Es versteht sich, dass ein Abgang nach so kurzer Zeit Fragen aufwirft. Fragen – das sei vorweggenommen -, auf die weder Pfarrer Heynen, noch Valentin Arnold, der Präsident der Kirchenvorsteherschaft, konkrete Antworten zu geben bereit sind. Ganz klar aber sagt Lars Heynen, dass strukturelle Probleme seiner Gesundheit so zugesetzt hätten, dass ihm als einziger Ausweg die Kündigung geblieben sei. Er habe sich diesen Schritt nicht leicht gemacht. An der Zusammenarbeit mit seinem Amtskollegen Christoph Baumann habe es nicht gelegen. Sehr leid tue es ihm, dass seine beiden Kinder erneut die Schule wechseln müssten. Sie hätten sich in Uzwil gut eingelebt, verständnisvolle Lehrer und liebenswürdige Mitschülerinnen und Mitschüler gefunden. Auch seiner Frau falle ein erneuter Umzug schwer.

Einfühlsamer Seelsorger

Valentin Arnold bedauert die Kündigung von Pfarrer Heynen. Im Amtsbericht charakterisiert er ihn als herzliche, offene und liebenswürdige Person: «In kurzer Zeit brachte er neue und kreative Ideen in die Kirchgemeinde ein, trotz der schwierigen Pandemie-Situation. Seine einfühlsamen seelsorgerischen Gespräche und Tätigkeiten halfen vielen Mitmenschen in den aktuell schwierigen Zeiten. Es gelang ihm, Kontakte zu knüpfen und Gottesdienste und Anlässe in erfrischender Art durchzuführen. Seine zum Nachdenken aber auch zum Schmunzeln anregenden Predigten werden gerne mit nach Hause genommen. Wir freuen uns, dass wir mit Lars Heynen eine engagierte Pfarrperson mit Herz gefunden haben.»

Kirche ist 150 Jahre alt

Daraus wird nun ein kurzes Gastspiel. Die Kirchenvorsteherschaft wird den Wegzug des Pfarrers an der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom kommenden Mittwochabend, 20 Uhr, in der Kirche bekanntgeben. Ob und wie weit dann die Querelen, die zu diesem Schritt geführt haben, ans Licht kommen, wird sich zeigen. Offensichtlich wollen weder Pfarrer noch Präsident in Wunden stochern. Pfarrer Heynen beteuert im Gegenteil, dass er sich auch in der kommenden Zeit gerne für die Kirchgemeinde engagiere. Im Speziellen freue er sich auf das Chilefescht mit Kirchenjubiläum am Sonntag, 13. Juni. Die Organisation dieses Anlasses obliegt ihm als Präsident der Vorbereitungsgruppe. Gefeiert wird das 150jährige Bestehen des Bauwerks in Niederuzwil, das den evangelischen Einwohnern den Auszug aus der paritätisch genutzten Kirche in Henau ermöglichte.