Noch am Osterwochenende steckte die Theaterinszenierung «Hab und Gut» in den Kinderschuhen (die Wiler Zeitung berichtete von der Probenarbeit). Nun ist das Stück erwachsen geworden und die Abläufe stimmen überein. Ein erster Zeuge davon ist das vielköpfige Publikum zur Premiere. Kaum ist die erste Szene durch, hallt ein ebenso erster Szenenapplaus durch die Lokremise. Die Wolldecken, welche bereit lagen, sind eigentlich unnötig, denn erstens ist nicht gar so kühl in der Lokremise und zweitens erwärmt «Hab und Gut» das Herz und die Seele. Die zwölf Jugendlichen spielen, schauspielern und tanzen sich, in Höchstform befindend, durch die Scheinwerferlichter, das Publikum geniesst die abwechslungsreiche Abfolge verschiedenster Szenen.

Welchen Wert hat eine Türmatte? Oder ein Wecker, ein Kassettengerät das Heimweh hat, oder ein Kronleuchter? Oder kann man den Wert eines Hundes, einer Ausbildung, eines Traums, oder gar einer Freundschaft beziffern? Fragen über Fragen, wobei es eigentlich auch urkomisch ist, dass manche Gegenstände – wie besagter Kassettenrekorder – sprechen können. Doch begibt man sich mit den Schauspielern mit auf ihre Reise durch «Hab und Gut», wird so manches Rätsel gelöst. Es sei witzig, berührend, schräg, überraschend und eindringlich, wurde im Vorfeld dieser Premiere Werbung in eigener Sache gemacht. Und eigentlich hält die neuste Inszenierung des Jugendtheaters, was eben vorgängig versprochen wurde.


Rasante Abfolge

Eigens geschriebene Musik, ein opulentes Bühnenbild, ausgefeilte Kostüme, eine getanzte Szene, eine Ausstellung zum Thema und natürlich viel Herzblut aller Beteiligter, das alles liefert «Hab und Gut» in der Lokremise. Schlag auf Schlag folgen die einzelnen Szenen einander und doch verliert der wache Zuschauer den roten Faden nicht. Das Thema «Besitz» wird aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, manch einem Zuschauer wird es bemerkt haben, was die Jugendlichen damit eigentlich aufzeigen wollen. Besitz ist nämlich relativ, was nützen Gegenstände und Geld, wenn die Zufriedenheit nicht stimmt. Was nützt eine äusserliche Schönheit (liegt stets im Auge des Betrachters), wenn man trotzdem unzufrieden ist? Sinnierend treffen sich später das Theater-Ensemble, Regisseurin, Helfer und Gäste zum intensiven Austausch, dies an der Mini-Bar.

Hinweis:

Informationen zu den weiteren Aufführungsdaten und Ticketvorverkauf unter: www.momoll-theater.ch

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Das Publikum freut sich auf die Premiere von «Hab und Gut», inszeniert vom Momoll Jugendtheater.