Es gibt Gebäude, an denen führt kein Weg vorbei. Mit Sicherheit in diese Kategorie gehören die drei markanten Hochhäuser bei Wattwil, welche die Einheimischen liebevoll «die drei Eidgenossen» oder – nach der erbauenden Kunststofffaser-Firma – «drei Heberlein-Schwurfinger» nennen. Egal ob man vom Unterland ins Obere Toggenburg hinauf oder von den bewaldeten Hügeln rundum ins Tal hinab fährt: Irgendwann bleibt er Blick immer an den monumentalen Blöcken hängen, die sich schroff aus der grünen Ebene um Ulisbach erheben.

Daniel Enz, Geschäftsführer der Zoller Partner AG, sitzt in seinem Büro im Geschäftshaus Rapp in Wil. Im Hintergrund steht ein grosses Regal mit säuberlich aufgereihten Ordnern, aus dem Fenster schweift der Blick über Bäume. Enz hat derzeit viel mit den 60er-Jahren gebauten Blöcken zu tun. Die Zoller Partner AG mit Sitz in Wil und Wattwil nimmt an den drei Häusern Fassadensanierungen vor.

Breite Tätigkeit, vielseitige Mitarbeitende

Als Komplettanbieter für Immobilien ist die Zoller Partner AG in einem breiten Feld tätig. Dass es auch immer wieder Projekte wie die Fassadensanierung an den «Heberlein-Schwurfingern» gibt, schätze er an seiner Arbeit. Daniel Enz, der die Zoller Partner AG im Jahr 2018 gemeinsam mit seiner Frau Ireen übernahm, ist schon sein ganzes Berufsleben in der Immobilienbranche tätig. Schon früher arbeitete er in Herisau bei einer Tochterfirma des Unternehmens. «So habe ich die Firma schon gut gekannt.»

Im Video: Die Zoller Partner AG stellt sich vor

 

Genauso vielseitig wie die Häuser seien die Menschen, mit denen man im Immobilien-Geschäft zu tun habe: «Mieter, Vermieter, Handwerker, Lieferanten, Hauseigentümer, Behörden – wir kommen mit allen in Kontakt.» Das Kerngeschäft der Zoller Partner AG ist die Bewirtschaftung und Verwaltung von Wohn- und Geschäftshäusern. «Wir suchen Mieter, helfen, den Mietzins festzulegen, arbeiten Mietverträge aus», sagt Enz. Dabei würden es die Kunden schätzen, dass die Experten ihre Objekte und die Menschen, die gerne darin wohnen und arbeiten würden, neutral anschauen können. Diese Distanz sei bei Bewertungen, Schätzungen und Vermittlungen gleichermassen wichtig.

Das breite Spektrum des Unternehmens erfordert eine vielseitig kompetente Belegschaft. «Alle unsere Mitarbeitenden zeichnet eine hohe Fach- und Sozialkompetenz aus. Zudem bilden sich alle ständig weiter», sagt der Geschäftsführer. 27 Mitarbeitende sind in der Firma tätig, von der Buchhalterin über den Verwalter und die Bewirtschafterin bis zum Bauleiter. Selber führt die Zoller Partner AG zwar keine Bauarbeiten durch. «Weil wir einen Bauleiter im Haus haben, können wir aber auch komplexe bauliche Arbeiten durchführen.» Zum Beispiel wenn zwei in einem Gebäude eingemietete Firmen zwecks Raumgewinn eine gemeinsame Toilette wünschen oder  aus mehreren Räumen ein Grossraumbüro werden s0ll.

Zentral: Fairness und Transparenz

Die Mietersuche erfordere ein vielseitiges Einschätzungsvermögen und Menschenkenntnis, sagt Enz. Der einzige Face-to-Face-Kontakt mit der zukünftigen Mieterschaft ist meistens die Wohnungsbesichtigung. Danach muss sich das Mosaik aus Informationen und Eindrücken zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dabei gehe es um mehr als nur abzuklären, ob ein potentieller Mieter solvent ist und den Mietzins pünktlich überweist. «Zum Beispiel bei Mehrfamilienhäusern müssen wir auch abschätzen, wie es in der Hausgemeinschaft zusammen passen könnte», sagt Enz. Nicht nur den Vermietern gegenüber, auch den Mietern gegenüber werden bei Zoller Partner AG Fairness und Transparenz gross geschrieben, sagt der Geschäftsführer. «Wenn sich junge Leute auf eine Wohnung in einem Haus bewerben, in dem sonst vor allem Alterswohnungen sind, weisen wir sie darauf hin», sagt Enz. Generell versuchten sie, den Mietern Sorge zu tragen, auch bei einem Wechsel der Eigentümerschaft.

Bei Mietwertschätzungen müssen verschiedene Variabeln eingerechnet werden wie: Wie ist das Objekt gelegen? Hat die Wohnung einen Tumbler? Auch für Banken und Versicherungen nimmt Zoller Partner Schätzungen vor. Diese beziehen die Institute dann in die Entscheidung ein, ob sie ein Projekt finanzieren wollen oder nicht. Neben der Erstvermietung bezeichnet Enz auch die Begründung von Stockwerkeigentum als Spezialität des Unternehmens. Also das Aufteilen einer Immobilie in verschiedene Einheiten, die dann einzeln zum Verkauf kommen.

Nachhaltige Beziehung statt schnelle Provision

Generell seien der persönliche Bezug zu den Kunden und Seriosität hohe Güter in der Philosophie des 1983 gegründeten Unternehmens. Daniel und Ireen Enz leben in Züberwangen und sind in der Region Wil verwurzelt. Das Wattwiler Büro leitet mit Thomas Döbeli ein eingesessener Toggenburger. Statt schneller Provision für Verkäufe strebe man bei Zoller Partner nach dem Erstgeschäft wenn möglich den Aufbau einer nachhaltigen Beziehung zu den Kunden an. «Unsere Aufgabe ähnelt manchmal der eines Vermögensverwalters. Das ist oft etwas sehr Persönliches und braucht Vertrauen», sagt Daniel Enz. Dazu gehöre es auch, den Eigentümer laufend darauf hinzuweisen, wenn sich Investitionen zur Werterhaltung lohnen – zum Beispiel ein neuer Teppich oder ein neues Bad. «Nicht, dass plötzlich alles auf einmal kommt», sagt Enz.

Zum Schluss kommt er auf die historischen Objekte im Portfolio seines Unternehmens zu sprechen. Auch heimat- oder sogar denkmalgeschützte, Häuser bereiten ihm Freude – auch wenn daran wegen der strengen Auflagen kaum etwas verändert werden darf; «Ein Fischgrat-Parkett knarrt dann halt auch mal. Es gibt aber Leute, die genau das suchen».