Walter Gysel, für die Kulturbühne 2021 war das Abschlusskonzert des 60voices-Chors geplant. An dessen Stelle wird ein Film gezeigt. Weshalb wird die Singgemeinschaft nun aufgelöst?

Seit 2007 bilden Jeannine Egli und ich ein hervorragendes Team: Sie als Dirigentin, ich als Gesamtleiter, Notensatzschreiber, Arrangeur und Pianist. Für uns war anlässlich des 25 Jahr-Jubiläums, das 2020 stattgefunden hätte, der richtige Zeitpunkt, aufzuhören. Da sich der Chor in den 25 Jahren stark entwickelt und aussergewöhnliche Projekte verwirklicht hat, sahen wir keine Möglichkeit, einfach die Personen an der Spitze auszuwechseln. Wir finden es fairer, wenn ein neuer Chor unter neuer Leitung unbeschwert starten kann.

Es entsteht ein Nachfolgechor, wird er das Konzept von 60voices übernehmen oder hat er eine andere Ausrichtung?

Es ist ein Neustart. Wie der neue Chor positioniert ist, weiss ich nicht. Auskunft gibt Therese Truniger aus Zuzwil (thetruniger@gmx.ch 071 940 00 49)

Ehemals hiess der 60voices-Chor Chlorophyll-Chor, wie ist er ursprünglich entstanden?

Anlässlich des Zuzwiler Gesundheitstages 1995 gründeten wir einen Adhoc-Gospelchor für den ökumenischen Gottesdienst, der jeweils zu Beginn des Anlasses stattfand. Weil dieser Auftritt grosse Freude bereitet hatte, gründeten wir einen neuen Chor. Zudem ergänzten wir die musikalische Ausrichtung von Gospel mit Evergreens. Von den grünen Körnchen, dem «Chlorophyll», kam dann auch der Name.

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Zusammen mit der Dirigentin Jeannine Egli prägte Walter Gysel den 60voices-Chor. 

Weshalb kam es zum Namenswechsel?

Unser Markenzeichen bestand darin, dass wir ständig Neues versuchten und nie stehenblieben. So kam die Idee auf, nach 20 Jahren Namen, Outfit, Logo usw. zu erneuen.

Statt des Abschlusskonzertes wird nun ein Film gezeigt, weshalb?

Infolge der Pandemie mussten wir die Chorproben völlig einstellen. Aber den Chor nach 25 Jahren einfach sang- und klanglos zu beenden, wollten wir nicht. Da nun ein Livekonzert nicht mehr möglich ist, wollen wir auf diese Art einen «richtigen» Abschluss des Chores durchführen.

Wie kam es zu dieser Alternative?

Seit 2009 haben wir jedes Konzert gefilmt. So ist ein riesiger Fundus entstanden, aus dem ich die Perlen aus vielen Konzerten zu einem Überblick zusammengefügt habe.

Was ist im Film zu sehen?

Der Film startet mit einer kleinen Rahmenhandlung und führt dann zu zwei Bildern unseres ersten Auftrittes 1995. Danach gibt es je einen Song aus verschiedenen Konzerten, chronologisch angeordnet. Interessant zu sehen sind dabei die Entwicklung des Chores sowie die technischen filmischen Fortschritte, die passiert sind. Die Ausschnitte zeigen aber auch die immense Vielfalt der Konzertprogramme

Wie lange dauert er?

Etwas mehr als eine Stunde.

Wo kann man ihn sehen?

Der Film wird über dir Webseite der Kulturbühne sowie über die Chorwebseite geschaut werden. Dort können auch dieser Film sowie weitere Rückblicke auf 25 Jahre Chorgeschichte bestellt werden.

Was ist Ihr Resümee über die Jahre mit dem 60voices-Chor?

Es ist faszinierend zu sehen, was aus einer spontanen Idee anlässlich einer OK-Sitzung anno 1995 schlussendlich entstanden ist. Ich selber habe die Tätigkeit sehr genossen, viel gelernt und vor allem mit ausserordentlich vielen tollen Menschen zusammengearbeitet. Es ist herrlich, mit etwas, das man selber gerne tut, so vielen anderen Menschen auch eine Freude bereiten zu können. Zudem haben sich in den vielen Jahren viele wertvolle Beziehungen aufgebaut.