Die Wiler SVP-Ortspartei hielt ihre diesjährige Hauptversammlung im Sportpark Bergholz ab und bestätigte Vorstand, Rechnung und Budget sowie die Arbeit ihrer Mandatsträger. Auf grosses Interesse stiess das anschliessende Kurzreferat von Stadtschreiber Hansjörg Baumberger über seine Tätigkeit sowie Perspektiven der Entwicklung der Stadt als regionales Zentrum. Dem offiziellen Teil schloss sich eine abendliche Betriebsbesichtigung an.Für sportliche Betätigung war für die Mitglieder der Wiler Ortspartei der SVP an diesem Abend kein Programmpunkt vorgesehen. Hingegen atmete die zügig und von Optimismus und Tatendrang geprägte Hauptversammlung eine gute Portion Sportgeist und ungebrochene politische Unternehmungslust.

Persönlicher Rückblick
Im Jahresrückblick erwähnte Präsidentin Ursula Egli als Höhepunkte des vergangenen politischen Jahres nicht nur lokale und regionale, sondern auch kantonale, nationale und internationale Ereignisse. Als bedeutungsvoll führte Egli unter anderem die Wahl des Nesslauer Parteimitglieds Ivan Louis zum bisher jüngsten Kantonsratspräsidenten mit einem „Glanzresultat“ an sowie das erfolgreich zustande gekommene Referendum der SVP zur Sanierung und Erneuerung des Theaters St. Gallen. „Dank des Referendums der SVP gelangte dieses Geschäft vors Volk“, sagte Ursula Egli. Und fügte hinzu, man dürfe gespannt sein, wie lange es gehen wird, bis dem Volk die nächste Tranche unterbreitet werde und damit der Abstimmungsslogan „Ein Fass ohne Boden“ bestätigt.

Die Ortspartei-Präsidentin erwähnte auch persönliche Herausforderungen, diese im Zusammenhang mit ihrem Amt als Präsidentin des Wiler Stadtparlaments. Die ihr dadurch auferlegte Zurückhaltung bei der materiellen Diskussion der Geschäfte sei ihr nicht immer leicht gefallen. „Aber all das kann ich ja jetzt wieder nachholen“, sagte Ursula Egli lachend. Sie schloss ihre Ausführungen mit einem Blick auf anstehende Aktionen und Initiativen der Partei: „Es gibt noch einiges zu tun, also packen wir es an!“

Wil gemeinsam stärken
Im Anschluss an den offiziellen Teil beleuchtete Hansjörg Baumberger, seit April 2017 im Amt als Stadtschreiber von Wil, seine Arbeit. Sie ist von einer seiner aktuellen Hauptaufgaben geprägt: der Reorganisation der Verwaltung. Dann aber auch, eher zukunftsgerichtet, von der Entwicklung der Stadt und als regionaler Kern.

Zum Thema Reorganisation betonte Baumberger ein wesentliches Ziel der von ihm geleiteten administrativen Reorganisation: Die Departementsvorsteher sollten entlastet werden, um vermehrt ihr Departement leiten und nicht vorwiegend administrieren zu müssen. Ein zweites Ziel, das auf allen Stufen gelte, sei die Schaffung und Konsolidierung einer „lernenden Verwaltung.“ Sie sollte nach den Vorstellungen Baumbergers nicht in Schüben vor sich gehen, sondern als begleitender Prozess, wo die Optimierung laufend sei und in die Arbeit eingebracht werden könne.

Starkes Wachstum
Zur Zukunft Wils als Stadt und regionales Zentrum ging Baumberger von den gegebenen vielschichtigen Potentialitäten Wils aus. Der Referent erwähnte die Vielfalt der Stadt mit ihren je spezifischen Quartieren und Eigenheiten, auch ihre gesunde, durchwachsene und familienorientierte Bevölkerungsstruktur. Wil zeichne sich durch ein lebendiges Gewerbe, eine aktive Vereinskultur sowie eine interessierte, auch auseinandersetzungsfreudige Bevölkerung aus – alles Trümpfe.

Wil sei in den 10 Jahren zwischen 2004 und 2014 stärker gewachsen als St. Gallen und Gossau. Der Anteil an Neubauten sei seit 2000 überdurchschnittlich hoch. Grosse Erwartungen knüpften sich zu Recht an das Projekt „Wil West“, das nicht nur für die Stadt und das Gewerbezentrum Wil, sondern auch für die Entwicklung seiner Lebensqualität von grosser Bedeutung sei. Vom Bund fliesse ein Beitrag von 37 Millionen. Es gelte, diese Chance „für eine Zusammenrücken der vielfältigen Wiler Interessen“ zu nutzen, indem Wil gemeinsam gestärkt werde: nicht durch das alleinige Verfolgen von Partikularinteressen, sondern durch gemeinsames Miteinander-Arbeiten an der Zukunft von Stadt und Region.

Lebendige Diskiussion
Die Ausführungen Baumbergers stiessen auf grosses Interesse, was die sich anschliessende lebendige Diskussion zeigte. Teilweise zum Ausdruck kommende Bedenken drehten sich um die Eventualitäten einer Zunahme von Staus sowie eine mögliche Explosion der Preise auf dem Wohnungsmarkt. Der Referent nahm sie ernst, verwies zu deren Klärung und Weiterverfolgung aber auf die politische Ebene.

Bergholz: mächtige Unterwelt
Der IGP Sportpark Bergholz beeindruckt nicht nur durch seine sichtbaren Dimensionen. Er besitzt auch eine beachtliche Unterwelt, wie der sich anschliessende Betriebs-Rundgang unter der Führung von Alexandra Bürgi (Bereichsleiterin Betrieb) und Stefan Kobelt (Verantwortlicher Personal) zeigte. Einige Zahlen verdeutlichen, mit welchen Ausmassen die Betreiber es zu tun haben: Über 300'000 Besucher pro Jahr (Besucher der Fussball- und Eishockeyspiele nicht mitgerechnet) bewältigt das Sportzentrum, darunter viele Familien und Schulklassen. Sie wollen alle ihr angenehm temperiertes Badewasser in tadelloser Qualität haben, behaglich geheizte Innentemperaturen, ihre perfekte Eisbahn, angenehm gute Luft zum Atmen.

Minergie im Grossformat
Das braucht neben allen technischen Finessen vor allem eines: Energie. Dabei kann sich der Riesenbau punkto Minergie-Standards, wie erklärt wurde, durchaus mit Spitzenbetrieben weltweit messen. So wird das ausgetauschte Wasser aus den Schwimmbecken nicht einfach weggespült, es besteht ein sinnvoller Kreislauf. Ein grosser Teil des zu erneuernden Wassers wird aufbereitet und beispielsweise zum Bewässern des Kunstrasens im Stadion verwendet.

54'000 Liter Wasser braucht es zur Herstellung der ca. 4-zentimentrigen Eisdecke, eine Vielzahl von fein verästelten Bodenleitungen schaffen die nötige Kühlung. Der Augenschein im Keller zeigte es. Er beherbergt unter anderem gigantische Energiespender, welche unter einander bezüglich Energieaustausch kommunizieren. Sie beruhen auf Wärmerückgewinnung, Elektrizität und Gas. Der Rest ist Sonnenenergie.