Am Bahnhof Aarau wird derzeit für das Jungfraujoch geworben. «Top Of Europe» heisst der Leitspruch. Im Wiler Lager stellte man sich vor dem Spiel in Aarau die Frage, ob es allenfalls zu «Top Of Challenge League» reichen könnte. Denn mit einem Erfolg im Rüebliland hätten die Äbtestädter zu Tabellenführer Lausanne-Sport aufgeschlossen. Doch es kam anders und die Wiler mussten zum ersten Mal in dieser Saison auswärts als Verlierer vom Feld. Dass sie dies taten, hatte seine Richtigkeit. Denn Aarau war über weite Strecken des Spiels die reifere, abgeklärtere, torgefährlichere, routinierterer – ja schlicht bessere Mannschaft.

Bei Halbzeit mussten die Gäste gar froh sein, nur mit einer Länge im Hintertreffen zu liegen. Zwar vergab Bledian Krasniqi eine gute Möglichkeit von knapp ausserhalb des Strafraums, ansonsten kam von den Gästen aber herzlich wenig. Einmal mehr starteten sie zu verhalten in eine Partie. Der FC Aarau zog daraus Profit und ging Mitte der ersten Halbzeit in Führung, als Patrick Rossini vor dem Tor viel zu wenig konsequent gedeckt worden war und per Kopf traf. Die Führung verdienten sich die Rüebliländer davor und danach bei mehreren vergebenen Torchancen.

Wieder leistet Wil Aufbauhilfe

Einmal mehr legte die Wiler Mannschaft nach dem Seitenwechsel eine Reaktion an den Tag. Trainer Ciriaco Sforza entschied sich zur Pause, mehr Routine ins Spiel zu bringen und wechselte Silvio sowie Mergim Brahimi ein. Die Spielanlage änderte sich nun und den Wilern gelang es, dem FC Aarau den Schneid abzukaufen. Als es auch gegen Ende der Partie immer noch 1:0 für die Gastgeber stand, rannten die Wiler mit dem Mute der Verzweiflung an. Trotz am Schluss deutlicher Überlegenheit schaute aber fast nichts Zählbares heraus. Die nun tiefer stehenden Aarauer waren im eigenen Strafraum weiterhin Herr der Lage, so dass man hinterher festzuhalten hatte, dass Aaraus Goalie Nicholas Ammeter keine einzige ernsthafte Prüfung lösen musste an diesem Abend.

Somit verloren die Wiler zum vierten Mal hintereinander gegen den FC Aarau – und dies bei einem Torverhältnis von 1:10. Einmal mehr kamen die Äbtestädter aus Aarauer Sicht zum richtigen Zeitpunkt, um eine Talfahrt zu beenden. Ende Oktober des Vorjahres hatte die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen nach einem Horrer-Saisonstart mit einem 2:0-Heimsieg gegen Wil die Wende zum Guten eingeleitet. Dieses Mal war es zumindest ein Befreiungsschlag. Ob mehr daraus wird, wird sich weisen.

Nicht reif für die Tabellenspitze

Die Ostschweizer mussten konstatieren, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wer nach dem starken Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen von der Tabellenspitze geträumt hatte, wurde auf dem Brügglifeld in die Realität zurückgeholt. Mit einer derart jungen Mannschaft, wie sie der FC Wil in dieser Saison stellt, ist die Schwankungsbreite der Leistungen beträchtlich. Darum darf die Niederlage bei einem routinierten FC Aarau nicht als Beinbruch gewertet werden – aber natürlich als Bremser. «Bei einer jungen Mannschaft kann es das geben. Aus Niederlagen wird man stärker», sagte Sforza.

Somit geht der FC Wil ohne positives Gefühl in die Länderspielpause und hat sich keine zusätzliche Moral für den Cup-Knüller gegen den FC Zürich am 14. September in der IGP-Arena geholt.

Die wichtigsten Szenen des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
So schlitterte der FC Wil in Aarau in die erste Auswärtsniederlage.

Resultate Challenge League, 6. Runde:
Aarau - Wil 1:0
Vaduz - Grasshoppers 2:2
Kriens - Winterthur 3:2
Schaffhausen - Chiasso 1:0
Stade Lausanne-Ouchy - Lausanne-Sport 3:0

FC Aarau – FC Wil 1900 1:0 (1:0)

Brügglifeld: 2968 Zuschauer. – Sr: Klossner.

Tor: 24. Rossini 1:0.

FC Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Thaler, Thiesson; Misic (89. Mehidic), Pepsi (83. Hammerich), Zverotic, Rrudhani (76. Schneuwly), Rossini, Maierhofer (61. Spadanuda).

FC Wil 1900: Kostaindovic; von Niederhäusern, Schmied, Kamberi, Schmid; Abedini (81. Ndau), Muntwiler (90. Bosic); Duah (46. Silvio), Krasniqi (46. Brahimi), Rohner; Stojilkovic.

Bemerkungen: Aarau ohne Alounga (krank), Schindelholz, Jäckle, Balaj, Corradi, Peralta, Neumayr (verletzt) und Hübel (nicht im Aufgebot). Wil ohne Traber (krank), Schäppi (verletzt), Klein, Sejdija, Wörnhard, Ismaili und Beka (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 72. Leo (Foul). 79. Ammeter (Spielverzögerung), 93. Ndau (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 6/13. 2. Grasshoppers 6/11. 3. Wil 6/10. 4. Kriens 6/9. 5. Schaffhausen 6/8. 6. Winterthur 6/8. 7. Stade Lausanne-Ouchy 6/7. 8. Aarau 6/7. 9. Vaduz 6/6. 10. Chiasso 6/4.

Nächste Spiele:
Samstag, 14. September: Wil - Zürich (19.00 Uhr, Cup)

Challenge League, 7. Runde:
Freitag, 20. September: Kriens - Grasshoppers (20.00 Uhr).
Samstag, 21. September: Stade Lausane-Ouchy - Chiasso (17.00 Uhr), Winterthur - Wil (18.00 Uhr), Aarau - Schaffhausen (19.00 Uhr).
Sonntag, 22. September: Vaduz - Lausanne-Sport (16.00 Uhr).

Stimme zum Spiel:

 
"In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv und zu wenig aggressiv", sagt FC-Wil-Verteidiger Nick von Niederhäusern im hallowil.ch-Interview.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein mit diesem Liveticker. Vielen Dank für das Interesse. Haben Sie noch einen schönen letzten Sommerabend. Bis bald auf hallowil.ch

Der Meisterschaftsbetrieb ruht nun für drei Wochen. Zuerst ist die Nati dran, dann kommt es am Samstagabend, 14. September, zum Cup-Knüller gegen den FC Zürich in der IGP-Arena. Auch jenes Spiel können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen. Das nächste Meisterschaftsspiel ist dann in drei Wochen auswärts gegen Winterthur.

Schlussfazit: Der FC Wil war ein ganzes Stück davon entfernt, um zu Leader Lausanne-Sport aufzuschliessen. Eine schwache erste Halbzeit mit zum Glück nur einem Gegentreffer kann er nicht mehr korrigieren. Zwar rennen die Gäste in der Schlussphase an, tun das aber ohne zündende Ideen. Die immer tiefender stehenden Aargauer hatten keine Mühe, die Führung über die Zeit zu bringen. Die Äbtestädter verlieren somit zum zweiten Mal in dieser Saison, zum zweiten Mal mit 0:1. Ein Beinbruh ist es gewiss nicht, im Brügglifeld zu verlieren. Das Spiel hat aber klar gezeigt, dass die Bäume in der Äbtestadt nicht in den Himmel wachsen.

Schlusspfiff auf dem Brügglifeld: Der FC Aarau gewinnt gegen den FC Wil mit 1:0.

93. Minute: Gelbe noch für Ndau nach einer kleinen Ringeinlage, um einen Konter zu unterbinden.

91. Minute: Captain bei Wil ist nun übrigens Schmid.

91. Minute: 3 Minuten Nachspielzeit erden angezeigt.

90. Minute: Wechsel: Captain Muntwiler macht platz für Bosic. Der Captain ist gar nicht glücklich.

89. Minute: Noch ein Wechsel bei Aarau: Misic geht raus - und auch für ihn gibt es Applaus. Neu kommt Mehidic.

88. Minute: Es ist nun ein Wiler Anrennen. Aber doch einigermassen ideenlos.

86. Minute: Muntwiler aus der Distanz. Doch direkt auf Goalie Ammeter.

86. Minute: Aber die Wiler drücken nun schon auf dem Ausgleich. Wie war das gleich mit der Hoffnung?

84. Minute: Das ist einfach zu wenig durchschlagskräftig. Stojiklovic mit einem Verlegenheits-Kopfball. Bringt aber auch nicht ernsthaft Gefahr.

84. Minute: Nächster Wechsel beim FC Aarau: Pepsi wird mit Applaus verabschiedet. Neu kommt Hammerich.

83. Minute: Die Uhr tickt unaufhörlich.

82. Minute: Sforza wechselt nochmals: Abedini hat Feierabend und wird ersetzt durch Ndau.

80. Minute: Das war knapp: Schneuwly nimmt den Ball direkt aus der Luft. Aber knapp am Pfosten vorbei.

80. Minute: Dann mal Wils Rohner mit Zug aufs Tor. Doch er schiesst einen halben Meter drüber.

79. Minute: Gelb für Aaraus-Goalie Ammeter, weil er sich bei einem Abstoss gar viel Zeit lässt.

78. Minute: Bei den Wilern fehlen die klaren Chancen. Es ist noch immer zu ungenau. Die Aarauer, welche nun tiefer stehen, haben bis jetzt wenig Mühe, das zu verteidigen.

76. Minute: Aarau wechselt: Rrudani macht platz für Schneuwly. Schön, wenn man den einwechseln kann.

73. Minute: Die Wiler greifen den Gegner nun früher an. Der Beginn der Schlussoffensive?

71. Minute: Die erste gelbe Karte des Spiels ist Tatsache. Es trifft Aaraus Leo nach einem Foul an Stojilkovic, der sonst guten Zug aufs Tor genommen hätte.

70. Minute: Mal wieder ein Wiler Corner. Es ist erst der zweite. Kamberi kommt zum Kopfball, allerdings halbwegs im Rückwärtsfallen. Den kann er nicht mehr kontrollieren.

69. Minute: Alles in allem sind aber immer noch die Aarauer zielstrebiger. Aber nun ja: Solange es "nur" 1:0 steht, ist hier alles möglich. So unter dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

67. Minute: Auch schon wieder die Hälfte der zweiten Halbzeit ist rum. Wil zwar verbessert. Aber das wird ein weiter Weg zu Punkten. Aarau ist zwar nicht mehr so druckvoll wie vor der Pause, aber doch immer wieder mit Nadelstichen.

65. Minute: Knapp 3000 Zuschauer sind heute dabei. 2968, wenn Sie es genau wissen wollen.

64. Minute: Ein Wiler Konter findet sein Ende, indem Abedini einen Ball Richtung Wäldchen hinter dem Stadion pfeffert. Das Auffangnetz schützt die Bäume.

63. Minute: Dann eine starke Aktion von Verteidiger Kamberi, der den durhgebrochenen Spadanuda noch gut ablaufen kann. Das wäre sonst ganz heiss geworden.

61. Minute: Aarau wechselt ein erstes Mal: Maierhofer geht runter und wird ersetzt durch Spadanuda. Zuvor waren die Aarauer in einer Szene gleich zweimal dem 2:0 nahe gewesen. Jedoch konnte die Situation geklärt werden.

59. Minute: Du sah gut aus: Stojilkovic legt zurück für Brahimi, der in vielversprechender Situation zentral aber nicht recht an den Ball kommt.

58. Minute: Die Aarauer sind nun passiver geworden und überlassen den Wiler mehrheitlich den Ball.

55. Minute: Die nächste Grosschance gehört aber Aarau. Misic mit einem Abschluss. Da braucht es schon die ganze Klasse von Kostadinovic, um diesen Ball zu entschärfen. Maierhofer steht zwar bereit zum Erben, aber auch im Offside.

54. Minute: Die Wiler treten nun auch mit einer anderen, verbesserten Körpersprache auf.

51. Minute: Es wird tatsächlich gefährlich: Schmid bringt den Ball auf Fast-Namensvetter Schmied, der per Kopf verlängert. Muntwiler nimmt dann am hinteren Pfosten volles Risiko und dan Ball volley direkt aus der Luft. Doch es fehlt dann schon ein gutes Stück.

51. Minute: Die Wiler sind aktiver aus der Kabine gekommen. Freistoss aus dem linken Halbfeld gibt's.

49. Minute: Und dann geht auf der anderen Seite die Post ab. Rossini kommt aus kurzer Distanz zum Kopfball, bringt aber zu wenig Druck hinter den Ball. Kein Problem für Kostadinovic.

48. Minute: Ai, da war der Ausgleich nahe. Jedoch reden Silvio und Kamberi nicht miteinander und behindern sich gegenseitig, statt das 1:1 zu erzielen. Der Ball geht an Freund, Feind und Tor vorbei.

46. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Silvio ersetzt Duah. Und Brahimi ist für Krasniqi gekommen. "Nur" ein Zweifach-Wechsel, ist man geneigt zu sagen. Am Ostermontag hatte Sforza im Heimspiel gegen Aarau schon nach einer halben Stunden einen Dreifach-Wechsel vorgenommen. Es half nichts und das Spiel ging mit 0:4 verloren.

46. Minute: Der Ball rollt wieder.

Die Mannschaften sind zurück. Gleich geht es weiter. Kommt jetzt eine Wiler Reaktion?

Pausenfazit: Ein Wiler Zyniker erster Güte sagte hier eben: "Das beste der ersten Halbzeit waren die frisch gemachten Chüechli auf den Medienplätzen." Man kann dies durchaus teilen.

Pausenfazit: Das war eine der schlechteren Halbzeiten in dieser Saison. Der FC Aarau ist die bessere Mannshaft, aktiver, auch gedanklich immer einen Schritt voraus - und auch deutlich torgefährlicher. Bei Wil blieb es bei einem Abschluss Krasniqis. So müssen die Wiler selbst diesen knappen 0:1-Rückstand nehmen. Immerhin sind sie noch im Spiel. Dass die Mannschaft nach der Pause auf einen Rückstand reagieren kann, hat sie in Schaffhausen und im Cupspiel gegen Red Star Zürich bewiesen. Es muss aber eine deutliche Steigerung her, damit das noch was wird. Brahimi läuft sich schon mal warm.

Pausenpfiff: Der FC Aarau führt gegen den FC Wil bei Halbzeit mit 1:0. Und das völlig verdient.

45.+1. Minute: Immerhin mal ein Wiler Ansatz. Aber der Abschluss von Duah bleibt hängen. Keine Gefahr.

45. Minute: 1 Minute wird nachgespielt.

43. Minute: Da gab es eine kleine Trinkpause kurz vor der Halbzeitpause. Grund: Wils Verteidiger Schmied musste gepflegt werden, kann aber weiterspielen.

41. Minute: Die Aarauer Überlegenheit spielgelt sich im Corner-Verhältnis: 8:1 steht es in dieser Spezialwertung für die Gastgeber.

37. Minute: Die Wiler sind nicht im Spiel und sie kommen einfach nicht in die Zweikämpfe. Aarau ist hier klar Herr im Haus. Aus Gäste-Sicht ist das Resultat noch das beste - trotz Rückstand. Misic versucht zu erhöhen. Doch der Ball geht deutlich drüber.

36. Minute: Immer wieder Aarau: Dieses Mal kommt Zverotic im Strafraum zum Abschluss. Doch der Ball holpert knapp am linken Pfosten vorbei. Da wäre Kostadinovic wohl nicht rangekommen.

34. Minute: Eine schwierige Phase für die Wiler. Nächster Corner für Aarau. Stojilkovic kann klären. Gibt aber grad nochmals Ecke für Aarau. Die bringt dann allerdings nichts ein.

32. Minute: Die Wiler haben auch wenig Ballbesitzt und traben meistens hinterher.

30. Minute: Momentan sind Aarauer klar spielbestimmend. Der aufgerückte Verteidiger Leo kommt nach einer Freistossflanke von links im Strafraum zum Kopfball. Er bringt aber zu wenig Druck hinter die Kugel, die am linken Pfosten vorbeigeht.

28. Minute: Vorerst powert aber Aarau weiter. Kamberi muss da in extremis vor Giger klären. Sonst wären wir hier dem 2:0 schon sehr nahe gewesen.

26. Minute: Gestohlen ist dieses Verdikt sicher nicht. Aarau ist bisher die aktivere Mannschaft und hat sich den Führungstreffer erarbeitet. Wie sieht die Wiler Reaktion aus?

24. Minute: TOOOOOOR für den FC Aarau durch Rossini zum 1:0. Eine Flanke von links Rrudhanis segelt in den Wiler Strafraum. Da fühlt sich niemand für Rossini zuständig, der aus drei, vier Metern sicher trifft. Die Sache ist lanciert.

22. Minute: Den Wilern gelingt es in den letzten paar Minuten wieder besser, das Geschehen vom eigenen Kasten fernzuhalten. Mehr noch: Duah schüttelt im Mittelfeld den Ex-Wiler Zverotic ab, schliesst dann aber überhastet ab. Der Ball ist zwar im Netz, aber "nur" im Auffangnetz hinter dem Tor.

19. Minute: Und dann die erste Top-Chance für den FC Wil: Stojilkovic legt für Krasniqi auf, der den Ball aber in aussrichtsreicher Position knapp ausserhalb des Strafraums am linken Pfosten vorbeischlenzt.

18. Minute: Was heute ja auch zu klären ist: Bleibt der FC Wil in dieser Saison auswärts unbesiegt. Bisher gab es in drei Pflichtspielen zwei Siege und ein Remis.

16. Minute: Und weiter Aarau: Nach einem Einwurf verlängert Maierhofer per Kopf. Rossini verpasst in der Mitte aber knapp. Es braucht nun dringend Ruhe im Wiler Spiel - und eine ordnende Hand. Oder einfach Entlastung.

15. Minute: Der nächste Aarauer-Express kommt angerollt. Nick von Niederhäusern kann da gerade noch klären. Sonst wäre Misic alleine vor dem Tor gestanden.

13. Minute: Nun brennt es gleich mehrfach im Wiler Strafraum. Bis jetzt bekommen die Wiler jedoch immer noch ein Bein dazwischen und die Aargauer Proteste bezüglich eines Handspenaltys bleiben ohne Reaktion von Klossner.

10. Minute: Auch die Aarauer sind im Spiel angekommen. Ein Kopfball von Maierhofer rauscht rund einen halben Meter über das Tor. Aber die Gastgeber versuchen nun, das Spielgeschehen an sich zu reissen.

6. Minute: Da erkämpft sich Muntwiler in der eigenen Hälfte schön den Ball und lanciert sofort einen Angriff. Doch die Aarauer Defensive ist auf der Höhe und verhindert eine erste echte Torchance des Spiels.

5. Minute: Kann aber problemlos geklärt werden von den Aargauern.

4. Minute: Überstehen die Wiler hier die Startphase? Diese Frage war zuletzt gar häufig mit Nein zu beantworten. Doch vorerst mal Corner Wil.

2. Minuten: Den ersten Vorstoss des Spiels lancieren die Wiler. Stojilkovic probiert es mit einem Fallrückzieher. Doch das ist noch harmlos.

1. Minute: Das Spiel ist freigegeben. Auf geht's.

So, die Mannschaften sind da. Gleich geht es bei bestem Fussballwetter los mit FC Aarau gegen FC Wil. Viel Spass.

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Das Brügglifeld füllt sich. Gleich geht es los.

Das Spiel wird geleitet von Super-League-Schiedsrichter Stephan Klossner.

Die Aarauer beginnen in einem klassischen 4-4-2-System wie folgt: Im Tor steht der junge Ammeter. In der Abwehr spielen von rechts nach links Giger, Leo, Thaler und Thiesson. Das Mittelfeld bestücken von rechts her gesehen Misic, Pepsi, Captain Zverotic und Rrudhani. Die beiden Stürmer heissen Rossini (rechts) und Maierhofer. Verletzt ist Spielmacher Neumayr.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Der FC Wil, bei dem Captain Muntwiler nach verbüsster Sperre in die Mannschaft zurückkehrt, beginnt in einem 4-2-3-1-System mit Kostadinovic im Tor. Die Abwehr bilden von rechts nach links von Niederhäusern, Schmied, Kamberi und Schmid. Im defensiven Mittelfeld spielen Abedini (rechts) und Captain Muntwiler. Im offensiven Mittelfeld laufen von rechts her gesehen auf Duah, Krasniqi und Rohner. Einziger Stürmer ist Stojilkovic. Auffällig: Brahimi ist nur Ersatz. Bisher war der jeweils in der Stammformation gesetzt.

Fakt ist: Dem FC Aarau ist der Saisonstart wie schon vor Jahresfrist nicht nach Wunsch geglückt. Vier Punkte aus fünf Spielen entsprechen nicht den eigenen Erwartungen. Klar, dass heute ein Heimsieg erwartet wird. Der FC Wil kann hingegen ohne Druck auflaufen. Mit zehn Punkten aus fünf Spielen belegt er derzeit Platz zwei. Da Leader Lausanne-Sport gestern erstmals in dieser Saison verloren hat, bietet sich gar die Chance, mit drei Punkten hier im Brügglifeld zum Tabellenführer aufzuschliessen. Um ihn zu überholen, bräuchte es mindestens einen 11:0-Sieg. Bei aller Euphorie kein realistisches Unterfangen.

Die Grundfrage ist ja: Wem gehört heute die Favoritenrolle? Dem Tabellenzweiten aus Wil? Oder doch dem Fast-Aufsteiger aus Aarau? Nimmt man den Wettanbieter Sporttipp als Referenz, so ist klar der Tabellen-Vorletzte aus dem Aargau im Vorteil. Für eine Sieg der Äbtestädter gibt es mehr als das Vierfache des Einsatzes zurück. Für einen Heimsieg nicht einmal das Doppelte. Lässt sich heute gutes Geld verdienen?

Ein herzliches Grüezi wohl aus dem Rüebliland, geschätzte Fussballfreunde. Spieltag 6 in der Challenge League steht an. Der FC Wil gastiert beim FC Aarau. Simon Dudle tickert für Sie durch einen hoffentlich spannenden Fussball-Abend.

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Die Vorschau:

Ziemlich genau zehn Monate ist es her, seit vor dem Aufeinandertreffen zwischen dem FC Aarau und dem FC Wil festzuhalten war, dass verkehrte Welt herrscht. Die Aargauer waren desaströs in die Saison gestartet, hatten von den ersten elf Meisterschaftsspielen neun verloren und als Tabellenletzter erst vier Punkte auf dem Konto. Im Cup war schon in der ersten Hauptrunde beinahe Endstation gewesen und die Rüebliländer waren beim FC Amriswil aus der 2. Liga interregional erst in der Verlängerung weitergekommen. Die Wiler hatten zu jenem Zeitpunkt schon 21 Zähler auf dem Konto und erschienen überraschend als Leader.

Nun treffen sich die beiden Mannschaften knapp zwei Monate früher im Jahr auf dem Brügglifeld zu einem Vergleich. Die Situation ist aber ähnlich. Der FC Aarau hat abermals gerade einmal vier Punkte auf dem Konto – nach allerdings «erst» fünf Spielen. In der ersten Cup-Runde tat sich die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen dieses Mal beim SC Cham aus der Promotion League schwer und lag bis zur 89. Minute mit 1:2 zurück, ehe Petar Misic noch ausglich. Erst im Penaltyschiessen wurde der Einzug in die nächste Runde sichergestellt. Mitte September kommt nun der FC Sion nach Aarau. Die Wiler sind auch dieses Mal besser klassiert als von fast allen erwartet. Mit im Durchschnitt zwei Punkten pro Spiel liegen die Äbtestädter auf dem Barrage-Platz, noch vor den Grasshoppers. Vor einem Jahr gewannen die Aargauer übrigens mit 2:0 gegen Wil und lancierten damit eine Serie mit nur noch einer Niederlage in 26 Partien. Am Ende dieser Serie war der FC Aarau mit einem Bein und neun Zehen in die Super League aufgestiegen, ehe Xamax zum Barrage-Rückspiel aufkreuzte und eine 0:4-Hypothek noch wettmachte.

Die Wiler:

Wer ist den nun Favorit? Die Wiler sind zu nennen, wenn man die mentale Verfassung als Kriterium nimmt. Die junge Equipe schreckt vor keinem Gegner zurück und war bisher mit jedem Widersacher mindestens auf Augenhöhe, selbst mit Rekordmeister GC. Es wäre allerdings dienlich, mal von Beginn weg bei den Leuten zu sein und die Startphase nicht zu verschlafen. Auf dem Brügglifeld einen Rückstand aufzuholen scheint anspruchsvoller als anderswo, auch wenn die Rüebliländer bisher die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga stellen. Zusätzliche Motivation dürfte sein, dass Leader Lausanne-Sport am Freitagabend das Derby gegen den "kleinen Bruder" Stade Lausanne-Ouchy sang- und klanglos mit 0:3 verloren hat. Somit schliessen die Wiler zum Tabellenführer auf, wenn sie Aarau besiegen.

Es stellt sich zudem die Frage, ob Filip Stojilkovic seine Treffsicherheit erneut unter Beweis stellt. In den vergangenen drei Meisterschaftspartien hat er jeweils eingenetzt. Oder anders formuliert: In den bisherigen sechs Pflichtspielen seit seiner Ankunft in Wil hat der 19-Jährige immer getroffen, wenn er der Startformation angehörte. Die Wiler treten in Aarau an, um auch im vierten Auswärtsspiel seit der Sommerpause auswärts unbesiegt zu bleiben. Sie tun es mit ihrem Captain Philipp Muntwiler, der nach verbüsster Sperre ins Team zurückkehrt.

Die Aarauer:

Der FC Aarau ist als Favorit für dieses Spiel zu nennen, wenn man die Rahmenbedingungen als Kriterium nimmt. Es steht bei den Rüebliländern deutlich mehr Geld zur Verfügung als in Wil. Dementsprechend unbefriedigend ist die aktuelle Situation. Die beiden letzten Auswärtsspiele gingen mit einem Gesamtskore von 3:9 verloren. Bei der 1:5-Klatsche am vergangenen Samstag in Lausanne konnten es sich die Waadtländer in der Schlussphase gar locker leisten, einen Penalty an den rechten Pfosten zu setzen. Aus Aarauer Sicht ist klar: Gegen Wil muss ein Sieg her, um nicht eine unruhige Nati-Pause zu haben.