Es sind nicht die BAG-Grundsätze, welche ich wiederholen möchte. Ich möchte auch keine Vorschläge verbreiten, wie wir die Zeit in der Quarantäne verbringen können. Auch keine Aufrufe an jene, welche bei sehr einschränkenden Umständen vorbildlich unsere Wirtschaft (wo es noch Arbeit gibt), das Versorgungs-, Schul- und vor allem das Gesundheitswesen am Laufen halten. Aber ein einfaches und ehrliches Dankeschön soll es sein.

Ich rege mich auch nicht über jene Besserwisser – ob jung oder alt – auf, welche egoistisch sind und  immer noch nicht checken, dass es nicht einfach um den momentanen schwierigen Moment geht. Sondern auch um die Zeit danach. Ich wundere mich nur. Ich wundere mich, um welche Banalitäten sich Bürger immer noch ärgern und aufregen. So zum Beispiel über die Baustelle an der Konstanzerstrasse in Wil, welche für Verkehrsbehinderungen sorgt. Jene Motzer vermutlich, die schon längst den Umweg über den Nieselberg nehmen und mit 50 und weit mehr durch die 30er-Quartierstrassen brettern, wo Kinder spielen. Ich wundere mich nur, dafür umso heftiger, dass es im Bistum Chur vorgestrige Macht-Kleriker Weihbischof Marian Eleganti mit dem absurden Aberglauben gibt, Hostien und Weihwasser für nicht mit Viren kontaminierbar zu halten.

Im Moment sind es die Kranken und jene die uns verlassen müssen, welche Sorgen bereiten. Ebenso wichtig ist es aber einen Blick weiter in die Zukunft zu werfen. Es ist die Welt für unsere Kinder und Enkelkinder. Es sind sie, welche auch mit der Unterstützung der Alten den Virusscherbenhaufen wieder mit aufbauen müssen und werden, um ihre Zukunft zu gestalten. Es geht nicht nur darum, dass die Jungen Solidarität gegenüber den Alten zeigen, sondern auch umgekehrt. Wir Alten haben auch eine grosse Verantwortung gegenüber den Jungen, denn es ist deren Zukunft. Dabei meine ich klar und deutlich gegenüber jenen Jungen, die es verstanden haben, dass es im Moment aus ist mit Partytime und hirnloser Ignoranz. Jene, die Eltern und Grosseltern unterstützen, trotz Stress, Mehraufwand, Ungewissheit und Grosseinsatz an allen Fronten.

Alle, die nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Familien und Freunde ehrlich lieben, halten sich jetzt strikt an die Regeln und checken verflucht noch mal endlich, um was es geht. Dies, um mitzuhelfen, dass die Zukunft, die es zweifellos geben wird, wieder gemeinsam zu gestaltet. Leider gibt es und gab es schon immer, noch zu viele von der ersten Sorte.

* = Mäni Rüegg ist aktiver Lokaljournalist in Pension. Seit vielen Jahren beobachtet er das Geschehen in Wil und Umgebung. In der neuen hallowil.ch-Kolumne «Mänis Perspektivenwechsel» nimmt er eine andere Sichtweise ein und berichtet in loser Folge ungeschminkt über Dinge, die einfach mal niedergeschrieben werden müssen.