Seit 34 Jahren verbindet Lenggenwil das Patrozinium ihres Kirchenpatrons St.Mauritius mit einem weltlichen Erntedankfest. Der traditionelle Festsonntag lockte sehr viel einheimisches und auswärtiges Volk nach Lenggenwil. Dankbar waren die rund 90 engagierten Organisatoren und Helfer für das prächtige Herbstwetter, das bei vielen Lenggenwiler Veranstaltungen ebenfalls meistens zur Tradition gehört. Der Erntedank begann am Vormittag mit einem feierlichen Festgottesdient in der barocken Pfarrkirche, welche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Mesmerin Gertrud Rüegg hatte das Gotteshaus einmal mehr sehr schön geschmückt. Die Blumen, Früchte und Gemüse zeugten auch dieses Jahr von der reichen Fülle der Natur. 

Nicht materieller Besitz ist das Ziel
Die Eucharistiefeier leitete Pater Peter Suffel, unterstützt von Diakon Primo Grelli, der Lektorin Andrea Meienhofer und dem Ministrantenteam. Seine prägnante Festpredigt eröffnete Pater Suffel mit einigen Passagen aus dem Gedicht „Herbsttag“ von Rainer Maria Rilke: „Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage“. Der heisse Sommer sei tatsächlich eingetroffen und habe eine reiche Ernte beschert, stellte er fest. Dann griff der Seelsorger Gedanken zum Evangelium auf. Jesus nenne den Reichen, der materiellen Besitz hortete und aufgrund seiner falschen inneren Haltung nur an sich dachte, einen Narren. Pater Suffel rief die Zuhörenden auf, an Arme und Notleidende zu denken, sich aber auch für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Einen Dank richtete er an die Landwirte für ihre grosse Arbeit.

Danken mit Gesang und Musik
Den Ein- und Auszug des Seelsorgeteams begleiteten Organist Franz Meienhofer und sein Bruder Kurt auf dem Euphonium mit festlichen Melodien. Auch das Volk wurde mit dem St.Mauritius- und andern Liedern aktiv. Das St.Galler Käserchörli unter der Leitung von Gerda Hardegger gestaltete den Gottesdienst mit fünf Jodelliedern massgeblich mit, welche ganz auf den volksverbundenen Charakter des Erntedanks abgestimmt waren. Die 17 Sänger und die drei Sängerinnen überzeugten mit ihren schönen Stimmen. Die Klänge und sinnvollen Texte ergriffen Herz und Gemüt der Gottesdienstbesuchenden. Das Käserchörli erfreute auch am weltlichen Fest auf dem Dorfplatz mit zwei Auftritten das zahlreiche Publikum.



Stimmungsvolles Dorffest
Das weltliche Erntedankfest wurde erstmals auf dem Areal des neuen Dorfzentrums durchgeführt. Mehrere hundert Gäste aus dem Dorf und aus der Region liessen sich am Mittag bei einem grossen Angebot an kulinarischen Spezialitäten und Desserts verwöhnen. Das fleissige Team der Festwirtschaft sorgte für eine speditive Bedienung. In weiteren Festbeizli lockten ebenfalls verführerische Gerichte. Für die musikalische Unterhaltung sorgten neben dem Käserchörli die Musig Lenggenwil und die Ferienmusig. Zu einem Auftritt auf der Spielwiese kam auch die neu formierte Jungwacht-Clairongarde. Die von Roger Wiget geleitete Gruppe besteht aus sehr jungen Bläsern. Der Erlös des Erntedankfests dient zur Erhaltung des Dorfladens, der im Untergeschoss des Kulturgebäudes einquartiert ist.

Spiele und Flohmarkt
Die Jungwacht organisierte auf der Spielwiese für die Kinder verschiedene Spiele und Attraktionen. Zahlreich nutzten sie im Kinderparadies die angebotenen Vergnügungsmöglichkeiten. Während einzelne Kids im Gumpischloss herumtobten, erprobten andere beim Torwandschiessen oder beim Büchsenwerfen ihre Treffsicherheit. Einige andere Spiele ergänzten das Angebot. Die Kinder konnten beim Flohmarkt auf dem Platz neben der grossen Dörflibeiz ihre nicht mehr gebrauchten Spielsachen, Plüschtiere oder Bücher ausstellen und auf Abnehmer hoffen. Zu äusserst günstigen Preisen wechselten so viele Sachen ihre Besitzer.