Der Schulraum in Uzwil ist knapp. An verschiedenen Orten stehen provisorische Pavillon-Lösungen, so auch im Herrenhof. Dort soll die geplante Schulraumerweiterung Abhilfe schaffen. Zeitlich orientiere sich das Vorhaben an den finanziellen Möglichkeiten, schreibt die Gemeinde Uzwil in einer Mitteilung. Der Gemeinderat hat bereits letztes Jahr festgelegt, das Projekt bis Stufe Vorprojekt zum jetzigen Zeitpunkt abzuschliessen. Die weitere Projektierung soll dann so ablaufen, dass ab Ende 2025 gebaut werden kann. Das Ziel ist, dass die neuen und sanierten Räumlichkeiten ab Sommer 2027 etappenweise bezogen und genutzt werden können. 

Den Bau von 1967 erweitern

Die Schulanlage Herrenhof ist in Etappen in den Jahren 1865, 1955 und 1967 entstanden. Der Bau ist etwas verschachtelt, zudem ist die kleine Turnhalle zu klein für den Ganzklassen-Unterricht. Und sie neigt sich dem Ende der Lebensdauer zu. 

Das Projekt zur Schulraumerweiterung sieht vor, die kleine Turnhalle und den Zwischenbau zwischen den Schulhäusern 1955 und 1967 zu entfernen. Die ursprünglich solitären Schulhäuser werden dadurch wieder frei gestellt. Das gebe die Möglichkeit, «einen stimmigen, grosszügigen Innenhof mit identitätsstiftender Baumbepflanzung zu schaffen», heisst es in der Mitteilung. Der Bau von 1967 gilt als Energieschleuder und wird totalsaniert. Ausserdem wird er um 4 Klassenzimmer mit Gruppen- und Therapieräumen erweitert. Im Erdgeschoss der Erweiterung befinden sich die Lehreraufenthaltsbereiche sowie die Schulleitung. Der Singsaal mit separatem Zugang und Foyer zügelt aus dem 1955er Bau ins Sockelgeschoss der Erweiterung.

Neuer Mehrzweckbau, halb versenkt

Nördlich der Schulbauten, im Bereich der heutigen Spielwiese und Spielplatz, entsteht ein neuer Mehrzweckbau mit Turnhalle. Vereine erreichen die neue Turnhalle über die Schöntalstrasse mit separatem Zugang und Parkfeld. Der Mehrzweckbau soll zudem eine Schulküche als Ersatz für die Schulküche Marktplatz, die heute in einem provisorischen und angejahrten Pavillon untergebracht ist und Räume für die Musikschule beherbergen. 

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Und so soll der Mehrzweckbau dereinst aussehen. (Visualisierung: pd)

Im Rahmen der Weiterbearbeitung des Projekts hat sich beim neuen Mehrzweckbau eine wesentliche Veränderung zum Sieger des Wettbewerbs ergeben. Die Turnhalle wird etwa vier Meter im Boden versenkt. Der Mehrzweckbau wird so deutlich besser in die Umgebung integriert, tritt lediglich mit reduzierter Höhe in Erscheinung. So reduziert sich die sichtbare Höhe des neuen Gebäudes bedeutend. Das dürfte insbesondere auch den Interessen der Nachbarschaft entgegenkommen.

Günstiger wird es kaum gehen

Gemeindepräsident Lucas Keel sagt im amtlichen Publikationsorgan «Uzwiler Blatt»: «Unsere Schulhäuser haben Geschichte. Es lohnt sich, die Entwicklung richtig und weitsichtig anzugehen. Das Projekt führt zu guter Schulinfrastruktur und einem attraktiven Aussenraum und Schulhof. Beides ist wichtig.»

Dass das Vorhaben nun einige Jahre ruht, hat mit den Finanzen zu tun. Im Gemeindsblatt heisst es dazu: «Der Brocken von über 20 Millionen Franken ist zu gross, als dass ihn der Gemeindehaushalt früher verdauen könnte.» Stand heute werden Planungs- und Baukredite von insgesamt rund 22 Millionen Franken nötig, um das Vorhaben zu realisieren. Gemeindepräsident Keel sagt: «Die Frage, ob und allenfalls welche Anpassungen am Projekt erforderlich sind, um die Kosten zu reduzieren, beurteilen wir, wenn das Projekt weiterbearbeitet wird.» Laut Mitteilung scheint aber klar, dass es günstiger nicht gehen wird. (gk/red)