwörer, wenn sie gestalterische Lösungen für unterschiedliche Nutzergruppen erarbeiten kann. Gegenwärtig arbeitet sie beispielweise an der Umgebungsgestaltung eines Bankgebäudes in Eschlikon. „Da muss das Repräsentative für die Kunden schon unbewusst spürbar sein.“

Geografische Lage ist mitentscheidend

Bei der Auftragsvergabe klärt sie ab, welche Funktion die zu gestaltende Umgebung künftig erfüllen muss. Es liegt auf der Hand, dass Einrichtungen für Demenzpatienten, Benutzer einer Kindertagsstätte oder eines Klostergartens ganz unterschiedliche Bedürfnisse an einen Aussenraum haben. Andrea Schwörer wurde mit der Neugestaltung des Küchengartens des Klosters Einsiedeln beauftragt. Daher kennt sie diese spezifischen Ansprüche.

Entscheidend ist aber auch die geografische Lage der Landschaft. „Hier im Unterland haben die Pflanzen andere Umweltbedingungen als beispielsweise in Davos.“ Im Weiteren spielt auch der Kostenrahmen eine entscheidende Rolle. Er setzt oft Grenzen. Und auch besondere Wünschen des Kunden müssen berücksichtigt werden: „Etwa dass bestimmte Handwerksbetriebe, die ihrerseits Kunden des Auftraggebers sind, Aufträge bekommen.“


Fachmännische Pflege ist wichtig

Mit der Planung und Überwachung der Ausführung der Arbeiten ist der Auftrag von Andrea Schwörer in der Regel noch nicht zu Ende. „Meistens erstelle ich auch noch eine schriftlich Anleitung zur Pflege.“

„Zum Teil begehe ich mit den Eigentümern und den Pflegeverantwortlichen in regelmässigen Abständen die Anlage, und wir sehen, welche besonderen Pflegemassnahmen erforderlich sind.“

Gelegentlich wechselt eine gestaltete Anlage den Besitzer. „Dann kann es sein, dass die Pflege reduziert oder nicht mehr fachmännisch ausgeführt wird.“ Dadurch kann eine gut geplante und durchdachte Umgebung mit den Jahren an Attraktivität verlieren.

Breiter Erfahrungshintergrund

Andrea Schwörer kam über eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit dreier Fachhochschulen in die Schweiz. „Da ich in der Nähe des Bodensees aufgewachsen bin, war die Nähe zur Schweiz bereits gegeben.“ Sie setzte ihr Studium an der Fachhochschule Rapperswil fort, wo sie 2005 ihr Diplom mit Auszeichnung als Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin FH entgegennehmen konnte.

Unmittelbar danach übernahm sie erste Gestaltungsaufträge als selbständige Landschaftsarchitektin. Gleichzeitig war sie in einem Teilzeitpensum als Assistentin von zwei Professoren an der Fachhochschule Rapperswil angestellt. Sie arbeitete parallel in Teilzeit auch in verschiedenen Büros für Landschaftsarchitektur im Fürstentum Liechtenstein sowie in der Schweiz


Ehepaar als Unternehmer

Seit vier Jahren lebt sie mit ihren beiden Kindern im Alter von 3 ½ und 6 Jahren an der Fürstenlandstrasse in Wil, wo sie auch als Sekretärin im Vorstand der Naturgruppe Salix amtet. Seit einem Jahr führt sie gemeinsam mit ihrem Mann die Firma a3s GmbH, während sie sich mit Freiraumgestaltung beschäftigt, ist er im Bauprojektmanagement tätig.